MotoGP: Das hatte Ducati anders geplant

Marc Márquez (Honda/6.): Rätselhafter Defekt am Start

Von Günther Wiesinger
In der Anfangphase jagte Marc Márquez dem Feld hinterher

In der Anfangphase jagte Marc Márquez dem Feld hinterher

Weil sein Honda-Werksmotor in Austin nach dem Start auf den Weg zur 1. Kurve immer wieder aussetzte, fiel Marc Márquez an den Schwanz des Feldes zurück.

Marc Márquez stellte bei seinem mit Spannung erwarteten Comeback beim «Red Bull Grand Prix of The Americas» mit seiner spektakulären Fahrweise und der sehenswerten Aufholjagd wieder einmal unter Beweis, dass er für die Honda Racing Corporation ein unverzichtbarer Bestandteil des MotoGP-Projekts ist. «Ab jetzt wird bei der Entwicklung des Motorrads wieder nur auf Marc gehört. Das ist klar», stellte ServusTV-Experte Stefan Bradl in Austin fest.

Márquez brauste vom neunten Startplatz los und hoffte, gleich in der ersten Kurve einen Teil der Ducati-Armada austricksen zu können. Aber dann fiel der Honda-Star wegen des verpatzten Starts an den Schwanz des Feldes zurück, er musste mehr als ein Dutzend Gegner überholen und sich gegen Fabio Quartararo und Jorge Martin heftige Kämpfe liefern, ehe er zehn kostbare Punkte für Platz 6 mit nach Hause nehmen konnte.

«Wir haben am Start ein technisches Problem gehabt», schilderte der sechsfache MotoGP-Weltmeister. «Honda untersucht noch, was da vorgefallen ist. Sobald ich auf den Startplatz gekommen bin, habe ich einen Alarm im Dashboard gesehen. Ich bin dann gestartet und habe mich bemüht, nicht zu viel Zeit zu verlieren. Aber das Bike hat verrückt gespielt. Ich habe befürchtet, das könnte ein großes Malheur werden, denn vom Start bis zur ersten Kurve hat das Motorrad nicht richtig beschleunigt. Es war ähnlich, als würde dauernd der Drehzahlbegrenzer eingeschaltet. Ich habe das sogar kontrolliert, aber es muss ein anderes Problem gewesen sein. Als ich in der ersten Kurve eingetroffen bin, ist das Bike plötzlich ordentlich gelaufen, nicht perfekt, aber anständig. Doch der Alarm hat mich das ganze Rennen hindurch begleitet.»

«Nach der ersten Kurve hat dann ein neues Rennen für mich begonnen, es war eine Art Sprintrennen», berichtete Marc. «Ich habe gewusst, wenn ich jetzt 20 Runden lang mit 100 Prozent Risiko fahre, werde ich am Ende nicht mehr in guter Verfassung sein. Trotzdem habe ich alles gegeben. Doch fünf, sechs Runden vor dem Schluss hat mir mein Körper signalisiert: ‘Es ist aus, die Kräfte reichen nicht.’ Von da an habe ich nur noch probiert, das Motorrad heil ins Ziel zu bringen.»

«Ich konnte im Rennen eine gute Pace vorlegen. Aber das Resultat ist nicht so ausgefallen, wie wir uns erhofft haben», räumte der 29-jährige Spanier ein, der in manchen Runden so schnell fuhr wie Spitzenreiter Jack Miller und in manchen Sektoren immer wieder drei bis sieben Zehntel auf Vorderleute wie Aleix Espargaró aufholte.

Und was man unbedingt erwähnen sollte: Marc Márquez blieb drei Tage lang sturzfrei, das entspricht einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Indonesien-GP, wo er die Werks-Honda viermal an drei Tagen wegschmiss.

MotoGP-Ergebnis, Austin (10. April):

1. Bastianini, Ducati, 41:23,111 min
2. Rins, Suzuki, + 2,058 sec
3. Miller, Ducati, + 2,312
4. Mir, Suzuki, + 3,975
5. Bagnaia, Ducati, + 6,045
6. Marc Márquez, Honda, + 6,617
7. Quartararo, Yamaha, + 6,760
8. Martin, Ducati, + 8,441
9. Zarco, Ducati, + 12,375
10. Viñales, Aprilia, + 12,642
11. Aleix Espargaró, Aprilia, + 12,947
12. Brad Binder, KTM, + 13,376
13. Pol Espargaró, Honda, + 17,961
14. Nakagami, Honda, + 18,770
15. Dovizioso, Yamaha, + 29,319
16. Morbidelli*, Yamaha, + 29,129
17. Marini, Ducati, + 29,630
18. Oliveira, KTM, + 32,002
19. Fernández, KTM, + 37,062
20. Gardner, KTM, + 42,442
21. Di Giannantonio, Ducati, + 42,887
22. Darryn Binder, Yamaha, + 1:42,171 min
– Alex Márquez, Honda
– Bezzecchi, Ducati

*= 1 Platz zurück («track limits» in der letzten Runde)

WM-Stand nach 4 von 21 Grand Prix:

1. Bastianini 61 Punkte. 2. Rins 56. 3. Aleix Espargaró 50. 4. Mir 46. 5. Quartararo 44. 6. Brad Binder 42. 7. Miller 31. 8. Zarco 31. 9. Oliveira 28. 10. Martin 28. 11. Pol Espargaró 23. 12. Bagnaia 23. 13. Marc Márquez 21. 14. Viñales 19. 15. Morbidelli 14. 16. Nakagami 12. 17. Marini 10. 18. Bezzecchi 7. 19. Darryn Binder 6. 20. Alex Márquez 4. 21. Dovizioso 3. 22. Gardner 1.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 86 Punkte. 2. KTM 59. 3. Suzuki 57. 4. Aprilia 51. 5. Yamaha 44. 6. Honda 34.

Team-WM:

1. Suzuki Ecstar 102 Punkte. 2. Red Bull KTM Factory 70. 3. Aprilia Racing 69. 4. Gresini Racing MotoGP 61. 5. Pramac Racing 59. 6. Monster Energy Yamaha 58. 7. Ducati Lenovo 54. 8. Repsol Honda 44. 9. Mooney VR46 Racing 17. 10. LCR Honda 16. 11. WithU Yamaha RNF 9. 12. Tech3 KTM Factory 1.

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