Stefan Bradl: «Marc Márquez testet bereits für 2022»

Von Günther Wiesinger
Jerez-GP 2021: Stefan Bradl (6) im Rennen neben Espargaró und Márquez

Jerez-GP 2021: Stefan Bradl (6) im Rennen neben Espargaró und Márquez

Stefan Bradl wird beim Misano-GP mit einer Wildcard starten, aber auch neues Material testen müssen. Er freut sich über die verbesserte Konkurrenzfähigkeit der RC213V.

Stefan Bradl wird am kommenden Wochenende mit dem HRC Test Team auf dem Misano World Circuit als Widvcard-Fahrer seinen vierten WM-Lauf in diesem Jahr bestreiten. Er ersetzte in Doha/Katar am 28. März und 4. Aprilia den verletzten Marc Márquez im Repsol-Team und fuhr beim Jerez-GP am 4. Mai als Gastfahrer mit einer Wildcard auf Platz 12.

Damit ist der 31-jährige Bayer, der in Misano im Juni, Juli und August für HRC getestet hat, sicher neben Red Bull-KTM-Star Dani Pedrosa (Platz 10 in Spielberg) der schnellste MotoGP-Testfahrer.

Zum Vergleich: Yamaha-Testfahrer Cal Crutchlow kam in Spielberg, Silverstone und Aragón über drei 17. Plätze und einem 16. Rang nicht hinaus. Dabei bestritt er die letzten zwei Rennen statt Maverick Viñales im Monster Yamaha Factory Team neben WM-Leader Fabio Quartararo.

Stefan Bradl hat inzwischen in der MotoGP-Klasse 53 Top-Ten-Plätze sichergestellt, die letzten beiden 2020 in Le Mans (Rang 8) und in Portimão (Rang 7).

Mit Genugtuung hat Testfahrer Bradl die verbesserte Schlagkraft der Honda RC213V zur Kenntnis genommen. Denn Marc Márquez brauste beim zweiten Spielberg-GP als Führender zum Boxenstopp, in England stand Pol Espargaró auf der Pole-Position, in Aragón kämpfte Marc Márquez bis zum Finish gegen Pecco Bagnaia um den Sieg.

Bis August hatte Márquez wenige Lichtblicke (Ausnahme: Sieg auf dem Sachsenring) vollführt, und in Aragón hat er immerhin seinen bereits 18. Sturz in diesem Jahr vermerkt.

«Aber solange es beim Österreich-GP trocken war, hat mir das Rennen von Marc auf dem Red Bull Ring gefallen, weil er in der Spitzengruppe ganz vorne dabei war», stellte Stefan Bradl im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Diese Performance war für ihn wichtiger als nach dem Reifenstopp die paar Runden im Regen, wo er es natürlich wieder übertrieben hat und im Turn 1 gestürzt ist. Aber das kennt man von ihm, das entspricht seiner DNA.»

Marc Márquez bekam für Spielberg-1 und für Spielberg-2 jeweils eine neue Chassis-Version aus Japan. «Manchmal geht das neue Material direkt in die Box von Marc, es bleibt gar keine Zeit für mich, es auszuprobieren», erzählt Bradl, der vor zehn Jahren als Moto2-WM-Leader (vor Márquez) nach Misano kam. Inzwischen setzt Marc die nächste Chassis-Variante ein.

«Das Team von Marc hat in den letzten Monaten viel rumprobiert», schilderte Stefan Bradl. «Er hat ja selber schon vor einiger Zeit schon gesagt, dass er diese Saison mittlerweile nur noch als Vorbereitung für 2022 hernimmt. Er testet und sortiert Teile für das nächste Jahr aus. Es geht darum, technische eine passende Richtung zu finden. Marc kriegt das neue Material von HRC als Erster. Er bekommt, was er verlangt und probiert es dann am Rennwochenende aus.»

Die Schwächen der Honda aus dem ersten Halbjahr sind bekannt: Es fehlte an Traktion am Hinterrad, deshalb ließen sich die weichen Reifen in den freien Trainings um und Quali nicht für Topzeiten ausnutzen. Die Startplätze ließen zu wünschen übrig.

Manchmal verlor Marc Márquez bei seinen Bemühungen seine gute Laune – zum Beispiel nach dem 20. Startplatz bei der Dutch-TT.

Denn Honda steckte mehrfach in Problemen. Márquez schimpfte in Assen sogar über die Elektronik, die dort bei seinem wilden Highsider-Crash am Freitag ein Eigenleben führte.

Dazu stellte Stefan Bradl damals fest, man könne bei der Honda RC213V das Potenzial der weichen die neuen Hinterreifen nur zu 80 Prozent nutzen, das koste über eine einzelne schnelle Runde zwei bis die Zehntel und erkläre die schlechten Startplätze. Dazu fehlte hinten generell die nötige Traktion, deshalb ließen in der ersten Saisonhälfte auch der Rennspeed und die Konstanz zu wünschen übrig.

«In den letzten Wochen wurde von Honda nonstopp neues Material zu den Rennen gebracht. Manches davon kann ich noch nicht beurteilen, weil ich selber noch nicht damit gefahren bin», berichtet Stefan Bradl.

Der siebenfache GP-Sieger wird auch für den IRTA-Test vom Dienstag und Mittwoch in Misano bleiben. «Dort wird der 2022-Honda-Prototyp zu sehen sein.»

Bradl weiß noch nicht, ob er am Misano-Test an beiden Tagen teilnehmen wird. «Das hängt davon ab, ob es noch neues Material zu testen gibt. Bisher bin ich nur für Dienstag vorgesehen. Aber das kann sich noch ändern.»


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