Pol Espargaró: «Wenn ich crashe, dann ist das so»

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Pol Espargaró geht volles Risiko und nimmt dabei sogar Stürze in Kauf

Pol Espargaró geht volles Risiko und nimmt dabei sogar Stürze in Kauf

Pol Espargaró hat seine Einstellung verändert und scheint ohne Rücksicht auf Verluste in die letzten sechs Rennen gehen zu wollen. Sein Ziel: Sich im internen KTM-Duell zu behaupten. Die Aufholjagd startet in Le Mans.

Pol Espargaró setzt in der zweiten Saisonhälfte alles auf eine Karte. Ganz offen sagt er in seiner Presserunde vor dem Grand Prix im französischen Le Mans: «Ich möchte bis zum Ende der Saison so viele Rennen wie möglich gewinnen. Ich weiß, dass das nicht klappen wird, aber das ist meine Einstellung.»

Der spanische KTM-Pilot wird aber noch deutlicher: «Ihr könnt mir vertrauen, ich werde es versuchen. Es sind nur noch sechs Rennen und ich möchte konstante Leistungen abrufen. Bisher ist mir das nicht gelungen. Ich möchte so schnell wie möglich sein und es ist mir jetzt egal, ob ich einen Unfall baue. Mir ist ein zehnter Platz nicht wichtig. Ich möchte gute Ergebnisse einfahren und wenn ich im Kampf um eine gute Platzierung crashen sollte, dann ist das eben so.»

Aktuell ist Pol in der WM-Wertung Zwölfter. Im internen KTM-Duell belegt er nur den dritten Platz. Damit ist der jüngere der beiden Espargaró-Brüder nicht zufrieden, obwohl ihm auf Brad Binder nur ein Zähler fehlt und Miguel Oliveira lediglich zwei Punkte entfernt ist. «Diese Saison ist verrückt. Ich schaue von Rennen zu Rennen und werde jedes Rennen mit dem Gedanken an den Sieg angehen», gibt Espargaró die Marschroute vor.

Hilfreich: Le Mans lag ihm im Vorjahr. Für KTM fuhr er mit P6 das beste Saisonergebnis 2019 ein. «Das war ein guter Ort für mich», bestätigt er.

Nach einem Testtag in Portimao, bei dem der Spanier für einen Tag auf einer Honda Fireblade Triple R saß, kehrt er nun wieder auf das MotoGP-Bike seines Herstellers zurück. Stammfahrer durften das «Autódromo Internacional do Algarve» nur auf Superbikes erkunden – mit Ausnahme von Aprilia. Weil die Orangenen in dieser Saison bereits zwei Rennsiege eingefahren haben, fallen sie dagegen nicht mehr unter die «concession teams»-Regelung.

Da die V2-Superduke 1290 R vom KTM nicht annähernd so starke Rundenzeiten zugelassen hätte wie ein Vierzylinder-Superbike, mussten Espargaró, Binder und Oliveira in Portugal auf das Bike eines anderen Werks ausweichen. Espargaró zieht Bilanz: «Das war ein guter Test. Ich war noch nie dort und es war hilfreich, ein paar Runden dort zu fahren. Mir gefällt der Kurs.»

Jetzt ist Espargaró, der gemeinsam mit Bruder Aleix (Aprilia) anreiste, in Frankreich. Dort ist es deutlich kühler. Der Vermutung, dass diese Verhältnisse der KTM nicht in die Karten spielen könnten, widerspricht der 29-Jährige: «Die Strecke bietet viel mehr Grip. Außerdem fahren wir am Sonntag vor der Moto2-Klasse und haben deswegen den Dunlop-Abrieb nicht auf der Strecke. Ich glaube, dass wir weniger Probleme haben werden.»

Außerdem glaubt er nicht, dass die kälteren Bedingungen der KTM schaden werden. Zuletzt galt das Bike bei tiefen oder sehr hohen Temperaturen als weniger konkurrenzfähig. Behält Espargaró mit seiner Vermutung aber recht, dann wird mit ihm und seinen Markenkollegen zu rechnen sein.

Fahrer-WM nach 8 von 14 Rennen:

1. Quartararo, 108 Punkte. 2. Mir 100. 3. Viñales 90. 4. Dovizioso 84. 5. Morbidelli 77. 6. Miller 75. 7. Nakagami 72. 8. Rins 60. 9. Oliveira 59. 10. Binder 58. 11. Rossi 58. 12. Pol Espargaró 57. 13. Bagnaia 39. 14. Petrucci 39. 15. Zarco 36. 16. Alex Márquez 27. 17. Aleix Espargaró 22. 18. Lecuona 17. 19. Crutchlow 13. 20. Smith 11. 21. Rabat 8. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha, 163 Punkte. 2. Ducati 126. 3. Suzuki 113. 4. KTM 109. 5. Honda 72. 6. Aprilia 30.

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