Öhlins-Federelemente: 14. MotoGP-Titel in Serie

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Joan Mir auf der Suzuki mit Gabel und Federbein von Öhlins

Joan Mir auf der Suzuki mit Gabel und Federbein von Öhlins

Davon redet fast keiner: Der schwedische Hersteller Öhlins hat in der MotoGP-WM 14 Titel und 220 Rennen in Serie gewonnen. Aber 2020 endete in Brünn nach zehn Jahren die GP-Siegeserie.

2012 kehrte Gresini-Honda mit Álvaro Bautista als Aushängeschild mit dem japanischen Suspension-Fabrikat Showa in die MotoGP-WM zurück. Denn Honda ist Großaktionär von Showa und der neue Honda-Präsident wollte das MotoGP-Monopol von Öhlins damals nicht widerstandlos hinnehmen.

Teambesitzer Gresini wurde 2012 die Verwendung von Showa-Produkten von HRC mit der jährlichen Zahlung von 250.000 Euro versüsst, außerdem wurden Material und Technik-Support samt Manpower kostenlos zur Verfügung gestellt. Álvaro Bautista mühte sich also drei Jahre lang mit Showa ab, mit wechselnden Erfolgen.

Seit sich das Team Gresini im Herbst 2014 für vier und dann noch einmal drei Jahre mit dem Aprilia-Werksteam verbündete, wurde wieder Öhlins-Material eingebaut.

2015 verwendete nur das AB Motoracing-Team von Karel Abraham Showa-Elemente, es blieb punktelos.

Die Showa-Manager haben 2015 beim Japan-GP in Motegi den Verantwortlichen bei den Teams von Ducati, Suzuki, Honda und Aprilia sehr lukrative Angebote unterbreitet. Aber die MotoGP-Hersteller bissen nicht an. Sie haben die Angebote freundlich abgelehnt und ihre Zusammenarbeit mit Öhlins verlängert.

2016 hatte Öhlins als Federelemente-Hersteller wieder eine monopolistische Stellung in der «premier class». Das änderte sich 2017 mit dem Einstieg von KTM und deren hauseigener Konzernmarke WP Suspension. «2017 hatten alle MotoGP-Hersteller ausser KTM Verträge mit Öhlins», sagt Mats Larsson, Racing Manager des schwedischen Unternehmens.

Aber es tauchten auch andere Konkurrenz-Unternehmen von Öhlins mit ihren Gabeln und Federbeinen auf. Kayaba (neue Bezeichnung: KYB) stieg nach der Saison 2000 bei Tech3-Yamaha aus der Königsklasse aus und testete erst beim Valencia-Test im November 2014 zwei Tage mit den Forward-Yamaha-MotoGP-Piloten Stefan Bradl und Loris Baz. Aber das Material erwies sich als unbrauchbar. Seither hat sich KYB in der MotoGP nicht mehr blicken lassen.

Dafür liebäugelte die zum KTM-Konzern gehörende Firma WP Suspension schon seit Jahren mit dem Einstieg in die MotoGP-Klasse.

2013 wurden versuchsweise mit Martin Bauer (Suter-BMW) zwei Wildcard-Rennen absolviert. 2013 testete auch Danilo Petrucci bei Iodaracing (auf Suter-BMW) einen Tag lang in Misano WP-Elemente. Dazu eilte WP ab 2014 in der Moto2-WM von Sieg zu Sieg, bis zum Moto2-Ausstieg von KTM Ende 2019.

Ab Oktober 2015 (Roll-out in Spielberg) bereitete sich WP Suspension in Munderfing/Österreich gemeinsam mit dem Red Bull KTM Factory Team auf die MotoGP-WM 2017 vor.

Die Siegesserie von Öhlins in der MotoGP-WM hielt jedoch seit dem Valencia-GP 2009 hartnäckig an, damals siegte Repsol-Honda-Pilot Dani Pedrosa zum letzten Mal auf Showa. Der weitblickende LCR-Honda-Teambesitzer Lucio Cecchinello hatte damals mit Randy de Puniet als erstes Honda-Team auf Öhlins statt Showa gesetzt. Danach entschied sich auch HRC mit dem Repsol-Team für Öhlins, um keine Nachteile gegenüber Ducati und Yamaha befürchten zu müssen.

Öhlins hat seit Casey Stoners WM-Triumph 2007 auf Ducati alle WM-Titel in der MotoGP-Klasse gewonnen und vom Saisonstart 2010 in Katar weg bis Brünn 2020 (Brad Binder auf KTM und WP) mehr als zehn Jahre lang genau 227 MotoGP-Siege hintereinander abgeräumt.

Den letzten MotoGP-WM-Titel für Showa eroberte Repsol-Honda-Werkspilot Nicky Hayden in der Saison 2006. Showa ist jetzt (im Gegensatz zu KYB bei NTS RW Racing) nicht einmal mehr in der Moto2-Klasse vertreten.

In der Saison 2020 eroberte Öhlins dank Joan Mir auf der Suzuki GSX-RR den 14. MotoGP-WM Titel hintereinander.

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