Pecco Bagnaia (1.): «Leicht gesagt, aber schwierig»

Von Nora Lantschner
Pecco Bagnaia, Sieger des Malaysia-GP

Pecco Bagnaia, Sieger des Malaysia-GP

Mit seinem siebten Saisonsieg machte Pecco Bagnaia in Sepang einen großen Schritt in Richtung MotoGP-Titel, auch wenn Fabio Quartararo die Entscheidung vertagte. Das sagt der Ducati-Werksfahrer.

Von Startplatz 9 erwischt Francesco «Pecco» Bagnaia einen Traumstart in den Malaysia-GP («der beste Start meiner Karriere») und reihte sich bereits als Zweiter in die erste Kurve ein. Nach dem Sturz von Pole-Setter Jorge Martin erbte der Italiener die Führung, sein künftiger Teamkollege Enea Bastianini machte ihm das Leben aber nicht leicht. Dennoch hielt Pecco dem Druck stand und feierte einen Sieg, der ihn vor dem WM-Finale in Valencia in zwei Wochen zu großen Favoriten macht. Denn Fabio Quartararo liegt trotz Platz 3 nun 23 Punkte zurück.

«Ich bin in meiner Karriere nie besser weggekommen, der Start war unglaublich», grinste ein zufriedener WM-Leader nach dem heißen 20-Runden-Rennen. «Ich habe an diesem Wochenende jede Chance auf einen Practice-Start verpasst, weil ich im FP3 gestürzt bin und im Q2 wieder. Deswegen war ich mir beim Start nicht so sicher, auch weil die zwei Startversuche im Warm-up nicht so gut war. Beim Barcelona-Test haben wir am Launch-System aber etwas an der Drehzahl gemacht, was für uns gut funktioniert hat. Zuvor war es sehr schwierig, einen guten Start zu machen, weil die Wheelie-Neigung stark war. Ich habe in Barcelona 23 Practice-Starts gemacht und seither war jeder Start perfekt. Der von heute war der beste davon», schilderte Bagnaia, der allerdings auch einräumte: «Die erste Bremsphase war ein bisschen riskant, aber nützlich.»

«Nach den ersten zwei Kurven war ich dann ruhiger. Ich habe mir gesagt: ‚Okay, jetzt kann ich anfangen, meine Pace anzupassen.‘ Jorge hat vor mir stark gepusht. Ich habe zwei Runden lang versucht, im zu folgen, aber dann gesehen, dass diese Pace für mich zu viel war. Ich habe einfach versucht, meine Pace konstant zu fahren. Jorge ist dann leider gestürzt, aber ich glaube, mit der Pace hätte der Hinterreifen auch mehr nachgelassen», vermutet der Ducati-Werksfahrer.

«Der schwierigste Part des Rennens war, als Enea mich überholt hat», fuhr der 25-Jährige fort. «Ich wusste, dass Fabio Dritter war, und es war heute sehr wichtig, mit Blick auf Valencia so viele Punkte wie möglich herauszuholen. Ich habe einfach versucht, Eneas Pace zu verstehen, und als ich gesehen habe, dass meine Pace besser habe, habe ich versucht, mich wieder an die Spitze zu setzen und so hart wie möglich zu bremsen, damit ich ihm keine Chance auf ein Überholmanöver gebe. Es war schwierig, richtig hart, aber einer der besten Momente der Saison.»

«Es war absolut nicht einfach zu managen, aber meine Stärke war, dass ich so, so hart gebremst habe. In den langgezogenen Kurven habe ich ein bisschen verloren, er ist mehr Schräglage gefahren und hat die Linien mit mehr Speed mehr zugemacht. Da habe ich also etwas eingebüßt, auf der Bremse war ich aber sehr stark. Das hat dazu geführt, dass ich das Rennen gewonnen habe», fasste der nun siebenfache Saisonsieger zusammen.

In zwei Wochen braucht Pecco Bagnaia in Valencia nur noch zwei Punkte, um sich zum MotoGP-Weltmeister 2020 zu küren. Ein 14. Platz würde also in jedem Fall reichen, während Fabio Quartararo auf Sieg fahren muss.

