Dovi ein Ingenieur? «Razali hat nicht viel Erfahrung»

Von Nora Lantschner
Razlan Razali: Prüfender Blick in Richtung Andrea Dovizioso

Razlan Razali: Prüfender Blick in Richtung Andrea Dovizioso

Razlan Razali kritisierte, Andrea Dovizioso sei – ähnlich wie Valentino Rossi – zu viel Ingenieur und vergesse, die Yamaha einfach zu fahren. Dem kann der dreifach MotoGP-Vizeweltmeister nichts abgewinnen.

Vor dem Start der Saison hofften RNF-Eigentümer Razlan Razali und WithU-CEO Matteo Ballarin auf Podestplätze durch Andrea Dovizioso. Der 15-fache MotoGP-Sieger findet aber keinen Weg, um seinen Fahrstil an die Anforderungen der aktuellen Yamaha M1 anzupassen. Nach sieben Grad Prix hat der 36-jährige Italiener gerade einmal acht WM-Punkte auf dem Konto. Ernüchterung macht sich breit.

Razali räumte im Interview mit den Kollegen von GPOne.com kürzlich ein: «Ich hatte nicht erwartet, dass Andrea so große Mühe haben würde, wenn man bedenkt, dass er schon im Vorjahr fünf Rennen und die Tests absolviert hat. Ich dachte, dass er sich mit seiner Erfahrung an die M1 anpassen könnte. Ich glaube, dass er einen Schritt zurückgehen und weniger analytisch sein muss. Er muss das Motorrad einfach fahren und versuchen, das Maximum herauszuholen, statt darüber nachzudenken, was nicht funktioniert. Das Motorrad ist nun einmal das.»

Beim RNF-Chef werden offenbar Erinnerungen an das vergangene Jahr mit Valentino Rossi wach: «Ich stelle Ähnlichkeiten zwischen ihm und Valentino fest. Beide wollen nicht nur Fahrer, sondern auch Ingenieure sein und vergessen dabei, einfach das Motorrad so zu fahren, wie es ist. Die Philosophie, junge Fahrer im Team zu haben, ist richtig, weil sie keine Referenzen haben und das Motorrad einfach fahren. Das ist der Unterschied zwischen einem Rookie und einem Piloten mit viel Erfahrung. Vale und Dovi sind sehr analytisch, sehr sensibel und vergessen, das Motorrad zu fahren», bekräftigte Razali.

Als «Dovi» in seiner Presserunde auf die Aussagen des Teamchefs angesprochen wurde, musste er schmunzeln. «Das ist in diesem Moment kein Problem für mich, es macht mir nichts aus», versicherte er. «Ich kenne Razali nicht allzu gut. Aus meiner Sicht ist er ein guter Kerl. Er kennt das Fahrerlager und die Welt des Motorradsports noch nicht so gut. Er weiß also nicht, wie er sich in gewissen Situationen zu verhalten hat… Es kam schon in den vergangenen Jahren vor, dass er die ein oder andere Aussage getätigt hat, die etwas merkwürdig klag. Das liegt einfach daran, dass er nicht allzu viel Erfahrung in dieser Welt hat. Es ist aber absolut kein Problem. Es ist seine Sichtweise und seine Art, gewisse Dinge zu beschreiben. Er ist aber ein guter Kerl und wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis.»

«Wie gesagt: Es ist kein Problem, es hat keine Auswirkungen auf mich. Wir sind auf die Technik konzentriert und versuchen, konkurrenzfähig zu sein. Ich spreche mit den Ingenieuren und Technikern, er kümmert sich mehr um den Management-Part und ist in technischen Angelegenheiten nicht so stark involviert. Das ist aber in Ordnung, es ist kein Problem», beteuerte der dreifache MotoGP-Vizeweltmeister.

Als Ansporn sieht Dovi die Kritik übrigens auch nicht. «Wir reden hier von nichts», winkte er betont gelassen ab.

MotoGP-Ergebnis, Le Mans (15. Mai):

1. Bastianini, Ducati, 27 Rdn in 41:34,613 min
2. Miller, Ducati, + 2,718 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 4,182
4. Quartararo, Yamaha, + 4,288
5. Zarco, Ducati, + 11,139
6. Marc Márquez, Honda, + 15,155
7. Nakagami, Honda, + 16,680
8. Brad Binder, KTM, + 18,459
9. Marini, Ducati, + 20,541
10. Viñales, Aprilia, + 21,486
11. Pol Espargaró, Honda, + 22,707
12. Bezzecchi, Ducati, + 23,408
13. Di Giannantonio, Ducati, + 26,432
14. Alex Márquez, Honda, + 28,710
15. Morbidelli, Yamaha, + 29,433
16. Dovizioso, Yamaha, + 38,149
17. Darryn Binder, Yamaha, + 59,748
– Oliveira, KTM, 3 Runden zurück
– Bagnaia, Ducati, 7 Runden zurück
– Martin, Ducati, 11 Runden zurück
– Mir, Suzuki, 14 Runden zurück
– Fernández, KTM, 21 Runden zurück
– Rins, Suzuki, 22 Runden zurück
– Gardner, KTM, 24 Runden zurück

WM-Stand nach 7 von 21 Grand Prix:

1. Quartararo 102 Punkte. 2. Aleix Espargaró 98. 3. Bastianini 94. 4. Rins 69. 5. Miller 62. 6. Zarco 62. 7. Bagnaia 56. 8. Brad Binder 56. 9. Mir 56. 10. Marc Márquez 54. 11. Oliveira 43. 12. Pol Espargaró 40. 13. Viñales 33. 14. Nakagami 30. 15. Martin 28. 16. Marini 21. 17. Morbidelli 19. 18. Bezzecchi 19. 19. Alex Márquez 18. 20. Dovizioso 8. 21. Darryn Binder 6. 22. Di Giannantonio 3. 23. Gardner 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 156 Punkte. 2. Yamaha 102. 3. Aprilia 99. 4. KTM 84. 5. Suzuki 80. 6. Honda 67.

Team-WM:

1. Aprilia Racing 131 Punkte. 2. Suzuki Ecstar 125. 3. Monster Energy Yamaha 121. 4. Ducati Lenovo 118. 5. Red Bull KTM Factory 99. 6. Gresini Racing MotoGP 97. 7. Repsol Honda 94. 8. Pramac Racing 90. 9. LCR Honda 48. 10. Mooney VR46 Racing 40. 11. WithU Yamaha RNF 14. 12. Tech3 KTM Factory 3.

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