Pecco Bagnaia (Ducati/10.): Wie ein Moto3-Qualifying

Von Nora Lantschner
Pecco Bagnaia war unglücklich

Pecco Bagnaia war unglücklich

Ducati-Ass Pecco Bagnaia musste im Qualifying für den «Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland» gleich mehrere Runden abbrechen und beklagte sich anschließend über die bummelnden MotoGP-Kollegen.

Francesco «Pecco» Bagnaia war einer der Fahrer, die im Qualifying auf dem Sachsenring mit ihren Kollegen zu hadern hatten. Nach mehreren Fehlversuchen stand für den Italiener nur Startplatz 10 zu Buche.

«Im zweiten Run des Qualifyings war ich weit hinter der Gruppe, weil ich meine Runde gerne allein gefahren wäre», schilderte der 24-Jährige. «Als ich anfing zu pushen, kam ich aber schon in eine Gruppe von fünf Fahrern – und die waren so langsam. In der ersten fliegenden Runde hatte ich mich im ersten Sektor bereits verbessert, aber im zweiten bin ich auf Nakagami gestoßen, der langsam unterwegs war. Ich habe die Runde also abgebrochen und in der nächsten gepusht. Als ich in die siebte Kurve kam, waren da aber Martin, Márquez, Espargaró und noch einer, die sich zwar außerhalb, aber doch sehr nahe an der Linie aufhielten. In Kurve 8 war dann Miguel vor mir, der sehr langsam unterwegs war. Ich war im zweiten Sektor absolute Bestzeit gefahren, musste die Runde aber ebenfalls aufgeben. In der Runde danach ist dann auch noch Nakagami vor mir gestürzt – es war für mich heute unmöglich, eine Runde zu fahren – aber nur, weil die anderen Fahrer vor mir so langsam auf der Linie unterwegs waren.»

«Das sehe ich sehr ungern. Unser Qualifying sah dem Moto3-Qualifying sehr ähnlich. Wir reden immer über die Sicherheit und das, was wir in der Moto3 jeden Tag sehen. Heute haben einige MotoGP-Fahrer dasselbe gemacht. Wenn ich solche Situationen sehe, bin ich wirklich nicht glücklich», betonte der Moto2-Weltmeister von 2018.

In der Moto3-Klasse hagelt es aber regelmäßig Strafen. Warum ist das in der Königsklasse offenbar nicht der Fall? «Normalerweise fordere ich keinen Penalty für andere Fahrer und ich bin auch nicht der Mann, der darüber entscheidet», schickte der VR46-Schüler voraus. «Ich glaube aber, dass die Situation heute klar erkennbar war. Man kann auf vielen TV-Bildern sehen, wie Fahrer sehr langsam fahren. Auch wenn man sich die Zeitenlisten anschaut, wird ersichtlich, dass viele Fahrer beim zweiten Versuch so langsam waren.»

Im Hinblick auf das 30-Runden-Rennen gibt sich Pecco aber zuversichtlich. Schließlich war die Strategie seiner Crew schon von Freitag an auf die Renndistanz ausgelegt. «Es ist hier auf dieser Strecke sehr wichtig, auf gebrauchten Reifen über eine gute Pace zu verfügen. Also haben wir beschlossen, nur gebrauchte Reifen zu verwenden», erklärte der Italiener seinen letzten Platz am Freitag. «Ich hatte am Samstagvormittag die drittbeste Pace, weil wir daran sehr viel gearbeitet haben. Sobald ich dieselben Reifen wie die anderen verwendet habe, war ich sehr schnell. Am Nachmittag haben wir uns im FP4 noch einmal auf die Pace konzentriert, auf einem Reifen, der am Ende 33 Runden drauf hatte. Mit dem Reifen bin ich in der letzten Runde noch 1:22,7 min gefahren. Daher bin ich der Meinung, dass wir im Hinblick auf die Renndistanz bereit sind.»

Einziges Fragezeichen bleibt der Vorderreifen: «Wir sind noch etwas unentschlossen, ob wir die mittlere oder die harte Mischung wählen werden. Mal sehen.»

Voraussetzung für ein gutes Ergebnis ist aus der vierten Reihe ein starker Start. «Ich würde gerne meinen besten Start aller Zeiten zeigen, damit ich beim Start viele Fahrer überholen kann. Ich glaube aber, dass ich morgen für die Überholmanöver die Fantasie einsetzen muss», schmunzelte der Ducati-Werksfahrer. «Es wird sehr wichtig nicht gleich zu Beginn zu viel auf die Spitze zu verlieren. Vorne werden sie sicher versuchen eine Lücke aufzufahren, aber falls es Johann gelingen sollte, sich gleich an die Spitze zu setzen, dann kann er sie vielleicht auch ein bisschen aufhalten, weil seine Pace nicht die beste ist.»

MotoGP, Sachsenring, Q2 (19. Juni):

1. Zarco, Ducati, 1:20,236 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:20,247 min, + 0,011 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:20,447, + 0,211
4. Miller, Ducati, 1:20,508, + 0,272
5. Marc Márquez, Honda, 1:20,567, + 0,331
6. Oliveira, KTM, 1:20,589, + 0,353
7. Martin, Ducati, 1:20,617, + 0,381
8. Pol Espargaró, Honda, 1:20,659, + 0,423
9. Nakagami, Honda, 1:20,810, + 0,574
10. Bagnaia, Ducati, 1:20,811, + 0,575
11. Rins, Suzuki, 1:20,949, + 0,713
12. Alex Márquez, Honda, 1:21,135, + 0,899

Die weitere Startaufstellung:
13. Binder, KTM, 1:20,736
14. Marini, Ducati, 1:20,864
15. Bastianini, Ducati, 1:20,953
16. Rossi, Yamaha, 1:20,972
17. Mir, Suzuki, 1:21,014
18. Morbidelli, Yamaha, 1:21,091
19. Petrucci, KTM, 1:21,137
20. Lecuona, KTM, 1:21,154
21. Viñales, Yamaha, 1:21,165
22. Savadori, Aprilia, 1:21,411

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