Brad Binder (KTM): Hauptproblem von 2021 nicht gelöst

Von Ivo Schützbach
Brad Binder

Brad Binder

Die vier KTM-Piloten in der MotoGP-WM sind sich einig: Die neue RC16 kann mehr, als man nach den enttäuschenden Testergebnissen in Sepang vermuten könnte. «Wir stehen erst am Anfang», versichert Brad Binder.

Miguel Oliveira auf Platz 15, Brad Binder 18., Rookie Raul Fernandez 19. und der an der Hand lädierte Remy Gardner auf Position 23: KTM spielte während des zweitägigen MotoGP-Tests in Sepang am Samstag und Sonntag unter den sechs Herstellern die letzte Geige.

Für die 2022er-RC16 wurde viel an der Software getüftelt, so soll der Grip von neuen Hinterreifen besser in schnellere Rundenzeiten umgemünzt werden. Auch das Aerodynamik-Paket ist neu.

«Wenn ich am Gas drehe möchte ich, dass es vorwärts geht», schilderte Brad Binder aus dem Team Red Bull KTM. «Momentan ist es aber so, dass in diesem Moment das Hinterrad nur durchdreht. Und wenn das Hinterrad erst einmal Schlupf hat, dann ist es schwierig, den Grip wieder zu finden. Damit strauchle ich, das war schon letztes Jahr unser Hauptproblem. Die Aerodynamik ist neu – in einigen Bereichen hilft sie uns, in anderen wird es dadurch schwieriger. Wir brauchen eine andere Abstimmung, um das Motorrad damit zum Arbeiten zu bekommen. Um das Maximum herauszuholen, hatten wir nicht genügend Zeit.»

Der Südafrikaner fuhr Vergleichstests zwischen dem alten und neuen Motorrad, die Rundenzeiten sind sehr ähnlich. «Der Unterschied ist, dass wir aus dem alten Bike so gut wie das Maximum herausholen», erklärte Binder. «Gut ist, dass wir mit unserer neuen Konfiguration bereits auf diesem Level sind – und es gibt Raum für Verbesserungen. Ich liege als 18. weit zurück, aber so ist es halt.»

Binder verliert auf den Schnellsten Enea Bastianini (Ducati) 0,885 sec, für seinen Rückstand nennt er verschiedene Gründe: «Mit dem neuen Aero-Paket ist deutlich mehr Gewicht auf dem Vorderrad, wir mussten deshalb die Höhe des Motorrads anpassen. Um dafür eine gute Abstimmung zu finden, braucht es Zeit. Ich fühle mich am Limit, bin aber nicht schnell. Wir müssen daran arbeiten und schauen, wohin uns das führt. Aus den Kurven heraus haben wir jetzt eine etwas bessere Beschleunigung, weil das Vorderrad mehr am Boden gehalten wird – das ist sicher eine Verbesserung. Es muss aber auch in den Kurven funktionieren. Wir haben viele verschiedene Teile probiert, um die bestmögliche Kombination zu finden. Wir hatten aber keine Zeit für eine gute Abstimmung.»

«Ich hatte große Hoffnungen für diesen Test und wäre gerne konkurrenzfähiger gewesen», gab der 17-fache GP-Sieger zu. «Das ließ sich aber nicht umsetzen. Eine schnelle Runde zu fahren, gibt unser Motorrad momentan nicht her. Ich glaube aber trotzdem, dass wir uns in einem Rennen nach vorne arbeiten könnten. Wenn es um die Konstanz über eine Renndistanz geht, sind wir okay. Wir stehen am Anfang, ich saß erst zwei Tage auf dem Motorrad.»

Kommende Woche testen die MotoGP-Teams von Freitag bis Sonntag auf dem neuen Mandalika Circuit in Indonesien, wo vom 18.–20. März erstmals ein Grand Prix stattfindet.

«Bis dahin müssen wir alle Informationen auswerten und mit dem bestmöglichen Paket beginnen», skizzierte Binder den Weg. «Den ersten halben Testtag werden alle verlieren, um die Strecke zu lernen und auf einen guten Level zu kommen. Ich habe mir viele Videos angeschaut, um eine bestmögliche Vorstellung zu bekommen. Aber wenn du auf dem Motorrad sitzt, sieht alles anders aus. Ich hoffe, dass wir nach dem Mandalika-Test glücklicher sind als jetzt nach Sepang.»

Kombinierte Zeiten MotoGP-Test Sepang, 5./6. Februar:

1. Enea Bastianini, Ducati, 1:58,131 min
2. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,157
3. Jorge Martin, Ducati, 1:58,243
4. Alex Rins, Suzuki, 1:58,261
5. Maverick Viñales, Aprilia, 1:58,261
6. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,265
7. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,313
8. Marc Márquez, Honda, 1:58,332
9. Johann Zarco, Ducati, 1:58,413
10. Pol Espargaró, Honda, 1:58,420
11. Luca Marini, Ducati, 1:58,430
12. Joan Mir, Suzuki, 1:58,529
13. Takaaki Nakagami, Honda, 1:58,607
14. Jack Miller, Ducati, 1:58,645
15. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,701
16. Marco Bezzecchi, Ducati, 1:58,710
17. Alex Márquez, Honda, 1:58,800
18. Brad Binder, KTM, 1:59,016
19. Raúl Fernández, KTM, 1:59,180
20. Fabio Di Giannantonio, Ducati, 1:59,197
21. Cal Crutchlow*, Yamaha, 1:59,262
22. Andrea Dovizioso, Yamaha, 1:59,284
23. Remy Gardner, KTM, 1:59,348
24. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:59,365
25. Darryn Binder, Yamaha, 1:59,857
26. Sylvain Guintoli*, Suzuki, 1:59,996
27. Lorenzo Savadori*, Aprilia, 2:04,385
28. Takuya Tsuda*, Suzuki, 2:05,678
* = Testfahrer

MotoGP-Test Sepang, Samstag, 5. Februar:

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,371 min
2. Maverick Viñales, Aprilia, 1:58,384
3. Alex Rins, Suzuki, 1:58,471
4. Enea Bastianini, Ducati, 1:58,638
5. Johann Zarco, Ducati, 1:58,946
6. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:59,002
7. Joan Mir, Suzuki, 1:59,067
8. Marc Márquez, Honda, 1:59,287
9. Pol Espargaró, Honda, 1:59,353
10. Marco Bezzecchi, Ducati, 1:59,468
11. Cal Crutchlow, Yamaha, 1:59,558
12. Takaaki Nakagami, Honda, 1:59,634
13. Raul Fernandez, KTM, 1:59,682
14. Brad Binder, KTM, 1:59,784
15. Alex Márquez, Honda, 1:59,913
16. Miguel Oliveira, KTM, 1:59,945
17. Jorge Martin, Ducati, 1:59,949
18. Luca Marini, Ducati, 1:59,966
19. Francesco Bagnaia, Ducati, 2:00,027
20. Fabio Di Giannantonio, Ducati, 2:00,047
21. Franco Morbidelli, Yamaha, 2:00,107
22. Jack Miller, Ducati, 2:00,177
23. Andrea Dovizioso, Yamaha, 2:00,342
23. Remy Gardner, KTM, 2:00,470
25. Darryn Binder, Yamaha, 2:00,818
26. Sylvain Guintoli, Suzuki, 2:01,390
27. Lorenzo Savadori, Aprilia, 2:04,385

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