Stefan Bradl: «Das kam nicht aus heiterem Himmel»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Stefan Bradl erzählte, die Probleme mit dem «nervus ulnaris» hätten sich angekündigt. Aber es gibt im dicht gedrängten Kalender keine Zeit für Heilung oder Schonung.

Stefan Bradl wurde am Montag von seinem Vertrauensarzt Dr. Streifinger in Wertingen untersucht, weil er beim 27-Runden-Rennen zum San-Marino-GP über Taubheitsgefühle in der rechten Hand geklagt hatte. Ursache dürfte eine Überbeanspruchung des «nervus ulnaris sein», der für den kleinen Finger und den Ringfinger zuständig ist. Doch der Marc-Márquez-Ersatzmann bekam grünes Licht für den fünften Renneinsatz in diesem Jahr im Repsol-Honda-Werksteam.

«Im Moment sind die Beschwerden okay. Aber ich muss abwarten, wie sich die Situation heute entwickelt, wenn ich wieder auf dem Motorrad sitze», erklärte Bradl. «Das ist nichts Dramatisches. Aber es hat mich am Sonntag auf jeden Fall behindert. Die ersten Taubheitsgefühle habe ich vor zwei, drei Wochen gespürt, ein Kribbeln nach dem Aufstehen in der Früh. Leider ist es am Wochenende schlimmer geworden. Wir haben den Nerv am rechten Ellbogen jetzt von Montag bis Donnerstag behandelt. Ich hoffe, wir haben das Problem jetzt unter Kontrolle, damit ich im Freitag-Training hier unbelastet und ohne Beschwerden fahren kann.»

«Ich habe mit den Ärzten und mit dem Team gesprochen, wie wir diese Taubheitsgefühle künftig vermeiden können. Denn ich habe diese Beschwerden sogar in den zwei Wochen Pause nach dem Steiermark-GP immer leicht gespürt», erzählte der 30-jährige Bayer. «Das ist ein fortschreitender Prozess. Das kam nicht über Nacht aus ganz heiterem Himmel. Dr. Streifinger meinte, vielleicht seit der Nerv nach der sechsmonatigen MotoGP-Pause dann durch das intensive Fahren ein bisschen zu stark beansprucht worden. Vorläufig ist das kein riesigen Drama. Wir haben keine Zeit zum Auskurieren… Es finden viele Rennen in kurzer Zeit statt, und am 7. und 8. Oktober testen wir in Portimão. Aber wenn man MotoGP fährt und sich gleichzeitig körperlich nicht 100-prozentig fühlt ist das immer ein Problem.»

Bradl hat bei den ersten vier Grand Prix 2020 noch keinen Punkt erobert und am Dienstag auf den Test in Misano verzichtet. «Wir werden jetzt sicher wieder etwas zum Probieren haben. Es kann zum Beispiel sein, dass ich etwas teste, was Alex Márquez am Dienstag probiert hat. Es ist immer sinnvoll, zwei Meinungen zu hören. Wir haben einige Probleme, die wir lösen müssen, am liebsten schon für dieses Wochenende, zum Beispiel mit der Traktion hinten. Aber wir wollen uns überwiegend aufs Fahren konzentrieren, das ist unser Plan. Ich bin neugierig, wie konkurrenzfähig ich beim zweiten Grand Prix hier sein werde. Ich hoffe, dass ich in der rechten Hand und Ellbogen zu 100 Prozent beschwerdefrei bin.»

Ergebnis, MotoGP, San Marino-GP

1. Morbidelli, Yamaha, 27 Runden in 42:02,,272 (= 162,8 km/h)
2. Bagnaia, Pramac Ducati, + 2,217 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,290
4. Rossi, Yamaha, + 2,643
5. Rins, Suzuki, + 4,044
6. Viñales, Yamaha, + 5,383
7. Dovizioso, Ducati, + 10,358
8. Miller, Pramac Ducati, + 11,155
9. Nakagami, Honda, + 10,839 (eine Position zurückversetzt)
10. Pol Espargaró, KTM, +12,030
11. Oliveira, KTM, + 12,376
12. Binder, KTM, + 12,405
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 15,142
14. Lecuona, KTM, + 19,914
15. Zarco, Ducati, + 20,152
16. Petrucci, Ducati, + 22,094
17. Alex Márquez, Honda, + 22,473
18. Bradl, Honda, + 37,856
19. Smith, Aprilia, + 1:18,831 min

Fahrer-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Dovizioso 76 Punkte. 2. Quartararo 70. 3. Miller 64. 4. Mir 60. 5. Viñales 58. 6. Rossi 58. 7. Morbidelli 57. 8. Binder 53. 9. Nakagami 53. 10. Oliveira 48. 11. Pol Espargaró 41. 12. Rins 40. 13. Zarco 31. 14. Bagnaia 29. 15. Petrucci, 25.

Konstrukteurs-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Yamaha 113 Punkte. 2. Ducati 107. 3. KTM 88. 4. Suzuki 73. 5. Honda 53. 6. Aprilia 23.

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