«Mit Sicherheit wird es eine andere Situation sein», blickte der WM-Leader auf das Finale voraus. «23 Punkte Vorsprung bedeuten, dass nur noch zwei Punkte fehlen. Falls er gewinnt, muss ich 14. werden. Das sagt sich jetzt so leicht, es wird aber sehr schwierig werden. Manchmal hast du mehr Probleme, wenn du vorsichtig bist, weil du mehr abgelenkt und fehleranfälliger bist. Ich werde also einfach versuchen, ein normales Wochenende zu absolvieren, wie hier in Malaysia – okay, vielleicht mit weniger Stürzen, weil ich an diesem Wochenende zu oft gestürzt bin. Es geht darum, clever zu sein, gut zu arbeiten und vorne dabei zu sein. Wenn ich die Chance auf den Sieg haben sollte, werde ich versuchen, erneut zu gewinnen.»

Ducati Lenovo fixierte in Malaysia immerhin den Team-Titel. Damit fehlt nur noch der erste Fahrer-Titel seit Casey Stoner im Jahr 2007, um den Gewinn der Triple-Crown perfekt zu machen. «Wir werden es versuchen», lächelte Bagnaia darauf angesprochen.

MotoGP-Ergebnis, Sepang (23.10.):

1. Bagnaia, Ducati, 20 Rdn in 40:14,332 min
2. Bastianini, Ducati, + 0,270 sec
3. Quartararo, Yamaha, + 2,773
4. Bezzecchi, Ducati, + 5,446
5. Rins, Suzuki, + 11,923
6. Miller, Ducati, + 13,472
7. Marc Márquez, Honda, + 14,304
8. Brad Binder, KTM, + 16,805
9. Zarco, Ducati, + 18,358
10. Aleix Espargaró, Aprilia, + 21,591
11. Morbidelli*, Yamaha, + 23,235
12. Crutchlow, Yamaha, + 24,641
13. Oliveira, KTM, + 24,918
14. Pol Espargaró, Honda, + 25,586
15. Fernández, KTM, + 27,039
16. Viñales, Aprilia, + 30,427
17. Alex Márquez, Honda, + 33,322
18. Gardner, KTM, + 33,691
19. Mir, Suzuki, + 41,838
– Darryn Binder, Yamaha, 10 Runden zurück
– Di Giannantonio, Ducati, 10 Runden zurück
– Martin, Ducati, 14 Runden zurück
– Nagashima, Honda, 16 Runden zurück
– Marini, Ducati, 19 Runden zurück

*= 3-Sekunden-Strafe («unverantwortliche Fahrweise»)

MotoGP-WM-Stand (nach 19 von 20 Rennen):

1. Bagnaia 258 Punkte. 2. Quartararo 235. 3. Aleix Espargaró 212. 4. Bastianini 211. 5. Miller 189. 6. Brad Binder 168. 7. Zarco 166. 8. Rins 148. 9. Oliveira 138. 10. Martin 136. 11. Viñales 122. 12. Marc Márquez 113. 13. Marini 111. 14. Bezzecchi 106. 15. Mir 77. 16. Pol Espargaró 56. 17. Alex Márquez 50. 18. Nakagami 46. 19. Morbidelli 36. 20. Di Giannantonio 23. 21. Dovizioso 15. 22. Darryn Binder 12. 23. Gardner 10. 24. Crutchlow 10. 25. Raúl Fernández 10. 26. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati 432 Punkte (Titelgewinner). 2. Aprilia 248. 3. Yamaha 243. 4. KTM 220. 5. Suzuki 174. 6. Honda 153.

Team-WM:

1. Ducati Lenovo Team 447 Punkte (Titelgewinner). 2. Aprilia Racing 334. 3. Red Bull KTM Factory 306. 4. Prima Pramac Racing 302. 5. Monster Energy Yamaha 271. 6. Gresini Racing 234. 7. Suzuki Ecstar 225. 8. Mooney VR46 Racing 217. 9. Repsol Honda 171. 10. LCR Honda 96. 11. WithU Yamaha RNF 37. 12. Tech3 KTM Factory 20.

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