Jack Miller (7.): «Eine Rundenzeit aus dem Nichts»

Von Günther Wiesinger
Jack Miller am Freitag vor Testfahrer Michele Pirro (51)

Jack Miller am Freitag vor Testfahrer Michele Pirro (51)

Ducati-Lenovo-Werksfahrer Jack Miller klagte wie die meisten Kollegen über den ekelhaft schlechten Grip in Montmeló. Trotzdem wird mit dem Australier zu rechnen sein.

Es ist keine Ausnahme: Jack Miller (27) schaffte im Freitag-Training zum GP von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die siebtbeste Zeit. Das lässt sich als tadelloses Ergebnis bewerten. Aber nicht für einen Ducati-Lenovo-Werksfahrer in der Saison 2022. Denn drei Ducati-Piloten waren schneller: Bastianini als Dritter, Bagnaia als Vierter und Martin als Fünfter. Und auf Platz 6 drängte sich sogar noch KTM-Werkspilot Brad Binder vor den Australier.

«Wenn der Belag einen abnormal schlechten Grip liefert, scheinen die Aprilia den größten Nutzen zu ziehen», stellte Jack Miller fest. «Das ist uns ja schon in Argentinien ausgefallen. Bei mir war das FP1 nicht gerade großartig, aber ich habe konstante Zeit geschafft. Im FP2 am Nachmittag haben die Reifen, die ich verwendet habe, nicht tadellos funktioniert. Aber sobald wir am Ende den Soft-Compound reingesteckt haben, hat sich das Motorrad wieder normal angefühlt. Das Verhalten des Bikes war dann eher so, wie wir es erwartet haben. Doch ich hatte keine wirklich freie Runde. Es hat mich ein ganzer Konvoi von Fahrern rund um die Piste begleitet. Trotzdem habe ich fast aus dem Nichts eine brauchbare Rundenzeit zustande gebracht. Ich gehe also heute ins Bett und werde davon träumen, wie sich morgen der harte Reifen verhalten wird. Denn wir erleben manchmal inkonstante Reifen. Ich weiß nicht, ob das mit den ‘pre heated tyres' zu tun hat. Ich will sie nicht zu heftig kritisieren. Jedenfalls steckst du dann irgendwann einen neuen Reifen rein – und deine Probleme sind schlagartig verschwunden.»

«Der Zustand des Belags lässt zu wünschen übrig, das kennen wir hier in Barcelona zur Genüge», stellte JackAss fest. «Es wird von Jahr zu Jahr schlechter. Dabei ist der Asphalt erst drei Jahre alt. Ich bin hier vor ca. vier Wochen mit der Ducati Panigale gefahren. Mit dem Superbike hatte ich hier genug Grip, das habe ich meinen Jungs in der Box damals auch erzählt. Ich dachte, wir haben Mega-Grip, aber dann geht’s du mit diesem Desmosedici-Ding raus auf die Strecke, und die Situation verändert sich schlagartig.»

«Du kannst hier mit dem MotoGP-Bike zehn bis zwölf Runden fahren, dann hast du den Hinterreifen buchstäblich bis auf die unterste Gummischicht abgenutzt, also bis zur Basis-Konstruktion. Man muss also einen Kompromiss bei der Reifenwahl eingehen. Man lernt ja von seinen Fehlern. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass wir in der zweiten Rennhälfte auch noch konkurrenzfähige Zeiten zustande bringen», stellte Jack fest.

MotoGP, Montmeló, kombinierte Zeiten nach FP2 (3. Juni):

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:39,402 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,303 sec
3. Bastianini, Ducati, + 0,488
4. Bagnaia, Ducati, + 0,548
5. Martin, Ducati, + 0,587
6. Brad Binder, KTM, + 0,681
7. Miller, Ducati, + 0,693
8. Rins, Suzuki, + 0,699
9. Quartararo, Yamaha, + 0,721
10. Morbidelli, Yamaha, + 0,802
11. Pol Espargaró, Honda, + 0,835
12. Nakagami, Honda, + 0,854
13. Di Giannantonio, Ducati, + 0,944
14. Bezzecchi, Ducati, + 1,026
15. Marini, Ducati, + 1,046
16. Mir, Suzuki, + 1,248
17. Zarco, Ducati, + 1,350
18. Alex Márquez, Honda, + 1,383
19. Oliveira, KTM, + 1,419
20. Darryn Binder, Yamaha, + 1,469
21. Dovizioso, Yamaha, + 1,541
22. Pirro, Ducati, + 1,649
23. Bradl, Honda, + 1,672
24. Fernández, KTM, + 1,681
25. Gardner, KTM, + 1,928

MotoGP-Ergebnis FP2, Montmeló:

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:39,402 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,303 sec
3. Bastianini, Ducati, + 0,488
4. Bagnaia, Ducati, + 0,548
5. Martin, Ducati, + 0,587
6. Brad Binder, KTM, + 0,681
7. Miller, Ducati, + 0,693
8. Quartararo, Yamaha, + 0,721
9. Rins, Suzuki, + 0,724
10. Morbidelli, Yamaha, + 0,802
11. Pol Espargaró, Honda, + 0,835
12. Nakagami, Honda, + 0,854
13. Di Giannantonio, Ducati, + 0,944
14. Bezzecchi, Ducati, + 1,026
15. Marini, Ducati, + 1,046
16. Mir, Suzuki, + 1,248
17. Zarco, Ducati, + 1,350
18. Alex Márquez, Honda, + 1,383
19. Oliveira, KTM, + 1,419
20. Darryn Binder, Yamaha, + 1,469
21. Dovizioso, Yamaha, + 1,541
22. Pirro, Ducati, + 1,649
23. Bradl, Honda, + 1,672
24. Fernández, KTM, + 2,672
25. Gardner, KTM, + 2,884

MotoGP-Ergebnis FP1, Montmeló:

1. Rins, Suzuki, 1:40,101 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,195 sec
3. Morbidelli,Yamaha, + 0,594
4. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,607
5. Pol Espargaró, Honda, + 0,632
6. Nakagami, Honda, + 0,767
7. Alex Márquez, Honda, + 0,771
8. Oliveira, KTM, + 0,800
9. Mir, Suzuki, + 0,806
10. Bastianini, Ducati, + 0,930
11. Zarco, Ducati, + 0,948
12. Raúl Fernández, KTM, + 0,982
13. Quartararo, Yamaha, + 1,003
14. Bagnaia, Ducati, + 1,004
15. Brad Binder, KTM, + 1,056
16. Bezzecchi, Ducati, + 1,113
17. Marini, Ducati, + 1,142
18. Miller, Ducati, + 1,179
19. Di Giannantonio, Ducati, + 1,212
20. Martin, Ducati, + 1,219
21. Gardner, KTM, + 1,229
22. Dovizioso, Yamaha, + 1,357
23. Bradl, Honda, + 1,781
24. Darryn Binder, Yamaha, + 1,833
25. Pirro, Ducati, + 1,879

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