Stefan Bradl (Honda/18.): «Lass' mich überraschen»

Von Günther Wiesinger
Marc Márquez-Ersatzmann Stefan Bradl zog sich mit Startplatz 18 in Assen recht respektabel aus der Affäre. Aber Euphorie ist nicht angebracht: Denn der Honda-Pilot verlor 1,5 Sekunden.

Stefan Bradl sicherte sich im Qualifying-1 in Assen mit 1:33,029 min den achten Platz, damit war er hinter Takaaki Nakagami zweitbester Honda-Fahrer. «Ohne Vordermann ist es momentan für uns schwierig, über eine einzelne Runde richtig schnell zu sein. Deshalb versuche ich mich im Quali immer gut zu positionieren, das ist mir heute ganz ordentlich gelungen», schilderte der 32-jährige Bayer. «Dann ist eine gute Rundenzeit herausgekommen, mit der ich zufrieden bin. Aber dadurch werden unsere Probleme nicht gelöst.»

«Jetzt bin ich gespannt auf das Rennen», schilderte Bradl, der in Assen schon einmal Siebter (2016 auf Aprilia) und Zehnter (2014 auf LCR-Honda) war. «Ich bin zumindest auf diesem Startplatz in einer guten Truppe drin. Wenn morgen keine außerordentlichen Probleme auftauchen, hoffe ich, dass ich da ein bisschen mitfighten kann. Zumindest hoffe ich, dass ich ein unterhaltsames Rennen fahren werde, das ist mein Hauptanliegen.»

Denn beim Heim-GP war Bradl wegen seiner Brandwunden auf den letzten Platz zurückgefallen und hatte teilweise zwei Sekunden pro Runde verloren.

«Wir hinken auch bei der Rennpace etwas hinterher, aber wir haben im Training am Motorrad viel umgebaut», berichtete Stefan. «Wir haben im FP3 und FP4 ziemliche viele große Schritte beim Set-up gemacht, weil wir vorher nicht die passende Richtung gefunden haben. Am Ende vom FP4 ist die Situation besser geworden. Leider habe ich da den harten Hinterreifen verwendet, das war auch nicht der cleverste Move. Ich lass’ mich jetzt überraschen und bin neugierig, was ich im Rennen zusammenbringen kann. Im Warm-up werden wir uns noch im ein paar Details kümmern. Dann werden wir schauen, dass ich irgendwie mitfahren kann.»

Stefan Bradl wurde während des Mugello-GP kurzfristig statt Márquez für die kommenden Rennen aufgeboten. Er wusste, er würde eine Weile brauchen, um wieder in den Rennrhythmus zu kommen. Jetzt ist er auf dem besten Weg, näher an die Punkteränge heranzurücken – aber jetzt folgt eine Rennpause bis 7. August in Silverstone.

«Ich kann momentan selber nicht einschätzen, wie stark sich meine Form gebessert hat. Ich bin schon hier, um zu 'racen', aber unsere Aufgabe ist schwierig, das Motorrad macht uns das Fahren nicht leicht. Wir kämpfen an allen Ecken und Enden und bemühen uns, das Ding um die Kurven zu bringen. Klar, Punkte sind immer das Ziel. Wir werden schauen, was morgen möglich ist. Es gibt auch die Überlegung, hinten den weichen Reifen zu nehmen und gleich nach dem Start eine Attacken zu starten. Ich werde sehen, was möglich ist. Stellen zum Überholen gibt es, doch es ist nicht einfach. Ich brauche noch etwas mehr Vertrauen zum Motorrad, damit ich die Rennpace konstant abrufen kann.»

MotoGP-Ergebnis, Assen, Q2 (25. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 1:31,504 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:31,620 min, + 0,116 sec
3. Martin, Ducati, 1:31,708, + 0,204
4. Bezzecchi, Ducati, 1:31,796, + 0,292
5. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,868, + 0,364
6. Miller, Ducati, 1:32,124, + 0,620
7. Zarco, Ducati, 1:32,175, + 0,671
8. Oliveira, KTM, 1:32,272, + 0,768
9. Rins, Suzuki, 1:32,307, + 0,803
10. Brad Binder, KTM, 1:32,367, + 0,863
11. Viñales, Aprilia, 1:32,424, + 0,920
12. Nakagami, Honda, 1:32,967, + 1,463

Die weitere Startaufstellung:
13. Marini, Ducati, 1:32,787 min
14. Mir, Suzuki, 1:32,898
15. Di Giannantonio, Ducati, 1:32,912
16. Bastianini, Ducati, 1:33,005
17. Dovizioso, Yamaha, 1:33,009
18. Bradl, Honda, 1:33,029
19. Gardner, KTM, 1:33,093
20. Morbidelli, Yamaha, 1:33,096
21. Alex Márquez, Honda, 1:33,113
22. Savadori, Aprilia, 1:33,467
23. Fernandez, KTM, 1:33,652
24. Darryn Binder, Yamaha, 1:33,998


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