Stefan Pierer (KTM): «Von Raúl Fernández enttäuscht»

Von Günther Wiesinger
Stefan Pierer, Vorstandsvorsitzender der Pierer Mobility AG, will den achtfachen Moto2-Sieger Raúl Fernández nicht ohne Ablöse freigeben. «Denn wir haben ihn nach oben gebracht», betont der Steirer.

Rund um den GP von Österreich werden am Wochenende von KTM Factory Racing einige Entscheidungen öffentlich bestätigt. Es wird die Rückkehr von Pol Espargaró zu KTM bekannt gegeben werden, er wird bei Tech3 fahren. Denn das Red Bull-Team ist für 2023 mit Brad Binder und Jack Miller besetzt worden. Dazu wird der Wechsel des Tech3-MotoGP-Teams zu GASGAS bekannt gegeben werden, die Bikes werden mit den KTM RC16 identisch sein.

Der zweite Fahrer beim nächstjährigen GASGAS Tech3 MotoGP Factory Team von Hervé Poncharal wird Moto2-Weltmeister Remy Gardner sein, der sich als Rookie in diesem Jahr bei Tech3 deutlich besser aus der Affäre gezogen hat als sein Teamkollege Raúl Fernández, der bei den ersten acht Rennen als einziger Stammfahrer punktelos geblieben ist.

Dazu hat der achtfache Moto2-GP-Sieger von 2021 ein schwieriges Umfeld mit drei bis vier Managern und einem Vater, der gerne lautstark dreinredet und vor einem Jahr enormen Druck auf KTM machte, damit sein zweiter Sohn Adrián trotz mittelmäßiger Ergebnisse einen Fixplatz in einem Top-Moto3-Team bekommt. Die Österreicher räumten des lieben Friedens willen damals einen Platz bei Tech3-KTM für ihn frei. Momentan liegt Adrián Fernández mit 29 Punkten (und fünf Nullern) auf dem enttäuschenden 20. WM-Rang.

Teamkollege Deniz Öncü hat 114 Punkte eingesammelt und ist WM-Fünfter.

«Menschlich ist das Umfeld von Fernández eine Katastrophe. Wir haben uns wirklich bemüht. Es ist enttäuschend», erklärte Stefan Pierer, der Vorstandsvorsitzende der Pierer Mobility AG. «Wir haben alles gemacht für ihn, sogar seinen Bruder haben wir für die Moto3-WM engagiert. Wir haben alles Mögliche gemacht, um ihm ein gutes Rundherum-Package zu bieten. Enttäuschend, ja. Wir haben von Raúl absolut mehr erwartet. Aber solche Enttäuschungen gehören auch dazu, wenn man Motorsport betreibt.»

Von Aprilia und vom WithU-RNF-Aprilia-Kundenteam war zu hören, Fernández müsse sich bei KTM um 1 Million Euro freikaufen.
«Über die Summe weiß ich nicht Bescheid. Ich habe Pit Beirer gesagt, eine gewisse Ablöse gehört schon her, wie sie auch im Fußball an der Tagesordnung ist», erklärte Stefan Pierer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Du kennst Pit, er ist da kein Maximierer. Aber wir haben viel Geld in Fernández investiert, wir haben ihn vom Red Bull Rookies-Cup über die Moto3 und Moto2 in die MotoGP-WM raufgebracht. Aber es sind 2022 keine Resultate geliefert worden.»

Übrigens: Vor zwei Jahren wurde Jorge Martin für eine Ablöse von 80.000 Euro an Pramac Ducati freigegeben.

Aber bei ihm war die Situation anders. Er kämpfte damals im Red Bull KTM Ajo Team um den Moto2-WM-Titel und verlor ihn unter anderen wegen einer Covid-Infektion.

Außerdem stand in Martins Vertrag, er könne aussteigen, wenn am 1. Juli 2020 in der MotoGP-WM kein KTM-Fahrer in den Top-Ten liegt.

Und das war nicht der Fall. Denn die WM begann wegen der Corona-Pandemie erst am 19. Juli!

«Wir wollten Jorge Martin damals nicht im Weg stehen. Er war bei uns nicht nur erfolgreich, er ist auch ein sympathischer Kerl», sagt Stefan Pierer. «Es hängt immer mit den Personen zusammen. In Österreich sagt man: ‘Durchs Reden kommen die Leut’ zusammen.’ Wenn einer anständig mit uns umgeht und vernünftig verhandelt, findet man immer eine Lösung – wie jetzt auch bei Miguel Oliveira. Ich bin froh, dass er ein gutes Team gefunden hat. Die Aprilia geht sicher nicht schlecht. Das wird interessant. Aber wenn einer nur selbstgefällig und angeberisch auftritt, das ist zu wenig.»


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