Deshalb möchte Pecco Bagnaia bald einen ruhigeren Job

Von Tim Althof
Pecco Bagnaia sieht mehr Stress und Verpflichtungen in der MotoGP als früher

Pecco Bagnaia sieht mehr Stress und Verpflichtungen in der MotoGP als früher

Francesco Bagnaia gewann in den ersten elf Rennen der MotoGP-Saison dreimal. Der Ducati-Werksfahrer ist WM-Vierter und rechnet sich für die zweite Hälfte der Saison viel aus. Später möchte er einmal kürzertreten.

Am vergangenen Wochenende musste Pecco Bagnaia seinen Sommerurlaub unterbrechen, denn der Ducati-Star war bei der «World Ducati Week» in Misano Adriatico zu Gast. Der 25-Jährige begeisterte die Zuschauer unter anderem mit dem Sieg im «Race of Champions», bei dem sämtliche Ducati-Fahrer aus den verschiedenen Rennserien zusammen um die Ehre fuhren.

Im Gespräch mit GQ Italia kam das Thema der fehlenden Überholmöglichkeiten in der aktuellen MotoGP auf den Tisch. Doch Bagnaia ist nicht von einem Überhol-Problem in der «premier class» überzeugt. «Ich glaube, es gibt kein Problem und auch Fabio Quartararo stimmt mir da zu. In den Rennen, wo ich mich zurückkämpfen musste, ist es mir auch gelungen. Ich konnte überholen», betonte der Ducati-Pilot.

«Die Aerodynamik bringt mehr Turbulenzen, es ist aber auch klar, dass wir immer ans Limit gehen, deshalb ist es immer sehr einfach, einen Fehler zu machen oder weit zu gehen», so Bagnaia. «Aber wenn du Schneller bist, hast du keine Probleme, wie von Rins in Portimão demonstriert, als er von hinten auf Position 4 fuhr. Oder von mir, als ich als Letzter losgefahren bin und Achter wurde. Oder in Mugello, als ich nach dem Start auf Platz 9 lag und am Ende noch gewinnen konnte. Kurz, wenn du das Potenzial hast, dann kommst du drüber hinweg.»

Außerdem sprach der Italiener über den Saisonverlauf. «Zu Saisonbeginn haben wir etwas mehr erwartet, aber es war nicht einfach, denn es gab verschiedene Schwierigkeiten im Bereich der Technik. Doch wir haben es geschafft, diese Probleme zu beseitigen», erklärte er. «In den letzten Rennen, seit der Rückkehr nach Europa, sind wir viel schneller geworden. Wir waren immer voraus.»

«Es gab Auf und Abs, etwas Pech und meine Fehler. Ich habe die letzten Rennen entweder gewonnen oder bin gestürzt. Das ist natürlich nicht das Beste», führte Bagnaia fort. «Aber das Wichtigste ist, dass wir wissen, dass wir so schnell sind. In der zweiten Hälfte der Saison wird es wichtig sein, Kontiunität zu finden.»

Bagnaia hat im Lenovo Ducati Team einen Vertrag bis Ende 2024. Doch wie seine ferne Zukunft aussieht, dass weiß er noch nicht. Für die Ewigkeit möchte er aber nicht als Rennfahrer um die Welt reisen. «Wenn meine Karriere gut läuft und ich noch mindestens zehn Jahre Rennen fahre, sagen wir, bis ich 35 Jahre alt bin, dann glaube ich nicht, dass ich danach noch Rennen fahren möchte», stellte der Moto2-Weltmeister von 2018 klar.

«Ich hatte wirklich Glück, denn meine Leidenschaft ist mein Beruf geworden, aber es wird immer schwieriger und stressiger», sagte der 17-fache GP-Sieger in Misano.

Bagnaia: «Es gibt viele Rennen und Verpflichtungen, daher denke ich, dass eine Fahrerkarriere nicht mehr so lange andauern wird. Kurz gesagt, ich möchte irgendwann einen ruhigeren Job ausüben.»

MotoGP-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Aleix Espargaró 151. 3. Zarco 114. 4. Bagnaia 106. 5. Bastianini 105. 6. Brad Binder 93. 7. Miller 91. 8. Mir 77. 9. Rins 75. 10. Oliveira 71. 11. Martin 70. 12. Viñales 62. 13. Marc Márquez 60. 14. Bezzecchi 55. 15. Marini 52. 16. Nakagami 42. 17. Pol Espargaró 40. 18. Alex Márquez 27. 19. Morbidelli 25. 20. Di Giannantonio 18. 21. Darryn Binder 10. 22. Dovizioso 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 5.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 246 Punkte. 2. Yamaha 172. 3. Aprilia 155. 4. KTM 121. 5. Suzuki 101. 6. Honda 85.

Team-WM:

1. Aprilia Racing 213 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 197. 3. Ducati Lenovo Team 197. 4. Prima Pramac Racing 184. 5. Red Bull KTM Factory 164. 6. Suzuki Ecstar 152. 7. Gresini Racing 123. 8. Mooney VR46 Racing 107. 9 Repsol Honda 100. 10. LCR Honda 69. 11. WithU Yamaha RNF 20. 12. Tech3 KTM Factory 14.

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