KTM nur dank Tests vorne? Poncharal hält dagegen

Von Simon Patterson
MotoGP
Dani Pedrosa testete im Mai in Spielberg

Dani Pedrosa testete im Mai in Spielberg

Hervé Poncharal jubelte in Spielberg über den ersten MotoGP-Sieg durch Miguel Oliveira. Dass KTM nur von den privaten Testfahrten an selber Stelle profitiert habe, will der Tech3-Chef so nicht stehen lassen.

Auf den Premierensieg in Brünn durch Rookie Brad Binder ließ KTM beim zweiten Grand Prix auf dem Red Bull Ring einen weiteren Erfolg durch Miguel Oliveira folgen. Neben dem Tech3-Fahrer stand auch Pol Espargaró als Dritter auf dem Podest, der von der Pole-Position aus ins Rennen gegen war und eine Woche zuvor bis zur roten Flagge in Führung lag.

Der offensichtliche Fortschritt der RC16 wird zwar im Fahrerlager und darüber hinaus viel beachtet. Gleichzeitig kamen aber auch Stimmen auf, die KTM-Erfolge seien darauf zurückzuführen, dass nicht nur Dani Pedrosa, sondern auch die Stammfahrer auf den genannten Strecken 2020 bereits Testkilometer abgespult und bei dieser Gelegenheit auch vom Austausch mit dem Reifenlieferanten Michelin profitiert haben.

«Die Leute fingen an zu sagen: ‚Ja, aber sie haben dort schon viel getestet.‘ Das ist kompletter Mist», entgegnete Hervé Poncharal nach dem ersten MotoGP-Sieg für sein Tech3-Team. «Ich will nicht sagen, dass es eine Lüge ist, aber es ist eine falsche Information. Ich habe gelesen, was gesagt wird, dass ein Michelin-Reifen speziell für uns gebracht wurde. Das ist Blödsinn.»

«Wir hatten einen Test in Spielberg nach der Corona-bedingten Pause mit Dani und Pol. An einem der Tage lag die Streckentemperatur bei 9 Grad – und am nächsten Tag hat es geschüttet. Was soll man damit machen? Man fährt einfach durch die Gegend», erklärte der Franzose. In Brünn war dagegen keiner der Stammfahrer vor dem Grand Prix unterwegs, nur Dani Pedrosa absolvierte im Juli einen privaten Testlauf.

«Zu sagen, dass wir spezielle Unterstützung bekommen oder zusätzliche Tests, dient nur dazu, unsere Performance kleinzureden», hielt der Red Bull-KTM-Tech3-Chef dagegen. «Ich habe schon dasselbe über Misano gehört – aber das ist die einzige Strecke, auf der wir getestet haben, und das deshalb, weil uns Michelin darum gebeten hat, den neuen Streckenbelag zu bewerten – und Ducati und Aprilia waren auch dort», verwies er auf den privaten Misano-Test Ende Juni.

«Fragt mich nicht, warum Lorenzo nicht für Yamaha gefahren ist. Jeder hatte die Möglichkeit dazu», betonte Poncharal, der sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Yamaha und deren Edeltester, dem fünffachen Weltmeister Jorge Lorenzo, nicht verkneifen konnte: «Warum ist Lorenzo abgesehen von ein paar Runden auf dem 2019er-Bike in Sepang, um das Gefühl wieder zu bekommen, nirgendwo gefahren? Warum leistet er keine wirkliche Entwicklungsarbeit? Er hat null gemacht.»

Künftig sind die ganzen Diskussionen hinfällig, denn nach zwei Siegen und einem dritten Platz in Brünn und Spielberg steht schon fest, dass der österreichische Hersteller die sogenannten «concessions» für 2021 verliert. Ein Zugeständnis für Neueinsteiger fällt mit sofortiger Wirkung weg: Die vier KTM-Stammfahrer dürfen 2020 an keinen privaten Testfahrten mehr teilnehmen.

WM-Stand nach 5 von 14 Rennen:

1. Quartararo, 70 Punkte. 2. Dovizioso 67. 3. Miller 56. 4. Binder 49. 5. Vinales 48. 6. Nakagami 46. 7. Rossi 45. 8. Mir 44. 9. Oliveira 43. 10. Pol Espargaró 35. 11. Morbidelli 32. 12. Zarco 30. 13. Rins 29. 14. Petrucci 25. 15. Alex Márquez 15. 16. Aleix Espargaró 15. 17. Lecuona 13. 18. Bagnaia 9. 19. Smith 8. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 5 von 14 Rennen:

1. Yamaha 88. 2. Ducati 87. 3. KTM 82. 4. Suzuki 57. 5. Honda 46. 6. Aprilia 20.

Der restliche GP-Kalender 2020:

13. September: Misano
20. September: Misano
27. September: Catalunya-Barcelona
11. Oktober: Le Mans
18. Oktober: Aragón
25. Oktober: Aragón
08. November: Valencia
15. November: Valencia
22. November: Portimão

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