Jack Miller (Ducati): «Diese Regelung ist dumm»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Jack Miller fand deutliche Worte

Jack Miller fand deutliche Worte

Dass die Rundenzeiten gestrichen werden, sobald die Fahrer eine Stelle passieren, wo eine gelbe Flagge geschwenkt wird, sorgt mitunter für Verwirrung. Die Position von Jack Miller ist klar.

Vor dem Andalusien-GP in Jerez wurde die Regelauslegung in Bezug auf die gelben Flaggen verschärft: Wenn ein Fahrer in einen Sektor einfährt, in dem auch nur eine einzelne gelbe Flagge geschwenkt wird, wird diese Rundenzeit seither in den Trainings- und Qualifying-Sessions gestrichen.

Damit sind nicht alle MotoGP-Asse einverstanden – allen voran Jack Miller, der beim ersten Aragón-GP ins Q1 musste, weil in seiner besten Runde im FP3 eine gelbe Flagge draußen war, weshalb seine persönliche Bestzeit gleich im Anschluss wieder aus der Wertung genommen wurde. Zudem kritisierte der zukünftige Ducati-Werksfahrer auch schon, dass dies oft viel zu lange dauere und der Fahrer so irrtümlich der Meinung sei, sicher in den Top-10 zu sein – um dann erst zu spät festzustellen, dass dem nicht so war, weil die Rundenzeit doch nicht gültig war.

Verwirrung gab es auch im Qualifying des Teruel-GP am vergangenen Samstag: Zuerst wurden die persönlichen Bestzeiten von Crutchlow, Oliveira, Alex Márquez und Mir reihenweise wegen «Yellow flag infringement» gelöscht, wenig später tauchen sie aber doch wieder im Klassement auf.

«Das zeigt einfach, dass das System fehlerhaft ist. Das habe ich auch zur Rennleitung gesagt. Ihr System funktioniert schlicht und einfach nicht», fand Miller deutliche Worte dazu. «Ich hielt es für eine dumme Regel, als es erfunden und durchgesetzt wurde, und ich denke immer noch, dass es eine dumme Regelung ist.»

Der 25-jährige Australier begründete seine Auffassung wie folgt: «Am Ende fahren wir Motorradrennen. Es ist ein gefährlicher Sport. Natürlich, wenn du eine gelbe Flagge siehst, dann lässt du etwas nach. Aber wenn du glaubst, dass das an einer relativ vertretbaren Position der Fall ist, wo du nicht wirklich Gefahr läufst, auf jemanden zuzusteuern, dann pusht du.»

Der Vorschlag von «JackAss» lautet daher: «Es sollte ein Regeln geben, die besagt, dass du bestraft wirst, wenn du in derselben Kurve stürzt, wo zuvor schon einer gestürzt ist, und das Bike in die Richtung fliegt – wie es in der Vergangenheit schon passiert ist, zum Beispiel mit Marc in Silverstone. Denn dann hat man ganz offensichtlich zu viel gepusht.»

Meist sei aber das Gegenteil der Fall: «In vielen Runden ist der Sturz nicht wirklich an einer gefährlichen Stelle passiert, dann gehst du zwar trotzdem ein bisschen vom Gas, du nimmst nicht das Risiko wie in den anderen Kurven, aber die Runde ist immer noch schneller – aber dann wird sie gestrichen. Ich halte das für ziemlich dumm. Aber ich mache die Regeln nicht», seufzte Miller.

Was hält eigentlich sein Noch-Markenkollege Andrea Dovizioso dazu? «Wir haben auch in der Safety Commision darüber gesprochen. Der Punkt ist, dass man der Sicherheit mehr Bedeutung zumessen wollte. In diesem Fall bedeutet das, dass die Runde gestrichen wird, wenn eine gelbe Flagge draußen ist, unabhängig davon, ab du sie siehst oder nicht», erklärte der 34-jährige Routinier.

Das hat eine Vor- und einen Nachteil: «So rückt die Sicherheit mehr in der Vordergrund, weil alle Fahrer wissen, dass die Runde gestrichen wird, und sie so langsamer fahren und weniger Gefahr laufen, an dem Punkt einen Fehler zu machen, wo Streckenposten stehen oder Fahrer am Boden liegen», erläuterte «Dovi». «Aber es wirkt sich auch auf viele Runden aus. Du kannst ein Programm für deine Session ausarbeiten und zu einem bestimmten Zeitpunkt pushen – aber wenn sie dir deine Runde dann streichen, bist du ruiniert. Da gehört viel Glück dazu.»

Sein zurückhaltendes Fazit: «Es ist etwas kompliziert, mit der Sache umzugehen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die beste Regelung wäre. Es hängt davon ab, welchem Aspekt man mehr Bedeutung zumessen will. Und in diesem Jahr haben sie eben so entschieden.»

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