Hiobsbotschaft: Suzuki steigt aus der MotoGP-WM aus

Von Günther Wiesinger
Nächstes Jahr werden voraussichtlich nur fünf statt sechs Hersteller in der MotoGP-WM antreten. Denn Suzuki hat sich überraschend zum Rückzug entschieden.

Eine Hiobsbotschaft verbreitete sich am Montag beim IRTA-MotoGP-Test in Jerez im Fahrerlager wie ein Lauffeuer: Das japanische Suzuki-Management in Hamamatsu hat den Rückzug des MotoGP-Werksteam per Saisonende 2022 beschlossen. Dabei wurde im Vorjahr ein neuer Fünf-Jahres-Vertrag zwischen der Suzuki Motor Company in Hamamatusu und WM-Promoter Dorna-Sports S. L. unterschrieben und verkündet. Er läuft erst am Saisonende 2026 aus.

Ein hochrangiger Dorna-Funktionär bestätigte am Abend gegenüber SPEEDWEEK.com die Richtigkeit dieser Meldung. Bei Suzuki wird momentan noch Stillschweigen bewahrt, denn zuerst muss das Team informiert werden und den Werkspiloten Joan Mir und Alex Rins reiner Wein eingeschenkt werden.

Die Gründe für den Rückzug wurden bisher nicht verlautbart. Sie sind auch bei der Dorna nicht bekannt. 

Morgen wird das Suzuki-Teammanager mit Shinichi Sahara und Livio Suppo mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gehen. Fakt ist: Mir und Rins müssen sich neue Arbeitgeber in der MotoGP-WM suchen.

Vor zehn Tagen hatte Teammanager Livio Suppo, der im Januar zu Suzuki stieß und langfristig plante, noch verlautbart: «Wir möchten mit beiden Piloten weitermachen.» Doch die Verträge der beiden Fahrer laufen am Jahresende aus.

Livio Suppo und die gesamte Suzuki-Mannschaft wurde von der Nachricht aus Japan völlig überrumpelt. Noch um 16 Uhr war der Italiener ganz offenbar ahnungslos, was die Entscheidung zum Rückzug betraf.  

Suzuki war schon immer wankelmütig, was die Beteiligung in Motorsport-Serien betrifft. In der Superbike-WM sind die Japaner längst ausgestiegen, aus der Motocross-WM haben sie sich aus heiterem Himmel nach 2017 zurückgezogen. Und in der MotoGP-Klasse hat Suzuki nach 2011 aufgehört, als für 2012 statt mit 800 ccm neu mit 1000 ccm gefahren wurde.  Die schöpferische Pause bis 2015 wurde auch genützt, um statt des erfolglosen V4-Motors einen Reihenvierzylinder zu entwickeln.  

In den letzten Jahren verfügte Suzuki Ecstar über eines der besten Fahrerduos. Mir gewann die WM 2020 ganz überraschend mit einem GP-Sieg in Valencia, Rins hat auf der Suzuki GSX-RR bereits drei Rennen gewonnen. Aktuell halten sich Rins und Mir in der Fahrer-WM auf den Positionen 4 und 6. 

Ergebnisse MotoGP Jerez (1. Mai):

1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 25 Runden in 41:00,554 min
2. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +0,285 sec
3. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +10,977
4. Marc Márquez (E), Honda, +12,676
5. Jack Miller (AUS), Ducati, +12,957
6. Joan Mir (E), Suzuki, +13,934
7. Takaaki Nakagami (J), Honda, +14,929
8. Enea Bastianini (I), Ducati, +18,436
9. Marco Bezzecchi (I), Ducati, +18,830
10. Brad Binder (ZA), KTM, +20,056
11. Pol Espargaró (E), Honda, +20,856
12. Miguel Oliveira (P), KTM, +23,131
13. Alex Márquez (E), Honda, +25,306
14. Maverick Vinales (E), Aprilia, +27,358
15. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +27,519
16. Luca Marini (I), Ducati, +29,278
17. Andrea Dovizioso (I), Yamaha, +35,204
18. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +35,361
19. Alex Rins (E), Suzuki, +38,922
20. Remy Gardner (AUS), KTM, +43,378
21. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +44,299
22. Jorge Martin (E), Ducati, +1:07,681 min
– Stefan Bradl (D), Honda, 15 Runden zurück
– Johann Zarco (F), Ducati, 16 Runden zurück
– Darryn Binder (ZA), Yamaha, 20 Runden zurück

WM-Stand nach 6 von 21 Grand Prix:

1. Quartararo 89 Punkte. 2. Aleix Espargaró 82. 3. Bastianini 69. 4. Rins 69. 5. Bagnaia 56. 6. Mir 56. 7. Zarco 51. 8. Brad Binder 48. 9. Marc Márquez 44. 10. Oliveira 43. 11. Miller 42. 12. Pol Espargaró 35. 13. Martin 28. 14. Viñales 27. 15. Nakagami 21. 16. Morbidelli 18. 17. Alex Márquez 16. 18. Bezzecchi 15. 19. Marini 14. 20. Dovizioso 8. 21. Darryn Binder 6. 22. Gardner 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 131 Punkte. 2. Yamaha 89. 3. Aprilia 83. 4. Suzuki 80. 5. KTM 76. 6. Honda 57.

Team-WM:

1. Suzuki Ecstar, 125 Punkte. 2. Aprilia Racing 109. 3. Monster Energy Yamaha 107. 4. Ducati Lenovo 98. 5. Red Bull KTM Factory 91. 6. Pramac Racing 79. 7. Repsol Honda 79. 8. Gresini Racing MotoGP 69. 9. LCR Honda 37. 10. Mooney VR46 Racing 29. 11. WithU Yamaha RNF 14. 12. Tech3 KTM Factory 3.

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Audi: Mutiges Bekenntnis zum Formel-1-Sport

Mathias Brunner
Audi wird 2026 erstmals an der Formel-1-WM teilnehmen. Was Firmenchef Markus Duesmann über den Sinn des Engagements sagt, wie lange Audi bleiben will und was die Arbeit in der Königsklasse kosten wird.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • So.. 02.10., 06:54, ORF Sport+
    silent sports +
  • So.. 02.10., 07:00, ServusTV
    MotoGP - or Grand Prix von Thailand
  • So.. 02.10., 07:00, ServusTV Österreich
    MotoGP - or Grand Prix von Thailand
  • So.. 02.10., 07:05, Motorvision TV
    400 Thunder Australian Drag Racing Series 2019
  • So.. 02.10., 07:12, ORF Sport+
    silent sports +
  • So.. 02.10., 07:30, ORF Sport+
    silent sports +
  • So.. 02.10., 07:41, ORF Sport+
    silent sports +
  • So.. 02.10., 08:00, ServusTV
    MotoGP - or Grand Prix von Thailand
  • So.. 02.10., 08:00, ServusTV Österreich
    MotoGP - or Grand Prix von Thailand
  • So.. 02.10., 08:05, Schweiz 2
    Motorrad - GP Thailand Moto2
» zum TV-Programm
3AT