Massimo Rivola: «Bradley muss den Schalter umlegen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Aprilia-Rennchef Massimo Rivola hofft, dass Bradley Smith als Iannone-Ersatz wieder zum Rennrhythmus findet. «Denn 2019 war er im 'test rider mode'». Rivola spricht über die Probleme beim Re-start und die Zeitknappheit.

Das Aprilia Gresini Racing Team glänzte 2019 beim Aragón-GP mit dem dritten Startplatz von Aleix Espargaró; für das beste Einzelergebnis in den Rennen sorgte Andrea Iannone mit Platz 6 auf Phillip Island. Aleix ließ sich nicht lumpen und brauste beim GP von Aragonien auf den siebten Rang. Anderseits bildete sein 14. Gesamtrang eine Enttäuschung für die italienische Marke, die schon 54 WM-Titel gewonnen hat. Auch der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM hinter Neuling KTM entsprach nicht den Vorstellungen des neuen Renndirektors Massimo Rivola (47), der im Januar 2019 zur Mannschaft stieß und aus der Formel 1 (Toro Rosso und Ferrari) kam.

Aprilia kann die Saison in Jerez nicht mit der besten Besetzung starten, denn Iannone bleibt vorläufig bis 17. Juni 2021 gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof TAS wird seinen Einspruch erst im August behandeln.

Aprilia hat deshalb wie erwartet den 29-jährigen britischen Testfahrer Bradley Smith bis auf weiteres ins Rennteam befördert. «Im Vorjahr befand sich Bradley bei seinen Wildcard-Einsätzen im ‚test rider mode‘. Wir sind aber zuversichtlich, dass er sich als Stammfahrer steigern wird, wenn er wieder mehr Renneinsätze abwickeln kann», meint Rivola. «Als Rennfahrer muss man einen Schalter im Hirn umlegen. Ich erwarte, dass Bradley diesen Schalter findet und konkurrenzfähig sein wird.»

Am 19. Juli beginnt die MotoGP-Saison in Jerez, es werden dann an 18 Sonntagen nicht weniger als 13 Grand Prix abgewickelt. Das bedeutet: Fünf rennfreie Sonntage an 18 Wochenenden.
Italien wurde von der Covid-19-Seuche stark betroffen, mit teilweise fast 1000 Toten am Tag. Bei Aprilia mussten die Rennabteilung in Noale und das Werk in Scorzé an Mitte März wochenlang stillgelegt werden.

«Zuerst möchte ich klarstellen, dass Carmelo und die Dorna einen großartigen Job geleistet haben, indem sie trotzdem noch 13 Rennen geplant haben. Ehrlich gesagt, als die Coronakrise begann, haben wir Carmelo gebeten, nicht mehr als zehn Rennen in die Kalender aufzunehmen, weil wir meinten, mehr könnte das Budget nicht verkraften. Für die europäischen Hersteller war die Situation besonders zu Beginn der Krise ganz schlimm. Besonders Italien wurde gleich im März ganz heftig betroffen. Doch jetzt haben wir 13 Rennen, das sind großartige Neuigkeiten; wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels.»

Die Dorna sagte für 8. März gleich den MotoGP-Event in Katar ab, weil die Italiener nicht mehr anreisen konnten. Nur die zwei kleinen Klassen traten an, weil sie nach den Test schon vor Ort waren.
Danach wurden gleich auch die Rennen in Buriram und Texas verschoben, während die Formel-1-Truppe zu diesem Zeitpunkt nach Australien reiste und dort den Saisonstart erst Freitagfrüh strich, als die Zuschauer schon vor der Tür standen.

«Carmelo und die Dorna gaben uns immer das Gefühl sie haben die Situation unter Kontrolle», lobt Rivola. «Das war wahrhaftig eine besondere Leistung, denn niemand sonst hatte die Kontrolle, als sich diese Krankheit verbreitete. Es war auch eine große Hilfe, dass die Dorna so eng mit den Teams und den Herstellern zusammengearbeitet hat. Wir haben viele Telefon-Konferenzen abgehalten, um die Probleme aufs Tapet zu bringen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Da hat sich die gute Atmosphäre gezeigt, die im MotoGP-Umfeld herrscht.»

In den dunkelsten Stunden der Krise befürchteten manche Teamchef, man könne nicht vor August, September oder gar Oktober auf die Rennstrecken zurückkehren. Auch Massimo Rivola befürchtete, der Re-Start würde lange auf sich warten lassen.
«Ich habe nie Zuversicht nie richtig verloren und hoffte immer auf einen Re-Start im August», versichert Rivola. «Aber am Ende hat Carmelo meine Erwartungen sogar übertroffen. Als der neue Kalender veröffentlicht wurde, haben wir einen Plan mit einem neuen Budget und einem Saisonstart im August kalkuliert gehabt. Wir mussten also unser Programm beschleunigen. Unsere Firma war jedoch bis Ende Mai komplett zugesperrt. Die Rennabteilung war bis 25. Mai komplett zu. Die Produktion der Straßenmotorräder wurde zwei Wochen früher begonnen, aber mit sehr wenigen Personen, in erster Linie für Forschung und Entwicklung.»

So sehen die MotoGP-Teams 2020 aus

Repsol-Honda
Marc Márquez, Alex Márquez

Ducati Team
Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci

Monster Energy Yamaha
Maverick Viñales, Valentino Rossi

Suzuki Ecstar
Alex Rins, Joan Mir

Red Bull KTM Factory Racing
Pol Espargaró, Brad Binder

Aprilia Racing Team Gresini
Aleix Espargaró, Bradley Smith

Pramac Racing
Jack Miller, Francesco Bagnaia

Reale Avintia Racing
Tito Rabat, Johann Zarco

Petronas Yamaha SRT
Fabio Quartararo, Franco Morbidelli

LCR Honda
Cal Crutchlow, Takaaki Nakagami

Red Bull KTM Tech3
Miguel Oliveira, Iker Lecuona

So sehen die MotoGP-Teams 2021 aus

Repsol-Honda
Marc Márquez, Pol Espargaró

Ducati Team
Andrea Dovizioso? Jorge Lorenzo? Jack Miller

Monster Energy Yamaha
Maverick Viñales, Fabio Quartararo

Suzuki Ecstar
Alex Rins, Joan Mir

Red Bull KTM Factory Racing
Brad Binder, Miguel Oliveira

Aprilia Racing Team Gresini
Aleix Espargaró, Bradley Smith? Andrea Iannone?

Pramac Racing
Jorge Martin, Jorge Lorenzo? Pecco Bagnaia? Johann Zarco?

Reale Avintia Racing
Tito Rabat, Johann Zarco?

Petronas Yamaha SRT
Valentino Rossi, Franco Morbidelli

LCR Honda
Alex Márquez, Cal Crutchlow? Takaaki Nakagami?

Red Bull KTM Tech3
Danilo Petrucci, Iker Lecuona

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