Luca Marini verlor Winglet: Unglaubliche Auswirkungen

Von Nora Lantschner
Luca Marini vor Stefan Bradl: An der Ducati fehlte der rechte seitliche Flügel

Luca Marini vor Stefan Bradl: An der Ducati fehlte der rechte seitliche Flügel

Nach dem Zwischenfall mit Joan Mir fehlte Luca Marini im MotoGP-Rennen von Assen ein Flügel an seiner Ducati. Der VR46-Fahrer staunte über die enormen Auswirkungen auf das Einlenkverhalten und die Wheelie-Neigung.

Während Rookie Marco Bezzecchi dem Mooney VR46 Racing Team am Sonntag in Assen den ersten Podestplatz in der Königsklasse bescherte, beendete Luca Marini die Dutch TT auf einem enttäuschenden 17. Rang. «Dafür gibt es einen Grund», erklärte der Bruder von Valentino Rossi.

Denn Marini kollidierte kurz nach dem Start mit Joan Mir, weshalb der Italiener den rechten Flügel an der Seitenverkleidung seiner Ducati Desmosedici GP22 verlor. «Es ist unglaublich, wie sich das beim Fahren auswirkt – unglaublich, wirklich unglaublich», hielt der 24-Jährige danach fest. «Assen ist vielleicht auch eine der schlimmsten Strecken, auf der man so ein Problem haben kann. Den man fährt die gesamte Runde lang einen sehr hohen Speed.»

«Das Motorrad macht einfach nichts von dem, was du willst», beschrieb der VR46-Ducati-Pilot das Fahrverhalten mit fehlendem Winglet. «Du willst das Bike gut stoppen, aber es ist unmöglich es auf dem Bremspunkt zu stoppen. In den schnellen Kurven wird das Motorrad sehr instabil, ich musste die Geschwindigkeit also deutlich reduzieren. Es war einfach unfahrbar, leider.»

«Ich weiß nicht warum, aber Joan hat dieses gefährliche Manöver gemacht und meine Linie gekreuzt. Es war aber wohl keine Absicht, vielleicht war es auf einen Wheelie zurückzuführen. Es war ein sehr gefährlicher Moment. Wenn ich in dem Moment stürze, mit den vielen Fahrern hinter mir, kann es für mich sehr gefährlich werden. Ich habe also einfach versucht, auf meinem Motorrad sitzen zu bleiben. Das war’s, so ein Problem ist dann einfach Pech», seufzte Marini.

War der Moto2-Vizeweltmeister von 2020 überrascht, wie sehr sich ein fehlender Winglet bemerkbar macht? «Ja. Ich habe in der Vergangenheit viele Kommentare dazu gehört, ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass Pecco in Katar einmal einen Flügel verloren hat. Ich glaube, das war in seinem ersten Jahr. Er musste damals aufgeben, weil es unmöglich war, so zu fahren und zu bremsen. Ich war in einer ähnlichen Situation. Zu Beginn wusste ich aber nicht, dass es an einem Flügel lag. Nach zehn Runden sagte ich mir: ‚Da ist etwas, das mir das Leben unmöglich schwer macht.‘ Ich habe dann geschaut und gesehen, dass ein Winglet gefehlt hat. Wirklich unglaublich, wie es sich auswirkt.»

«Der Level der Aerodynamik an den Bikes ist nun unglaublich», weiß Marini. «Und es funktioniert sehr gut, denn das Motorrad ist in den schnellen Kurven und in den schnellen Passagen sehr stabil. In Assen hilft uns das sehr», bekräftigte der Ducati-GP22-Pilot.

«Ohne Wing verlor ich in den Kurven 6, 7 und vor allem 12 in der Kurvenmitte um die 20 km/h», ergänzte Marini. «Es war unmöglich, mehr Speed zu machen. Denn das Motorrad wollte sich nicht in die Kurven einlenken lassen und in den schnellen Kurven war es schwierig, auf der Strecke zu bleiben, vor allem in der sehr schnellen Kurve 12. Es fühlte sich an, als könnte ich kein Gewicht auf die Front verlagern. Jedes Mal kam ich aufs Grün, ich musste also die Kurven mit viel weniger Gas fahren als im Warm-up. Im Ausgang der Kurven 5 und 8 und der letzten Kurve war auch die Wheelie-Neigung viel stärker und damit die Beschleunigung schlechter. Es war unglaublich.»

MotoGP-Ergebnis, Assen (26. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn. in 40:25,205 min
2. Bezzecchi, Ducati, + 0,444 sec
3. Viñales, Aprilia, + 1,209
4. Aleix Espargaró, Aprilia, + 2,585
5. Brad Binder, KTM, + 2,721
6. Miller, Ducati, + 3,045
7. Martin, Ducati, + 4,340
8. Mir, Suzuki, + 8,185
9. Oliveira, KTM, + 8,325
10. Rins, Suzuki, + 8,596
11. Bastianini, Ducati, + 9,783
12. Nakagami, Honda, + 10,617
13. Zarco, Ducati, + 14,405
14. Di Giannantonio, Ducati, + 17,681
15. Alex Márquez, Honda, + 25,866
16. Dovizioso, Yamaha, + 29,711
17. Marini, Ducati, + 30,296
18. Bradl, Honda, + 32,225
19. Gardner, KTM, + 34,947
20. Savadori, Aprilia, + 35,798
– Fernández, KTM, 8 Runden zurück
– Quartararo, Yamaha, 15 Runden zurück
– Darryn Binder, Yamaha, 18 Runden zurück
– Morbidelli, Yamaha, 18 Runden zurück

MotoGP-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Aleix Espargaró 151. 3. Zarco 114. 4. Bagnaia 106. 5. Bastianini 105. 6. Brad Binder 93. 7. Miller 91. 8. Mir 77. 9. Rins 75. 10. Oliveira 71. 11. Martin 70. 12. Viñales 62. 13. Marc Márquez 60. 14. Bezzecchi 55. 15. Marini 52. 16. Nakagami 42. 17. Pol Espargaró 40. 18. Alex Márquez 27. 19. Morbidelli 25. 20. Di Giannantonio 18. 21. Darryn Binder 10. 22. Dovizioso 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 5.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati 246 Punkte. 2. Yamaha 172. 3. Aprilia 155. 4. KTM 121. 5. Suzuki 101. 6. Honda 85.

Team-WM:
1. Aprilia Racing 213 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 197. 3. Ducati Lenovo Team 197. 4. Prima Pramac Racing 184. 5. Red Bull KTM Factory 164. 6. Suzuki Ecstar 152. 7. Gresini Racing 123. 8. Mooney VR46 Racing 107. 9 Repsol Honda 100. 10. LCR Honda 69. 11. WithU Yamaha RNF 20. 12. Tech3 KTM Factory 14.

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