Cal Crutchlow: «Ein Desaster – literweise Wundwasser»

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Cal Crutchlow

Cal Crutchlow

Vor zwei Wochen ließ sich Cal Crutchlow (LCR Honda) am rechten Unterarm operieren und die Faszien entfernen. «Pedrosa fiel damit sechs Wochen aus», weiß Crutchlow, der am Freitag wieder fahren will.

Bereits zum zweiten Mal in dieser verkürzten Corona-Saison landete Cal Crutchlow auf dem OP-Tisch: Beim Saisonauftakt in Jerez zog er sich eine Fraktur am linken Kahnbein zu, vorletzte Woche stand ein Eingriff am rechten Unterarm an. Bei seinem Comeback im Andalusien-GP hatte der LCR-Honda-Pilot über Krämpfe geklagt und deshalb im Rennen sogar einen Boxenstopp eingelegt.

Anschließend schockierte Crutchlow auf Instagram mit Bildern und einem Video von der OP, am Tag vor dem ersten freien Training des ersten Misano-GP am kommenden Wochenende sprach der ehemalige Supersport-Weltmeister über den Eingriff.

«Ich fühle mich nicht eben großartig», hielt Crutchlow fest. «Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie oft ich operiert wurde, ich glaube fünfmal. Die letzte OP war nach Barcelona 2014 bei Dr. Mir. Bis zu dieser Saison hatte ich keine Probleme mehr, auch wenn es mit der körperlich anspruchsvollen Honda immer schwierig war. Jetzt hat sich herausgestellt, dass sie die Faszien nie entfernt haben, sondern immer nur geöffnet. Während des Lockdowns hat sich eine neue Schicht gebildet. Der letzte MotoGP-Fahrer, der sich diese Muskelhaut entfernen ließ, war Dani Pedrosa – er fehlte anschließend sechs Wochen. Ich wurde vor zwei Wochen operiert und will am Freitag fahren.»

«Die letzten Tage waren ein Desaster, aus meinem Arm floss literweise Wundwasser», ergänzte der 34-Jährige. «Das liegt daran, dass es ein wirklich heftiger Eingriff war. Als sie die Fäden entfernten, konnte ich hineinschauen – mein Arm ist offen. Das Wundwasser muss hinaus, das ist gut. Ich habe aber ein Loch in der Narbe. Wenn man sieht, wie sich der Muskel im Arm bewegt und man ein Motorrad fahren will, dann ist das nicht großartig. Also ließ ich es zunähen. Von Mittwoch auf Donnerstag schwoll dann die Hand an, weil die Flüssigkeit nirgends hin konnte. Also haben wir die Fäden heute wieder gezogen. So lange das Wundwasser nicht komplett aus dem Arm ist, werde ich Schwierigkeiten haben. Jetzt haben wir ein Pflaster über das Loch geklebt und müssen sehr aufpassen, dass es keine Infektion gibt. Ich nehme Antibiotika, ich sprühe die Wunde mit Antibiotika-Spray ein, ich mache alles, was möglich ist. Ich habe mit Eis gekühlt und Kompressen aufgelegt, hoffentlich beruhigt sich der Arm. Bis wann – ich habe keine Ahnung.

«Ich werde am Freitag fahren, danach werde ich das Pflaster abziehen und jedem zeigen, was aus dem Loch kommt», drohte Crutchlow. «Dann hört das ganze Blabla, weshalb ich keine guten Ergebnisse einfahre, hoffentlich auf. Motorradrennen zu fahren, ist der beste Job in der Welt. Aber die Scheiße, die ich diese Woche durchgemacht habe… ich sage dir, da arbeiten die Leute lieber in ihrem Büro. Wir haben jetzt neun Rennen innerhalb elf Wochen, das ist die schlimmstmögliche Situation für mich, weil sich der Arm erholen muss. Das Problem ist: Je mehr ich den Arm belaste, desto mehr Wundflüssigkeit wird produziert. Irgendwie müssen wir das unterbinden, dafür gibt es aber keine schnelle Lösung.»

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