Lucchinelli zu Pecco: Auf Ibiza schon anderes gesehen

Von Mario Furli
Marco Lucchinelli

Marco Lucchinelli

Marco Lucchinelli, 500er-Weltmeister von 1981, verwies nach dem Unfall von MotoGP-Vizeweltmeister Pecco Bagnaia nach einer Party auf Ibiza auf die frühere Normalität eines Rennfahrers.

In der vergangenen Woche sorgte Francesco «Pecco» Bagnaia mit einem Autounfall auf Ibiza für Aufsehen, vor allem weil beim Ducati-Werksfahrer laut einstimmigen Medienberichten ein Atemalkoholgehalt von 0,87 mg/l gemessen worden sei. Erlaubt sind in Spanien am Steuer maximal 0,25 mg/l.

Eine offizielle Entschuldigung des 25-jährigen Italieners erfolgte noch am selben Abend über seine Social-Media-Kanäle, Ducati dagegen schwieg. Gesprächsstoff lieferte der Vorfall in den vergangenen Tagen dennoch genug. So äußerte sich auch Marco Lucchinelli.

Der 500er-Weltmeister von 1981 hielt gegenüber «MOW» fest: «Pecco hat einen Fehler gemacht, daran besteht kein Zweifel, aber den Motorradsport, dem wir nachtrauern, machten Fahrer aus, die wirklich am Limit lebten und die Leute gerade deshalb mitrissen, weil sie dieses Limit ab und zu auch überschritten haben… Für uns war das normal, die Merkwürdigen waren Giacomo Agostini oder andere Leute wie er. Die Normalität der Fahrer sah aber so aus, nach dem Rennende die Bars in der Umgebung zu stürmen, angefangen bei meinem Freund Doriano [Romboni], dann Schwantz, Gardner, Fogarty, Corser, Haga.»

«Das Einzige, das ich Bagnaia vorwerfen kann, ist, dass er noch gefahren ist – aber nicht, dass er getrunken hat. Es war eigentlich sogar anständig von ihm, dass er auf Ibiza nur getrunken hat. Ich habe auf Ibiza schon gesehen, wie ein Motorrad untergegangen ist, die Suzuki von Ángel Nieto», erzählte 68-jährige Italiener.

«Heutzutage sind die Fahrer noch junge Burschen. Es wäre nicht normal, wenn sie keine Fehler machen würden. Sie sind schon als Kinder zu erwachsen», gab «Lucky» zu bedenken. «Wer über sie urteilt, sollte aber kontrolliert werden. Wenn ich am Paddock-Ausgang Tests machen würde, würde auch kaum jemand geradeaus gehen. Ich rede dabei nicht von den Fahrern, sondern von Leuten, die den ganzen Tag in der Hospitality sitzen, trinken und dann wie die anderen fahren.»

«Bagnaia hat einen Fehler gemacht, sich noch hinters Steuer zu setzen. Das ist das Einzige, was mich nerven kann», fasste Lucchinelli zusammen. «Ich habe es mit dem Unfall meines Sohnes am eigenen Leib erlebt, auch wenn die Person nicht getrunken hatte. Man muss aber Rücksicht auf die anderen nehmen», unterstrich der sechsfache GP-Sieger, dessen Sohn Cristiano 2017 nach einem Verkehrsunfall im Alter von nur 36 Jahren verstarb.

Beim Unfall von Bagnaia am frühen Dienstagmorgen kamen glücklicherweise keine Personen zu Schaden.

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