Franco Uncini: Bei Corona-Fall nicht alles stoppen

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Franco Uncini ist unter anderem für die Sicherheit in der Motorrad-WM verantwortlich

Franco Uncini ist unter anderem für die Sicherheit in der Motorrad-WM verantwortlich

Die Verantwortlichen haben lange getüftelt, um ein Sicherheitskonzept auf den Weg zu bringen. Sollte sich trotzdem jemand mit dem Coronavirus infizieren, soll das Wochenende fortgesetzt werden.

Der Plan steht: Die MotoGP-Saison wird am 19. Juli im spanischen Jerez beginnen. So weit, so gut. Dieses Vorhaben ist nicht neu. Allerdings drängt sich angesichts der Pandemie die Frage auf: Was passiert, wenn es innerhalb des Fahrerlagrs einen positiven Corona-Fall geben sollte?

Franco Uncini, beim Motorrad-Weltverband FIM zuständig für die Sicherheit, versucht im Interview bei GPOne.com diesbezüglich Auskunft zu geben: «Es fällt mir schwer, klar zu antworten. Aber die wahrscheinlichste Option ist die, dass wir die Personen, die mit dem Infizierten in Kontakt waren, in Quarantäne schicken. Der Plan sieht definitiv vor, nicht alles zu stoppen.»

Das Sicherheitskonzept des ersten Rennens wurde gemeinsam mit den spanischen Behören ausgearbeitet, um die Gesundheit der Fahrer und Teammitglieder zu garantieren. Der Kontakt zur Außenwelt soll abgeschnitten werden, verdeutlicht Uncini: «Die Teams werden sich nur von der Strecke zum Hotel und wieder zurück bewegen. Wir haben diese Bus-Transfers geplant. Die Teams kümmern sich darum, wie sie vom Flughafen zum Hotel gelangen.»

IRTA-Präsident Hervé Poncharal sagte kürzlich: «Wir werden bei diesen Grand Prix wie Gefangene sein. Aber es lässt sich nicht ändern. Wir sind ja alle froh und erleichtert, dass die Dorna in dieser schwierigen Zeit noch 13 Grand Prix zustandebringt und den Re-Start schon im Juli schafft. Damit hat im April niemand mehr gerechnet. Deshalb nehmen wir gerne alle Unannehmlichkeiten in Kauf.»

Die Presse und die Zuschauer werden bei den ersten beiden Grand Prix nicht vor Ort sein dürfen, danach wolle man sich noch einmal besprechen, sagt Uncini mit Blick auf den Großen Preis von Tschechien am 9. August: «Wir werden den Stand der Dinge Woche für Woche neu einordnen. Für die Rennen in Jerez war es notwendig, dass wir die Anzahl der Personen vor Ort so gering wie nur möglich halten.»

Auch die Gefahr, dass Yamaha aufgrund der Auflagen womöglich ohne die Mitarbeiter aus Australien und Japan anreisen könnte, spielt Uncini herunter: «Wir befinden uns aktuell im Austausch mit den Behörden und ich denke, dass sie die Pläne akzeptieren werden und die Probleme dadurch gelöst sein werden.»

Angesprochen auf die verkürzte Saison, in der auch zwei Grand Prix unmittelbar nacheinander auf einer Rennstrecke ausgetragen werden, glaubt Uncini: «Es wird sich nicht viel ändern. Dank der Analysen kann man sich vom ersten zum zweiten Rennen sogar verbessern. Die Weltmeisterschaft wird ein wenig so, wie sie früher war, als noch alle Rennen in Europa ausgetragen wurden.»

Der provisorische Motorrad-GP-Kalender 2020

08. März: Doha/Q (ohne MotoGP)
19. Juli: Jerez (GP von Spanien)
26. Juli: Jerez (GP von Andalusien)
09. August: Brünn (GP von Tschechien)
16. August: Spielberg (GP von Österreich)
23. August: Spielberg (GP der Steiermark)
13. September: Misano (GP San Marino e Della Riviera di Rimini)
20. September: Misano (GP Emilia Romagna e Della Riviera)
27. September: Barcelona-Catalunya (GP Catalunya)
11. Oktober: Le Mans (GP von Frankreich)
18. Oktober: Aragón (GP von Aragonien)
25. Oktober: Aragón (GP von Teruel)
08. November: Valencia (GP von Europa)
15. November: Valencia (GP Comunitat Valenciana)

Ersatzlos gestrichen:

31. Mai: Mugello/I
21. Juni: Sachsenring/D
28. Juni: Assen/NL
12. Juli: KymiRing/FIN
30. August: Silverstone/GB
18. Oktober: Motegi/J
25. Oktober: Phillip Island/AUS

Noch nicht abgesagt:

GP von Amerika (Circuit of the Americas, Austin/Texas)
GP von Argentinien (Termas de Río Hondo)
GP von Thailand (Chang International Circuit)
GP von Malaysia (Sepang International Circuit)

(Übersee-Rennen werden nur ausgetragen, wenn Zuschauer-Tickets verkauft werden können. In Thailand und Malaysia könnte das klappen.)

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