Stefan Bradl (Honda/22.): Ein schwieriges Unterfangen
«Ich muss sagen, es stört mich selber, dass ich bisher keinen WM-Punkt eingesammelt habe», erklärte Stefan Bradl beim Silverstone-GP. Aber bisher zeichnet sich keine eklatante Steigerung ab.
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"Ich bin am Ende wieder dort gelandet, wo wir uns bei den letzten Grand Prix im Training immer aufgehalten haben", seufzte Repsol-Honda-Ersatzfahrer Stefan Bradl nach dem ersten freien MotoGP-Training auf dem 5,9 km langen Silverstone Circuit. Der Repsol-Honda-Ersatzfahrer landete auf Platz 22 und verlor mit seiner Zeit von 2:02,062 min stattliche 2,169 Sekunden auf die Bestzeit von Pramac-Ducati-Werkspilot Johann Zarco.
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Bradl fährt seinen sechsten Grand Prix in diesem Jahr, den fünften bei Repsol als Ersatz für den verletzten Marc Márquez, der seinen ersten Boxenbesuch nach der vierten Oberarm-Operation auf Spielberg verschoben hat. Bisher hat Bradl in diesem Jahr keinen WM-Punkt ergattert, während er zum Beispiel beim Rennen im November 2020 in Portimão noch mit Platz 7 überzeugt hat. Mit den Plätzen 5 (Nakagami), 11 (Pol Espargaró) und 15 (Alex Márquez) zogen sich die Honda-Kollegen im FP1 mittelprächtig aus der Affäre.
Bradl ist seit 2016 nicht mehr in England gefahren. Damals steuerte er die Werks-Aprilia als Teamkollege von Álvaro Bautista. "Es war nicht einfach, mich wieder an diese Strecke zu gewöhnen", stellte Stefan Bradl nach dem FP1 im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. "Ich habe schon einige Runden gebraucht, bis ich die Kurvenradien und die Linien wieder verinnerlicht habe. Der Asphaltbelag ist jetzt okay, er wurde ja erneuert und ist jetzt in Ordnung. Aber es gibt hier viele Kurvenkombinationen, da musst du sicherstellen, dass die Linie passt. Es ist ein ganz anderes Fahren als 2016, denn damals hatten wir keine Winglets und kein Rear Ride Height Device, das man hier sehr oft pro Runde einsetzt. Das war schon eine Umstellung. Dazu gibt es einige blinde, schnelle Kurven, wo sich das Motorrad ganz anders verhält als vor sechs Jahren. Wir haben in den schnellen Kurven jetzt mehr Downforce."
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Außerdem liegt die erste Kurve in Silverstone so nahe an der Startlinie, dass manche Fahrer beim Start das "holeshot device" nicht einsetzen. "Ja, das war mir auch neu, als mich das Team gestern darüber informiert hat", erklärte der 32-jährige Bayer. "Aber wir verwenden bei Honda ein anderes System, wir haben nicht so viel ‚stroke‘, deshalb werden wir es im Rennen verwenden."
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Honda hat bisher keine Lösung für die gravierenden Probleme gefunden, die laut Teamchef Alberto Puig "drei bis vier Bereiche" umfassen.
Auffallend ist: Alle vier Honda-Fahrer haben momentan unterschiedliche "Aero Bodys" im Einsatz. Es wird also auch im Bereich der Aerodynamik gearbeitet, allein schon wegen der Überhitzungsprobleme, die beim Sachsenring-GP zu einem Totalausfall mit null Punkten geführt haben. "Ich muss ehrlich sagen, dass mich die bisherigen Ergebnisse selber auch stören", stellte der deutsche Honda-Testfahrer fest, der nach der GP-Rückkehr von Márquez (in Aragón?) auch wieder als Servus-TV-Experte an die GP-Strecken kommen wird. "Für mich sind die Grand Prix momentan ein schwieriges Unterfangen. Ich habe bereits drei Rennstürze gehabt und frage mich manchmal, ob es Sinn hat, für einen oder zwei Punkte so viel zu riskieren. Das ist aktuell einfach nicht relevant. Vorrang hat natürlich, dass wir das Motorrad verbessern, vor allem im Hinblick auf die Saison 2023."
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