Vorreiterrolle: Nachhaltiger MotoGP-Treibstoff

Von Mario Furli
Grüner ab 2024: Die Bikes der MotoGP-Stars sollen künftig nachhaltigere Treibstoffe verbrennen

Grüner ab 2024: Die Bikes der MotoGP-Stars sollen künftig nachhaltigere Treibstoffe verbrennen

Der Fahrplan für eine grünere MotoGP-WM steht: In zwei Schritten wollen die Serienverantwortlichen den Wechsel zu nicht-fossilen Treibstoffen vornehmen. Damit will man die Weichen für eine nachhaltigere Zukunft stellen.

Schon im Mai dieses Jahres kündigten der Motorradweltverband FIM, die Teamvereinigung IRTA, das Herstellerbündnis MSMA und die Vermarktungsgesellschaft Dorna Sports an, die Motorrad-WM künftig umweltfreundlicher gestalten zu wollen– mit dem Hauptfokus auf nachhaltigen Treibstoffen.

Die MotoGP-WM solle grüner werden, ohne dabei das hohe Level des Sports und der Unterhaltung zu gefährden. Eine nachhaltige Zukunft für das MotoGP-Fahrerlager und das globale Umfeld, so lautete das gemeinsame Ziel.

Ende November folgte auf diese Absichtserklärung ein konkreter Zeitplan:

  • Ab 2024 wird der Treibstoff in allen Klassen der FIM Grand Prix World Championship zu mindestens 40 Prozent nicht-fossilen Ursprungs sein.
  • Ab 2027 soll der Kraftstoff sogar zu 100 % aus nicht-fossilen Rohstoffen bestehen.

Damit will die MotoGP als Zweirad-Königsklasse im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen und im Kampf gegen den Klimawandel ein Vorreiter für die Industrie sein, immerhin werden jährlich mehr als 60 Millionen Motorräder verkauft. Mehr als zwei Milliarden Motorräder zirkulieren auf den Straßen in der ganzen Welt.

In der MotoGP-Klasse kann jeder Hersteller weiterhin mit seinem Sprit-Lieferanten zusammenarbeiten und einen eigenen Treibstoff entwickeln. Dadurch soll die Entwicklung in diese Richtung bei verschiedenen Kraftstoffherstellern angeschoben werden, damit die in der Motorrad-WM erprobten Lösungen künftig die Zapfsäulen der Konsumenten auf der ganzen Welt erreichen.

Diese Kraftstoffe der Zukunft sind auf normale Verbrennungsmotor ausgerichtet und werden entweder im Labor entwickelt oder aus Abfällen bzw. Non-Food-Biomasse gewonnen, was mit einer erheblichen Einsparung bei den Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Benzin einhergeht. Zudem werden Kraftstofflieferanten schrittweise die Verwendung von erneuerbaren Energien bei der Herstellung einführen.

Für die Klassen Moto3 und Moto3 wird es dagegen weiterhin nur einen Kraftstofflieferanten geben, ab 2014 werden dort aber ebenfalls zum Teil nachhaltiger Kraftstoff eingeführt. 2027 soll – wie in der MotoGP – fossiler Treibstoff endgültig der Vergangenheit angehören.

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta betonte: «Wir sind sehr stolz darauf, diesen Vorstoß ankündigen zu können und möchten der FIM, MSMA, IRTA, unseren Herstellern und Kraftstofflieferanten für ihre vollen Unterstützung bei diesem bahnbrechenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Welt danken. Damit wird die MotoGP eine treibende Kraft für globale Veränderungen und mehr Nachhaltigkeit sein.»

Denn Motorräder seien ein wichtiger Faktor für Milliarden von Menschen und nachhaltige Kraftstoffe somit ein Schlüssel zu einer umweltfreundlichen Welt.

FIM-Präsident Jorge Viegas ergänzte: «Ich bin wirklich stolz auf diese Ankündigung, denn nach vielen Monaten und sogar Jahren der Verhandlungen mit den Mineralölgesellschaften und Herstellern haben wir eine Einigung erzielt. Dies wird es der MotoGP ermöglichen, bei dieser echten Revolution für mehr Nachhaltigkeit die Führungsrolle einzunehmen.»

«Wir wollen den Motorradherstellern zeigen, dass es möglich ist, Spaß zu haben, aber eben mit nachhaltigem Sprit. Wir hoffen, dass wir bis 2027 völlig kohlenstofffreie Kraftstoffe haben werden, um den Weg zu weisen und zu zeigen, dass wir – selbst wenn der Rennsport nur einen kleinen Teil der Emissionen ausmacht – in diesem Wandel Leader sein müssen», bekräftigte Viegas.

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