Dani Pedrosa (KTM): «Ein etwas merkwürdiges Gefühl»

Von Nora Lantschner
Zurück im Rampenlicht: Dani Pedrosa

Zurück im Rampenlicht: Dani Pedrosa

Erstmals nach 955 Tagen wird Dani Pedrosa (35) am Sonntag beim Steiermark-GP wieder in einer MotoGP-Startaufstellung stehen. Wie der KTM-Edeltester seinen Wildcard-Einsatz angeht.

«Es ist eine Freude, hier zu sein. Ich möchte KTM für diese Gelegenheit danken», begann Dani Pedrosa am Donnerstag in Spielberg die Pressekonferenz, die eigens für ihn einberufen wurde. Schließlich ist der Red Bull-KTM-Testfahrer mit MotoGP-Legenden-Status erstmals seit dem Saisonfinale 2018 wieder als Rennfahrer im Fahrerlager der Motorrad-WM.

«Es ist ein bisschen eine Rückkehr zum alten Trainings-Stil, auch wenn ich mich körperlich natürlich nicht so vorbereitet habe, wie ich es für eine volle Saison getan hätte. Es ist aber eine kleine Herausforderung und eine zusätzliche Motivation innerhalb meiner aktuellen Rolle mit KTM», verriet der 35-jährige Spanier zu seiner Herangehensweise. «Das Gefühl ist ein bisschen merkwürdig heute, weil ich wieder ein paar Medienverpflichtungen absolviere und sehe, was sich wegen der Covid-19-Situation alles verändert hat. Man sieht, dass Dinge anders sind, aber gleichzeitig ist einiges auch gleich geblieben: Wenn du mit deinem Team den Plan fürs Wochenende vorbereitest zum Beispiel. Ich war auch beim Meeting mit den Fahrern, um die neuen Regeln ein bisschen kennenzulernen – einfach insgesamt als kleines Update.»

Besondere Erwartungen habe der 54-fache GP-Sieger keine an das Wildcard-Wochenende beim KTM-Heimspiel auf dem Red Bull Ring: «Wir sind hauptsächlich hier, um etwas über das heutige Racing in der MotoGP zu lernen. Die MotoGP verändert sich ein bisschen. Bisher haben wir recht gute Fortschritte erzielt, aber es scheint so zu sein, dass die Fahrer unter Rennbedingungen mit gewissen Situationen konfrontiert sind, die für uns abseits des Rennens schwierig nachzuahmen sind. Sie beklagen sich zum Beispiel darüber, dass das Überholen im Rennen schwierig ist, was bedeutet, dass man im Qualifying sehr gut dabei sein muss. Wir versuchen das zu verstehen, damit ich – wenn ich dann wieder alleine teste – ihre Probleme angehen und versuchen kann, ein bisschen so zu denken, wie sie es an einem Rennwochenende machen würden.»

«Natürlich haben wir auch kleine Teile am Bike zum Testen», ergänzte Pedrosa noch. «Es ist aber schwierig, etwas zu den Erwartungen zu sagen.»

Mit den bisherigen Fortschritten der RC16 ist er aber auf jeden Fall zufrieden. «Ich konnte von Anfang an sehen, dass ein großer Wille da war, das Motorrad zu verbessern und den Rückstand, den sie zu der Zeit hatten, wettzumachen. Wir haben zusammen sehr hart gearbeitet und ich glaube, wir haben gute Fortschritte erzielt, seit ich mit der Arbeit begonnen habe. Ich bin glücklich und es war wie eine Belohnung, als die Fahrer anfingen, weiter vorne zu kämpfen und sich mit dem Bike besser zu fühlen. Es war recht interessant zu sehen, wie engagiert sie in diesen Jahren waren, und es ist gut zu sehen, dass sie noch immer mehr wollen», schwärmte Pedrosa von seinem österreichischen Arbeitgeber.

Als Testfahrer hat der dreifache Weltmeister eine erfüllende Aufgabe gefunden: «Ich genieße die Testfahrer-Rolle, weil ich immer noch ein sehr gutes Motorrad fahren darf und damit das Feeling erlebe, das dir ein MotoGP-Bike gibt. Gleichzeitig bin ich aber diesem Druck nicht ausgesetzt, was gut ist. Ich habe eine andere Art von Druck, aber es ist immer gut, ein oder zwei Mal im Monat auf der Strecke zu sein und das Motorrad zu fahren – weil es das ist, was ich am meisten liebe. Gleichzeitig muss man fokussiert sein. Es hat sich ein bisschen verändert im Gegensatz zu der Zeit, als ich Rennen gefahren bin. Man hat auch viele andere Meetings. Es ist aber eine gute Sache.»

Wenige Stunde vor Pedrosas Pressekonferenz hatte Valentino Rossi seinen Rücktritt mit Jahresende bekanntgegeben. «Es ist traurig, denn das ist etwas, von dem man nie will, dass es passiert – vor allem, wenn man so lange auf einem hohen Level ist», weiß der Spanier. «Es ist ein trauriger Tag, aber es ist etwas, was man nicht aufhalten kann, früher oder später kommt der Tag bei jedem.»

«Bei ihm ist es besonders, weil wir so viele gute Erinnerungen mit ihm teilen. Ich persönlich kann nur riesigen Respekt vor ihm haben. Er war vor mir da, ich habe versucht aufzuholen, wir haben viele Jahre lang gekämpft, in unserer Bestform, würde ich sagen. Dann habe ich meinen Rücktritt erklärt, ihn aber immer noch weitermachen sehen. Daher ist es einfach riesiger Respekt und ich wünsche ihm das Beste für die Zeit nach seinem Rücktritt», wandte sich Pedrosa an den neunfachen Weltmeister.

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