Takaaki Nakagami (Honda/6.): «Wir sind im Spiel»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Takaaki Nakagami und Alex Márquez waren die einzig verbliebenen Honda-Piloten im MotoGP-Feld

Takaaki Nakagami und Alex Márquez waren die einzig verbliebenen Honda-Piloten im MotoGP-Feld

Dass Repsol-Honda-Teammanager Alberto Puig ihn darauf hinwies, dass er 2020 MotoGP-Weltmeister werden könne, genoss Takaaki Nakagami nach dem sechsten Platz im Emilia Romagna-GP.

Am Samstagnachmittag lief für Takaaki Nakagami mit zwei Stürzen und in der Folge nur Startplatz 12 noch alles schief, mit dem sechsten Platz im Emilia Romagna-GP verkürzte der LCR-Honda-Pilot am Ende aber seinen Rückstand in der WM-Tabelle auf 21 Zähler.

«Unsere Performance war nicht perfekt, natürlich können wir uns in Zukunft verbessern. Aber wenn wir an das denken, was gestern passiert ist – zwei Stürze in einer Stunde, bei denen ich das Bike zerstört habe – dann war es schwierig, heute wieder anzufangen», gestand der neue WM-Siebte. «Vom Warm-up an fühlte ich mich zwar recht gut, ich wusste aber, dass es von Startplatz 12 schwierig werden würde, vor allem zu Beginn des Rennens.»

Nakagami sollte Recht behalten: «Ich hing hinter Petrucci und hinter den Ducati hatte ich mit der Aerodynamik große Probleme. Die Performance des Vorderreifens ließ nach, ich weiß nicht warum, denn der Reifendruck war gut. Ich konnte aber nur schlecht einlenken und die ersten zehn Runden waren wirklich hart», erzählte er nach dem zweiten Rennen des Misano-Doppels. «Ich habe mich in Sektor 3 richtig gut gefühlt und bekam die Möglichkeit, Danilo in der langsamsten Kurve in Sektor 4 zu überholen. Hinter Dovi war es danach wieder dasselbe, der Vorderreifen fühlte sich merkwürdig an. Im dritten Sektor war ich aber wieder schneller, ich habe also jede Runde überlegt, in dieser langsamen Kurve zu überholen, ich musste aber abwarten. Am Ende bekam ich die Chance, ich habe es ein bisschen aggressiv versucht, aber es war eben die letzte Chance. Danach, wenn ich alleine fahre, fühlte ich mich ziemlich wohl.»

Auch seinen Markenkollegen Alex Márquez schnappte sich «Taka» in der Schlussphase noch. «Mit Platz 6 bin ich glücklich», zog er Bilanz. «Nach dem Freitag glaubte ich zwar, dass wir eine Chance auf das Podium hätten. Aber nach dem Qualifying konnte ich das nicht mehr behaupten. Mit einem weiteren Top-6-Ergebnis bin ich daher zufrieden. Und nach dem Rennen haben wir mit HRC, mit Takeo und Alberto, zudem gesehen, dass mir nur 21 Punkte auf die WM-Spitze fehlen. Alberto meinte: ‚Taka, schau dir die WM-Tabelle an, wir liegen auf P7, aber nur mit 21 Punkten Rückstand auf P1. Das ist verrückt, du bist im Spiel und das bedeutet, dass du Weltmeister sein kannst. Pushe weiter!‘ Und das ist schön, so etwas zu hören. Ich denke nie darüber nach, aber hoffentlich können wir so schnell wie möglich das erste Podium schaffen. Es ist eine verrückte WM-Saison und es ist schön, vor Dovi ins Ziel zu kommen.»

«Dass wir noch im WM-Kampf sind, ist positiv für das Team und mich, weil es in meinem Leben noch nie passiert ist. Ich hätte mir nicht erwartet, auf dem MotoGP-Bike in dieser Saison um den Titel zu kämpfen. Das ist ein schönes Gefühl. Ich genieße diesen Moment und versuche, in Barcelona stärker zu sein – ein sehr wichtiges Wochenende für die Weltmeisterschaft.»

Neben Klassen-Neuling Alex Márquez lasten die Hoffnungen von Honda vor allem auf Nakagami. Denn nach den Verletzungen von Marc Márquez und Cal Crutchlow fiel an diesem Wochenende auch HRC-Ersatzmann Stefan Bradl aus.

«Die Situation ist bei Honda gerade natürlich nicht die beste, aber deshalb arbeiten wir alle zusammen», meinte der LCR-Fahrer dazu. «Ich glaube, dass wir mit der Performance des Bikes dabei sind, das sieht man in der WM-Tabelle. Wir sind im Spiel. Ich hoffe einfach, dass ich ein bisschen Glück zurückbekomme, dann kann bald ein Podium kommen. Wenn wir dieses erste Podium schaffen würden, dann glaube ich, wäre es eine große Veränderung im Leben. Ich will das so schnell wie möglich fühlen.»

«Mit dem Support von HRC bin ich ziemlich glücklich», fuhr Taka fort. «Vor allem nach der Verletzung von Marc habe ich gemerkt, dass Takeo oft und lange bei uns in der Box war. Ich verfüge über mehr Daten und wenn wir Bedürfnisse haben, dann bringt HRC zum Beispiel neue Teile. Schritt für Schritt wird die Performance besser und besser. Ich habe aber meine Strategie nicht verändert. Ich steige einfach auf das Bike und versuche zu zeigen, dass uns das Potenzial nicht fehlt. Das ist ziemlich klar. Uns fehlt nur ein Podium, das ist das, was wir brauchen.»

Ergebnis MotoGP, Emilia Romagna-GP, 20. September

1. Viñales, Yamaha, 41:55,846 min
2. Mir, Suzuki, + 2,425 sec
3. Pol Espargaró, KTM, + 4,528
4. Quartararo, Yamaha, + 6,419
5. Oliveira, KTM, + 7,368
6. Nakagami, Honda, + 11,139
7. Alex Márquez, Honda, + 11,929
8. Dovizioso, Ducati, + 13,113
9. Morbidelli, Yamaha, + 15,880
10. Petrucci, Ducati, + 17,682
11. Zarco, Ducati, + 23,144
12. Rins, Suzuki, + 24,962
13. Smith, Aprilia, + 30,008

Fahrer-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 84 Punkte. 2. Quartararo 83. 3. Viñales 83. 4. Mir 80. 5. Morbidelli 64. 6. Miller 64. 7. Nakagami, 63. 8. Oliveira 59. 9. Rossi 58. 10. Pol Espargaró 57. 11. Binder 53. 12. Rins 44. 13. Zarco 36. 14. Petrucci 31. 15. Bagnaia 29. 16. Alex Márquez 24. 17. Aleix Espargaró 18. 18. Lecuona 15. 19. Smith 11. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Yamaha 138 Punkte. 2. Ducati 115. 3. KTM 104. 4. Suzuki 93. 5. Honda 63. 6. Aprilia 26.

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