Marc Márquez: «Volles Drehmoment manchmal ab 2. Gang»

Von Alessandro Righi
Die neue MotoGP-Ära zeichnet sich auf technischer Seite vor allem durch die Aerodynamik-Elemente und die Ride Height Devices aus. Repsol-Honda-Werkspilot Marc Márquez erklärt die Unterschiede zur Vergangenheit.

Als Ducati beim Wintertest zur Saison 2015 in Katar die Desmosedici mit Winglets versah, wurden bis zur strengeren Reglementierung 2019 aus den Aerodynamik-Anbauteilen ganze Aufbauten. Und ehe die Konkurrenz in puncto Aerodynamik die Lücke schloss, holte sich das Werk aus Borgo Panigale den Vorteil auf technischer Ebene zurück.

Denn zum Ende der Saison 2019 führten die Italiener das «Holeshot Device» ein und entwickelten es zum «Ride Height Device» weiter. Nicht nur wurde damit die Beschleunigung aus den Kurven heraus verbessert, sondern auch der Luftwiderstand auf den Geraden. Zusätzlich verbesserte sich durch den Abtrieb das Bremsverhalten.

Gigi Dall’Igna gelang allerdings eine weitere Meisterleistung. Für die Saison 2022 wurde für die GP22-Bikes das «Front Ride Height Device» (FRHD) entwickelt, ehe die Grand Prix Commission die Nutzung durch das im März beschlossene Verbot für 2023 auf ein Jahr beschränkte.

Dennoch fuhren von der Einführung der Ducati-Winglets 2015 bis zum Verbot des Front Ride Height Devices für die Saison 2023 nicht die Roten von Fahrer-Titel zu Fahrer-Titel, sondern meistens Marc Márquez, der seit der Ducati-Winglets 2015 vier Mal die MotoGP-Weltmeisterschaft für sich entschied. 2020 wurde Marc von Joan Mir und 2021 von Fabio Quartararo beerbt, ehe Pecco Bagnaia in der abgelaufenen Saison zum neuen MotoGP-Weltmeister avancierte.

Der Repsol-Honda-Pilot Márquez erklärte gegenüber crash.net die Zeit vor dem aerodynamischen und technischen Aufschwung. Der Spanier betonte: «Früher war alles mehr vom Fahrer abhängig. Das volle Drehmoment brachte man erst im vierten, fünften und sechsten Gang auf das Bike.»

«Allerdings ist es jetzt so, dass wir auf manchen Strecken schon im dritten oder sogar im letzten Teil des zweiten Ganges das volle Drehmoment einsetzen. Vorher spielten wir mit der Körperhaltung und mit der Hinterradbremse, um das Bike zu kontrollieren», machte Márquez den Unterschied durch den Aufschwung deutlich und fügte an: «Jetzt bist du im dritten Gang und es ist wie in der Moto3, du versteckst dich hinter der Scheibe und das ist dann das Limit.»

«Auf der Bremse sind die Bikes durch die Aerodynamik sehr stabil. Auf einer Runde gemessen ist alles enger, aber das Überholen ist schwieriger», schloss Márquez ab.

Auch Luca Marini, der für das Mooney VR46 Racing Team tätig ist, ist nicht zur Gänze ein Freund der jüngsten Entwicklungen. Der Italiener erklärte: «Am liebsten hätte ich Bikes, die schwieriger zu fahren sind, denn dann macht der Fahrer den Unterschied.»

Nicht nur die MotoGP knöpfte sich der Moto2-Vizeweltmeister von 2020 mit dieser Aussage vor. Marini führte aus: «In den kleineren Klassen wie die Supersport 300 oder Moto3 ist das große Problem, dass die Bikes zu einfach zu fahren sind. Und die MotoGP geht aktuell in die Richtung.»

«Jeder will der beste Fahrer sein. Aber wenn du es sein willst, musst du einfach mehr Möglichkeiten haben, einen Unterschied machen zu können. Wenn die Bikes schwieriger zu fahren sind, wo der Fahrer gezwungen wird, sich zu verbessern, dann bin ich glücklich», rundete der 25-jährige Bruder von Valentino Rossi ab.

MotoGP-Ergebnis, Valencia (6.11.):

1. Rins, Suzuki, 27 Rdn in 41:22,250 min
2. Brad Binder, KTM, + 0,396 sec
3. Martin, Ducati, + 1,059
4. Quartararo, Yamaha, + 1,911
5. Oliveira, KTM, + 7,122
6. Mir, Suzuki, + 7,735
7. Marini, Ducati, + 8,524
8. Bastianini, Ducati, + 12,038
9. Bagnaia, Ducati, + 14,441
10. Morbidelli, Yamaha, + 14,676
11. Bezzecchi, Ducati, + 17,655
12. Raúl Fernández, KTM, + 24,870
13. Gardner, KTM, + 26,546
14. Nakagami, Honda, + 26,610
15. Di Giannantonio, Ducati, + 31,819
16. Crutchlow, Yamaha, + 1:28,870 min
17. Alex Márquez, Honda, + 1 Runde
– Miller, Ducati, + 5 Runden
– Zarco, Ducati, + 12 Runden
– Viñales, Aprilia, + 12 Runden
– Marc Márquez, Honda, + 18 Runden
– Pol Espargaró, Honda, + 23 Runden
– Darryn Binder, Yamaha, + 23 Runden
– Aleix Espargaró, Aprilia, + 24 Runden

MotoGP-WM-Endstand (nach 20 Rennen):

1.Bagnaia 265. 2. Quartararo 248 Punkte. 3. Bastianini 219. 4. Aleix Espargaró 212. 5. Miller 189. 6. Brad Binder 188. 7. Rins 173. 8. Zarco 166. 9. Martin 152. 10. Oliveira 149. 11. Viñales 122. 12. Marini 120. 13. Marc Márquez 113. 14. Bezzecchi 111. 15. Mir 87. 16. Pol Espargaró 56. 17. Alex Márquez 50. 18. Nakagami 48. 19. Morbidelli 42. 20. Di Giannantonio 24. 21. Dovizioso 15. 22. Raúl Fernández 14. 23. Remy Gardner 13. 24. Darryn Binder 12. 25. Crutchlow 10. 26. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 448 Punkte. 2. Yamaha 256. 3. Aprilia 248. 4. KTM 240. 5. Suzuki 199. 6. Honda 155.

Team-WM:

1. Ducati Lenovo Team 454 Punkte. 2. Red Bull KTM Factory 337. 3. Aprilia Racing 334. 4. Prima Pramac Racing 318. 5. Monster Energy Yamaha 290. 6. Suzuki Ecstar 260. 7. Gresini Racing 243. 8. Mooney VR46 Racing 231. 9. Repsol Honda 171. 10. LCR Honda 98. 11. WithU Yamaha RNF 37. 12. Tech3 KTM Factory 27.

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