Trotz Entwicklungsstopp: Über zehn Sekunden schneller

Von Maximilian Wendl
Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich die Dorna und die Hersteller darauf geeinigt, die Motorenentwicklung weitgehend einzufrieren. Im aerodynamischen Bereich wurde aber etwas gefunden, was die Rennen schneller macht.

Über zehn Sekunden haben sich die MotoGP-Fahrer in einem Jahr auf den Strecken in Montmeló und Jerez über die Renndistanz gesteigert, obwohl die Entwicklung der Motoren weitgehend eingefroren ist. Ob darunter die Sicherheit litt, wird hartnäckig im Fahrerlager diskutiert. Auslöser gab es: der tödliche Unfall von Jason Dupasquier in der Moto3-Klasse und die Geschwindigkeitsrekorde von Brad Binder und Johann Zarco, die mit 362,4 Kilometern pro Stunde die Messstelle passiert hatten. Deshalb sind erstmals seit einigen Jahren wieder Diskussionen über mögliche technologische Abrüstungen in der MotoGP-Klasse aufgetaucht.

Erste Gespräche zwischen den Herstellern haben stattgefunden. Unter anderem ging es um die Reduktion des Treibstoffvolumens von 22 auf 21 oder 20 Liter. Honda-Ersatzfahrer Stefan Bradl hatte erst kürzlich bei SPEEDWEEK.com gesagt, dass man zeitnah Rennstrecken umbauen müsse, um mit der Entwicklung der Motorräder Schritt halten zu können. Dabei wurde aufgrund der Corona-Lage die Motorenentwicklung schon eingefroren.

Ein Blick auf die Ergebnislisten von 2021 und 2020 zeigt aber, dass die Fahrer sich dennoch gewaltig gesteigert haben. Gewann Fabio Quartararo 2020 in Jerez noch in 41:22,666 Minuten, so benötigte Jack Miller ein Jahr später mit der Ducati 17 Sekunden weniger. Beide Male standen 24 Runden auf dem Programm. Auch die Pole-Zeit von Quartararo wurde vom Franzosen selbst um fast 0,3 sec verbessert.

In Montmeló ist der Unterschied nicht ganz so groß, aber trotzdem klar erkennbar. KTM-Pilot Miguel Oliveira war am Rennsonntag als Rennsieger zwölf Sekunden schneller als Quartararo in der Vorsaison. Allerdings gilt es dabei auch zu beachten, dass das Rennen unter anderen Witterungsbedingungen stattfand. 2021 war es in der Luft sieben Grad wärmer und auf dem Asphalt sogar 21 Grad heißer. Auch das spielt in die Analyse natürlich eine Rolle. In den kleineren Klassen liegen die Zeiten näher beisammen.

Um die technische Abrüstung voranzutreiben sprechen FIM, IRTA, MSMA und Dorna miteinander. Hilfreich könnte es sein, dass sie sich zeitnah wieder vermehrt auf die Nachhaltigkeit im GP-Sport konzentrieren möchten.

Marc Márquez befürwortet eine Begrenzung der Top-Geschwindigkeit: «Die Motorräder und die Motoren sind beinahe identisch, aber im Aerodynamik-Bereich wurde etwas gefunden. Mit den Holeshot-Systemen wurden weitere Fortschritte gemacht. Wir müssen eine Grenze finden, um die Performance zu begrenzen. Wenn wir aber so weitermachen, dann sind irgendwann die Auslaufzonen nicht mehr ausreichend.»

Paolo Ciabatti von Ducati widerspricht: «Ja, wir haben Rekorde von Zarco in Doha erlebt. Aber er hatte Rückenwind und dann am Ende der Geraden den Bremspunkt verpasst, er wurde rausgetragen. Brad Binder hat diesen Speed mit der KTM in Mugello egalisiert. Aber ich denke, die Gefahr im Motorradsport kommt durch die Dynamik mancher Unfälle zustande, der Speed ist nicht wirklich der entscheidende Faktor. Zu den folgenschweren Unfällen kommt es, wenn ein Fahrer stürzt und die nachfolgenden Piloten nicht ausweichen können. Jeder Mensch weiß, dass der Zusammenstoß mit einem menschlichen Körper bereits bei 50 oder 60 km/h tödliche Folgen haben kann.»

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