Fabio Quartararo (2.): «Fahrer macht den Unterschied»

Von Nora Lantschner
Yamaha-Werksfahrer und MotoGP-WM-Leader Fabio Quartararo äußert sich nach dem ersten Tag auf dem Sachsenring zu Miguel Oliveira, Marc Márquez und den Ducati-Piloten.

Fabio Quartararo startete mit einem Abflug im FP1 in den «Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland». Der WM-Leader fasste sich sofort nach dem Crash an die rechte Schulter und den rechten Arm, er kam aber mit dem Schrecken davon und beendete den Freitag am Ende als Zweiter der kombinierten Zeitenliste. «Nach dem Aufprall war es für den Moment ein bisschen angsteinflößend, aber es ist alles in Ordnung», versicherte er im Anschluss in seiner Presserunde noch einmal.

Die Pace des Yamaha-Werksfahrers machte auch auf gebrauchten Reifen einen guten Eindruck. «Ich bin mit den Reifen 33 oder 34 Runden gefahren, ich weiß es nicht genau, aber es war auf jeden Fall sehr lang. Ich habe mich nicht wirklich mit anderen Fahrern verglichen, aber ich fühle mich recht gut. Mit 32 Runden auf dem Reifen bin ich noch 1:22,5 min gefahren», bestätigte Quartararo. «Ich fühle mich okay und ich habe zudem den Eindruck, dass wir uns noch ein bisschen verbessern können. Denn mein Gefühl mit dem Motorrad war heute noch nicht so gut, vor allem zur Front. Wir haben ein paar Ideen für morgen und wir sind auch nicht so weit weg, ich bin also ziemlich glücklich mit dem heutigen Tag.»

Die Tagesbestzeit fuhr Montmeló-Sieger Miguel Oliveira. Bestätigt sich damit, dass die Konkurrenz KTM und insbesondere den Portugiesen im Titelkampf im Auge behalten müssen? «Ja, Miguel hat einen großen Schritt gemacht», stimmte der dreifache Saisonsieger zu. «Ich glaube, dass KTM beim Motorrad einen großen Schritt gemacht hat, er ist super schnell. Zum Glück hat er nicht wirklich den perfekten Saisonstart hingelegt, denn er fährt jetzt super schnell und ist super stark. Wir müssen ihn also für den Rest der WM im Blick behalten.»

Im FP1 hatte auf dem Sachsenring noch Marc Márquez die Nase vorne. Quartararo hatte schon am Donnerstag angekündigt, er wolle versuchen, den elften Sachsenring-Triumph des achtfachen Weltmeisters zu verhindern. «2019 hat er mir das Leben so schwer gemacht, als es darum ging, meinen ersten Sieg zu holen. Ich werde versuchen, es genauso zu machen», bekräftigte der 22-jährige Franzose schmunzelnd. «Aber ja, er scheint super schnell zu sein, seine Pace macht auch einen guten Eindruck. Wir wissen, dass er auf dieser Strecke super schnell ist. Ich bin der Einzige, der es sagt, aber ich glaube, alle denken dasselbe: Nachdem er so eine schwierige Zeit hinter sich hat, wäre ich glücklich für ihn, wenn er ein richtig gutes Ergebnis holen würde – happy für ihn, aber weniger happy für uns. Wir müssen also versuchen, für uns ein richtig gutes Ergebnis zu holen und ihn nicht gewinnen zu lassen. Ich bin aber nicht deswegen hier. Ich bin hier, um für uns um den Sieg und das Podium zu kämpfen.»

Die Ducati-Piloten, die ersten Verfolger von «El Diablo» im Titelkampf, scheinen auf dem nur 3,671 km langen deutschen WM-Kurs Mühe zu haben. Bietet sich Quartararo also eine gute Chance, seinen Vorsprung in der WM-Tabelle am Sonntag auszubauen?

«Vor Mugello und Barcelona hieß es, Ducati wird aufholen. Wir waren aber – abgesehen vom Pech in Barcelona – zur Stelle und haben um den Sieg gekämpft», entgegnete der WM-Leader. «Ich glaube, dass Ducati hier auch um das Podest kämpfen wird. Natürlich gibt es Strecken, wo die Yamaha oder Ducati ein bisschen besser ist. Ich habe aber das Gefühl, dass in diesem Jahr mehr der Fahrer den Unterschied macht. Ich glaube nicht unbedingt, dass es vom Motorrad abhängt. Pecco schien heute wirklich große Mühe zu haben, aber wir müssen uns auf unsere Sache konzentrieren, weil mein Gefühl auf dem Motorrad heute nicht so gut war. Mein Fokus liegt also auf mir und nicht auf den anderen.»

Übrigens: Nach dem kuriosen Reißverschluss-Vorfall beim Catalunya-GP verfügt die Alpinestars-Lederkombi von Quartararo inzwischen über einen verstärkten Klettverschluss.

MotoGP, Sachsenring, kombinierte Zeiten nach FP2 (18. Juni)

1. Oliveira, KTM, 1:20,690 min
2. Quartararo, Yamaha, + 0,220 sec
3. Viñales, Yamaha, + 0,333
4. Rins, Suzuki, + 0,387
5. Pol Espargaró, Honda, + 0,418
6. Nakagami, Honda, + 0,441
7. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,453
8. Zarco, Ducati, + 0,491
9. Miller, Ducati, + 0,502
10. Morbidelli, Yamaha, + 0,538
11. Petrucci, KTM, + 0,592
12. Marc Márquez, Honda, + 0,601
13. Alex Márquez, Honda, + 0,603
14. Martin, Ducati, + 0,708
15. Binder, KTM, + 0,736
16. Mir, Suzuki, + 0,763
17. Lecuona, KTM, + 0,878
18. Marini, Ducati, + 0,905
19. Bastianini, Ducati, + 1,012
20. Savadori, Aprilia, + 1,188
21. Rossi, Yamaha, + 1,278
22. Bagnaia, Ducati, + 1,521

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