Casey Stoner: Qualifying mehr Nervenkitzel als Siege

Von Nora Lantschner
Casey Stoner beim Valencia-GP

Casey Stoner beim Valencia-GP

Der zweifache MotoGP-Weltmeister Casey Stoner erklärt, warum er das Rennfahrern seit seinem Rücktritt vor bald zehn Jahren kaum vermisst und was er als Zuschauer sehen will.

Casey Stoner beendete seine WM-Karriere 2012 nach zwei MotoGP-Titelgewinnen, 45 GP-Siegen (38 allein in der Königsklasse), total 89 Podestplätzen und 43 Pole-Positions. Bei den letzten zwei Grand Prix dieses Jahres war der 36-jährige Australier nach mehr als drei Jahren erstmals wieder im Fahrerlager zu Gast. Er beobachtete aufmerksam, gab reihenweise Interviews und wertvolle Tipps in der Ducati-Box.

Da kam natürlich die Frage auf: Gab es in den vergangenen neun Jahren Momente, in denen er gerne selbst noch auf der Strecke mitgemischt hätte? «Solche Momente habe ich wahrscheinlich nur im Qualifying», schränkte Stoner ein. «Ich genoss den Renntag nie so wirklich. Manchmal war es schön und leicht, aber wenn du am Limit bist, ist es so einfach, Fehler zu machen. Es war leider immer Teil meiner Persönlichkeit, dass ich nie Fehler machen wollte. Ich wollte nicht nur auf die Strecke gehen, mich wohl fühlen und fahren. Ich wollte es nicht vermasseln, weil ich eine ganze Mannschaft hinter mir hatte, die etwas von mir erwartete.»

«Mit den Jahren lernte ich, besser damit umzugehen und mir nicht zu viele Sorgen zu machen. Ich hatte aber nie wirklich den Wunsch oder den Willen, wieder Rennen zu fahren. Aber ich genoss die Qualifyings- und die Trainings-Sessions an den Wochenenden – nicht das Testen», hielt der zweifache MotoGP-Weltmeister fest.

Dazu erklärte der Australier: «Das Qualifying und das Training machten aber immer Spaß, wenn sich alles zusammenfügte und du einfach so hart und so schnell wie nur irgendwie möglich diese ein oder zwei Runden zu fahren hattest. Wenn du alles richtig erwischst, dann war das für mich viel mehr Nervenkitzel als ein Rennen zu gewinnen. Denn in den Rennen pusht man nie so hart, wie man könnte. Man muss die Reifen managen, den Spritverbrauch, die Situation… Und du siehst wie ein Dummkopf aus, wenn du es so hart wie möglich versuchst und dann stürzt... Man musste sich in gewisser Hinsicht immer ein bisschen zurückhalten. Im Qualifying dagegen muss man sich davon befreien und das machte immer viel Spaß.»

Gefällt Stoner dann also ein über eine Runde besonders explosiver Fahrer wie etwa Jorge Martin besonders gut? Seine Antwort fiel durchaus überraschend aus: «Ich respektiere jemanden, der alles aus einer Runde herausholen kann. Aber einer meiner härtesten Gegner, vor dem ich immer riesigen Respekt hatte, war Jorge, der Runde für Runde für Runde durchziehen konnte. Wie sehr ich es auch selbst genoss, wenn ich über eine Runde alles herausholen und auf dem Motorrad richtig pushen musste, genauso genieße ich es, als Zuschauer Dominanz zu sehen. Die Leute mögen es normalerweise nicht, sie wollen Racing und alle diese Dinge sehen. Ich schätze es aber, wenn einer auf die Strecke geht und dominiert. Das ist aus meiner Sicht klar besser als ein Fahrer, der eine Runde raushauen kann und dann im Rennen ein bisschen inkonstant ist. Ich will einen sehen, der Woche für Woche und Session für Session immer dabei sein und abliefern kann.»

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