Gigi Dall'Igna (Ducati): «Voller Support für Gresini»

Von Günther Wiesinger
Bei der Präsentation des neuen Gresini-MotoGP-Ducati-Teams sprach Gigi Dall'Igna über die Erwartungen an Enea Bastianini und Fabio Di Giannantonio.

Auch nach dem Tod von Ex-Weltmeister und Teambesitzer Fausto Gresini, der am 23. Februar 2021 im Alter von nur 60 Jahren an seiner Covid-19-Erkrankung verstarb, wollte seine Witwe Nadia Padovani unbedingt sein Vermächtnis fortführen und auch 2022 mit einem MotoGP-Team antreten. Es wurde nach der Trennung von Aprilia Racing ein Zwei-Jahres-Vertrag mit Ducati Corse abgeschlossen; als Fahrer wurden Enea Bastianini und Fabio Di Giannantonio engagiert.

Nadia Padovani tritt jetzt als erste Teamprinzipalin in der MotoGP-WM auf, sie wird unterstützt von ihren beiden Söhnen Lorenzo und Luca, dem langjährigen Kaufmännischen Direktor Carlo Merlini sowie Technikchef Michele Masini.

Was erwartet sie von der Saison? «Bastianini soll an der Spitze mitmischen. Und Rookies Fabio Di Giannantonio soll um den Titel des Rookie of the Year fighten.»

Obwohl Ducati in der kommenden Saison acht Fahrer unterstützt, verspricht Ducati-Rennchef Gigi Dall’igna dem Team Gresini einen erstklassigen Technik-Support, denn besonders von Bastianini ist nach dessen starken Rookie-Saison viel zu erwarten.

«Gresini Racing ist jetzt neu Teil der Ducati-Familie» erklärte Dall’Igna heute bei der Teamvorstellung von Gresini. «Dieses Team wird in der MotoGP ein wichtiger Bestandteil für uns sein.»

Das Team hat am 18./19. November in Jerez beim ersten Wintertest bereits seine Feuertaufe mit Ducati und den neuen Piloten bestanden. «Der erste Test ist für einen Rookie wie Diggia immer schwierig», weiß Gigi. «Aber er hat einen guten Eindruck gemacht, er ist gut gefahren und hatte ein breites Lächeln im Gesicht, als er erstmals die MotoGP-Maschine fahren durfte. Enea hingegen durfte erstmals die GP21 ausprobieren. Das ist eine Evolution des Motorrads, das er 2021 eingesetzt hat. Er war sehr happy mit dem ersten Eindruck und dem ersten Gefühl. Seine Rundenzeiten konnten sich sehen lassen. Der erste Schritt Richtung Saison 2022 war wirklich gut.»

Was erwartet Ducati von den beiden Gresini-Piloten in der Saison 2022? «Enea Bastianini hat in seiner Rookie-Saison sehr gute Leistungen vollbracht», versichert Dall’Igna. «Er hat zwei dritte Plätze erreicht. Jetzt geht es darum, dass er sich weiter steigert und sein Talent weiter beweist. Ich denke, er könnte zu den echten Protagonisten in der Saison 2022 gehören.»

Bei Fabio «Diggia» Di Giannantonio sind die Erwartungen von Ducati nicht viel geringer. «Ich hoffe, dass er sich so gut aus der Affäre ziehen kann wie Enea im Vorjahr», sagt der Ducati-Rennchchef.

Ducati hat für die kommenden Saison nicht weniger als fünf Desmosedici GP22 verteilt. Zwei an Ducati Lenovo für Miller und Bagnaia, zwei an Pramac für Zarco und Martin, eine an das Mooney VR46-Rossi-Team für Marini. Dazu kommen drei GP21 für Bezzecchi, Bastianini und Di Giannantonio. «Wir werden dem Team Gresini in der kommenden Saison bestmöglich helfen, nicht nur vom technischen Standpunkt aus, sondern auch vom menschlichen Gesichtspunkt aus, der sehr wichtig ist. Wir werden genug Manpower für Gresini anbieten. Wir haben acht MotoGP-Fahrer, darunter viele junge Talente. Das ist Teil unsere Strategie für die Königsklasse.»

Übrigens: Nachdem Hauptsponsor FlexBox seine Zusage im August wieder zurückgezogen hat, tritt das italienische Privatteam jetzt unter der Bezeichnung «Team Gresini Racing MotoGP» auf.

Es wird ein Jahresbudget von ca. 10 Millionen Euro nötig sein, aber die Dorna steuert ungefähr die Hälfte dieses Betrags bei – wie bei allen Kundenteams mit zwei Fahrern. Die Leasingkosten sind pro Fahrer mit 2,2 Millionen Euro gedeckelt. Bei Gebraucht-Motorrädern wie bei Gresini dürfte das Leasing zwischen 1,5 bis 1,8 Millionen pro Fahrer betragen. 

MotoGP-Test Jerez, 19. November:

1. Bagnaia, Ducati, 1:36,872 min
2. Quartararo, Yamaha, + 0,452 sec
3. Rins, Suzuki, + 0,551
4. Pol Espargaró, Honda, + 0,624
5. Viñales, Aprilia, + 0,750
6. Mir, Suzuki, + 0,762
7. Nakagami, Honda, + 0,800
8. Bastianini, Ducati, + 0,826
9. Miller, Ducati, + 0,845
10. Alex Márquez, Honda, + 0,888
11. Brad Binder, KTM, + 1,070
12. Marini, Ducati, + 1,153
13. Dovizioso, Yamaha, + 1,157
14. Oliveira, KTM, + 1,213
15. Morbidelli, Yamaha, + 1,228
16. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,277
17. Zarco, Ducati, + 1,288
18. Martin, Ducati, + 1,563
19. Di Giannantonio*, Ducati, + 1,656
20. Raúl Fernández*, KTM, + 1,819
21. Savadori, Aprilia, + 1,852
22. Gardner*, KTM, + 1,856
23. Guintoli, Suzuki, + 2,168
24. Pedrosa, KTM, + 2,313
25. Bezzecchi*, Ducati, + 2,440
26. Darryn Binder*, Yamaha, + 3,069

* = MotoGP-Rookie

MotoGP-Test Jerez, kombinierte Zeiten (18. und 19. November):

1. Bagnaia, Ducati, 1:36,872 min
2. Nakagami, Honda, + 0,441 sec
3. Quartararo, Yamaha, + 0,452
4. Zarco, Ducati, + 0,484
5. Bastianini, Ducati, + 0,530
6. Rins, Suzuki, + 0,551
7. Pol Espargaró, Honda, + 0,624
8. Viñales, Aprilia, + 0,750
9. Mir, Suzuki, + 0,762
10. Miller, Ducati, + 0,845
11. Alex Márquez, Honda, + 0,888
12. Morbidelli, Yamaha, + 1,012
13. Brad Binder, KTM, + 1,070
14. Marini, Ducati, + 1,153
15. Dovizioso, Yamaha, + 1,157
16. Oliveira, KTM, + 1,213
17. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,277
18. Martin, Ducati, + 1,280
19. Di Giannantonio*, Ducati, + 1,656
20. Raúl Fernández*, KTM, + 1,819
21. Savadori, Aprilia, + 1,852
22. Gardner*, KTM, + 1,856
23. Guintoli, Suzuki, + 2,168
24. Pedrosa, KTM, + 2,313
25. Kallio, KTM, + 2,404
26. Bezzecchi*, Ducati, + 2,440
27. Darryn Binder*, Yamaha, + 3,069
28. Tsuda, Suzuki, + 4,064

* = MotoGP-Rookie


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