Jean-Michel Bayle: Hochachtung vor Johann Zarco

Von Johannes Orasche
MotoGP
Frankreichs Motorrad-Ikone Jean-Michel Bayle freut sich über den MotoGP-Doppelsieg für seine Heimat und lobt besonders den neuen WM-Leader Johann Zarco, mit dem er 2019 zusammengearbeitet hat.

Jean-Michel Bayle gilt in Frankreich als Allzeit-Ikone. Der großgewachsene Mann aus Manosque sicherte sich zwei Motocross-WM-Titel für Honda (1988/125 ccm, 1989/250 ccm), war dann in der US-Szene erfolgreich (SX-Titel 1991) und fuhr in der 250er- und 500er-Straßen-WM starke Ergebnisse ein, unter anderem im Yamaha-500- und Modenas-500-Werksteam von Kenny Roberts. JMB schaffte 18 Top-Ten-Ergebnisse, aber keinen Podestplatz. 1996 beendete er die Halbliter-WM als Gesamtneunter.

Der mittlerweile 52-Jährige Bayle war 2019 als Riding Coach und Trainer von Johann Zarco tätig, als dieser die Trennung von Red Bull KTM per Saisonende bekanntgab. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Zarco dockte nach dem Rauschmiss bei KTM (er wurde nach Platz 11 in Misano 2019 vorzeitig entlassen) für drei Aushilfs-Einsätze bei LCR-Honda an und unterschrieb dann für 2020 bei der Avintia-Ducati-Truppe. Für 2021 wechselte er zu Pramac und kommt jetzt plötzlich als WM-Leader der MotoGP nach Portugal.

Den zweifachen Moto2-Weltmeister Zarco lobt Bayle genau deswegen in den allerhöchsten Tönen. «Niemand konnte ihm damals raten, den Vertrag aufzulösen, ich auch nicht. Also habe ich ihm geraten, er soll seinem Herzen folgen und dem folgen, was er wirklich rief in sich hat», erinnert sich Bayle. «Ich war in der Hoffnung, dass er eine vernünftige und halbwegs konforme Entscheidung trifft.»

Doch damals sah es so aus, als sei Bayle mit Zarco keineswegs ganz einverstanden gewesen. Denn er begleitete seinen Landsmann nach dem Österreich-GP, wo die Vertragsauflösung mit KTM per Saisonende 2019 kommuniziert wurde, zu keinem Rennen mehr.

«Johann hörte auch meinen Rat und den seiner Liebsten und hat die Entscheidung getroffen, seinen Vertrag ohne jede Garantie aufzulösen. Ich war damals enttäuscht und zugleich habe ich seine Wahl aber auch verstanden», erklärte Bayle rückblickend. «Wenn ich auf andere Faktoren geschaut hätte, wäre ich damals nach zwei WM-Titeln auch niemals in die USA gegangen und hätte später, nach meinen Erfolgen in den USA, auch nie Straßenrennen bestritten.»

Bayle weiter: «Was soll ich denken? Man muss einfach einlenken und seinen Träumen folgen. Es ist schwer, einen Traum zu vergessen, der irgendwo herumschwirrt. In meiner ganzen Karriere habe ich eines gelernt: Es gibt diejenigen, die die Dinge einfach tun, und diejenigen, die zusehen, wie andere ihr Ding machen.»

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