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Losail Circuit: Boxenanlage neu links der Fahrbahn

Von Günther Wiesinger
2023 findet der MotoGP-Event in Doha/Katar im Oktober statt im März statt, denn am Losail Circuit wird wegen der Formel 1 kräftig umgebaut.

Erstmals seit 2006 wird in der kommenden Saison die Motorrad-Weltmeisterschaft nicht auf dem Losail International Circuit in Doha/Katar beginnen, denn diese Rennstrecke wird für die Saison 2023 kräftig umgebaut, um die Wünsche der Formel-1-Vertragspartner von Liberty Media mit CEO Stefano Domenicali zu erfüllen. Wegen der Covid-19-Seuche ist 2021 erstmals ein Formel-1-GP in Doha ausgetragen worden, doch die Infrastruktur reichte den F1-Verantwortlichen nur für diesen Ausweichtermin, sie drückten wegen der vielen GP-Absagen in Asien ein Auge zu. 2022 fehlt der Losail Circuit jedoch im F1-Kalender.

Inzwischen wurde allerdings ein 10-Jahres-Vertrag mit den Katari vereinbart, deshalb muss die Infrastruktur in Losail an die üblichen Standards angepasst werden – wie sie in Abu Dhabi, Bahrain und Saudi-Arabien im Mittleren Osten bereits vorzufinden sind.

In Katar wurde bisher wegen der Formel 1 im vergangenen Jahr die Boxengassen-Einfahrt angepasst, zudem wurden in einigen Kurven doppelte Randsteine gelegt (vor allem innen) und die Banden sind an vielen Stellen verstärkt worden.

Zu 90 Prozent wird der MotoGP-Saisonstart 2023 am 12. oder 19. März in Portimão über die Bühne gehen. Die Jerez-Veranstalter bieten zwar auch mit, denn die Dorna verlangt für den Saisonauftakt und das Finale jeweils einen gewissen finanziellen Aufschlag auf die üblichen GP-Gebühren. Aber in Portugal steht die Landesregierung hinter dem Event, es gibt viel Euphorie wegen des vierfachen MotoGP-Siegers Miguel Oliveira, dazu steuern auch die Tourismusbehörden der Algarve ausreichend Finanzmittel bei. Dass FIM-Präsident Jorge Viegas aus Portugal kommt und seinen Einfluss in der Heimat nutzt, erweist sich auch nicht als Nachteil. 

Da die KymiRing-Gesellschaft in Finnland zahlungsunfähig ist, werden 2023 wieder 20 statt erstmals 21 MotoGP-Rennen stattfinden.

Denn bis 20. September 2022 werden die Finnen alle von der FIM, IRTA und Dorna geforderten Umbauten nicht erledigen können. Es müssten das Fahrlager, die Zufahrtsstrassen und die Rettungsfahrbahn asphaltiert werden. Der KymiRing wird also aller Voraussicht nach nicht als 21. Wettbewerb in den GP-Kalender 2023 aufgenommen.

Eine GP-Rückkehr nach Brünn ist bis auf Weiteres ausgeschlossen. Denn der GP-Promoter «Spolek pro porádání Grand Prix», zusammengesetzt von der Staatsregierung in Prag, der Bürgermeisterin von Brünn und dem Landeshauptmann von Südmähren, haben die Dorna jahrelang verärgert, der Grand Prix stand jedes Jahr auf der Kippe. Die Regierung in Prag klinkte sich 2020 aus dem Deal aus, es bleiben nur noch Brünn und Südmähren als Ansprechpartner für die Dorna. Dem Vernehmen nach steht Promoter Spolek bei der Dorna mit ca. 1 Million Euro in der Kreide, es droht eine gerichtliche Auseinandersetzung mit den tschechischen Behörden, die wegen der Covid-19-Seuche keinen neuen Vertrag mehr unterzeichnet haben.

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta zeigte deshalb auch null Interesse, als sich Brünn vor ein paar Wochen als Ersatz-Schauplatz für den Finnland-GP angeboten hat. Ezpeleta macht auch kein Geheimnis daraus, dass ihm lieber gewesen wäre, Streckenbesitzer Karel Abraham hätte endlich den Asphaltbelag erneuert statt ein Circuit-Hotel ins Fahrerlager zu stellen. Abraham wollte nachher diese Investition erst tätigen, sobald ein neuer Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben war. Das ist nie geschehen.

Auf dem Losail Circuit wird der Motorrad-GP erst im Oktober 2023 relativ zeitnah zum Formel-1-GP (er wird für November geplant) stattfinden, denn das bisherige Fahrerlager auf der rechten Seite der Start-Ziel-Geraden wird zu einem monströsen VIP-Village umgebaut.

Die Haupttribüne, die bisher in Fahrtrichtung links auf der Zielgeraden platziert war, wird gegenüber auf der rechten Seite der Rennstrecke neu errichtet. Der Aufwand beim Tribünenbau hält sich in Grenzen, denn auch bisher existieren nur 8000 Tribünenplätze. Wegen der Hitze scheuen die meisten Fans einen Besuch des Katar-GP.

Es wird jedenfalls die gesamte Boxenanlage samt Boxengasse und Fahrerlager auf die andere Fahrbahnseite nach rechts transferiert.

Eine ähnliche Transaktion hat auch auf dem Sachsenring stattgefunden, nachdem der Motorrad-GP dort 1998 erstmals als gesamtdeutscher WM-Lauf stattfand.

Die Bauarbeiten in Losail beginnen bereits jetzt im Sommer. In der Formel 1 ist noch nicht entschieden, on der Katar-GP im Frühjahr geplant wird, weil bisher nicht absehbar ist, wie lange die Baumaßnahmen dauern. Voraussichtlich wird der F1-Termin vorsichtshalber in den Herbst verschoben, auch wenn er dann zeitlich in die Nähe des MotoGP-Events rücken wird.

Am Strecken-Layout auf dem 5,380 km langen und mit 16 Kurven gespickten Losail Circuit (eröffnet am 30. September 2004) in Doha wird sich hingegen wenig ändern. «Es wird praktisch identisch bleiben», war beim Assen-GP bei der Dorna zu hören. Aber es werden voraussichtlich die Asphalt-Auslaufzonen vergrössert.

Seit sieben oder acht Jahren klopfen auch die Betreiber des Sokol Circuits in Kasachstan immer wieder bei der Dorna an, weil sie einen MotoGP-Event austragen möchte. Aber bisher haben sich die Kasachen als unzuverlässiger Partner erwiesen. Denn 2018 bekamen Sie einen Vorschlag der Dorna zur Höhe der Austragungsgebühr, er wurde aber nie beantwortet. Trotzdem meldeten die Kasachen 2020 wieder ihr Interesse an und auch zuletzt im Frühjahr 2022, als der KymiRing abgesagt wurde. Aber der Sokol Circuit ist bisher nicht fertiggestellt, und die Regierung will kein Geld mehr zuschiessen.

Deshalb wird der Sokol Circuit bis auf weiteres nicht als Reserve-Schauplatz im GP-Kalender Platz finden.


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