Sito Pons: «Seit 2013 reden wir über MotoGP-Rückkehr»

Von Günther Wiesinger
Nach der Saison 2005 musste sich das erfolgreiche Camel-Honda-Team von Sito Pons aus der MotoGP-WM zurückziehen. Die Rückkehr klappte nie, auch 2022 bekam Pons eine Absage.

Sito Pons ist seit Beginn der Moto2-Weltmeisterschaft 2010 gemeinsam mit Hersteller Kalex fixer und erfolgreicher Bestandteil der Mittelgewichtsklasse. Aus der MotoGP-WM hat sich der 250-ccm-Weltmeister von 1988 und 1989 (auf Honda NSR250) nach der Saison 2005 zurückziehen müssen, als er sich mit Sponsor Camel nicht über den Sponsorbetrag für Max Biaggi einig wurde.

Sito Pons schaffte mit seinem Team in der Königsklasse (500 ccm und MotoGP) nicht weniger als 13 GP-Siege, zu denen Stars wie Crivillé, Puig, Checa, Barros, Capirossi und Biaggi beitrugen.

In den Jahren 2006 und 2007 fehlte das Team Pons im Paddock. «2009 sind wir in der 250er-Klasse mit einem eigenen GP-Team zurückgekehrt», blickt der Spanier zurück. «Wir sind damals mit Héctor Barbera in der WM auf Platz 2 gelandet. Mit ihm haben wir damals in Valencia letzte 250-ccm-WM-Lauf der Geschichte gewonnen.»

Mehrmals liebäugelte Pons in den letzten Jahren mit einer Rückkehr in die «premier class». Aber inzwischen macht sich der Teamchef, der 2022 in der WM mit Aron Canet und Jorge Navarro in seinem Flexbox HP40 mitmischte und mit Santi Mulero einen renommierten Technical Director hat, keine Illusionen mehr. Obwohl nach dem Rückzug von Suzuki Ecstar zwei Plätze verfügbar sind, die allerdings vorläufig für ein Motorradwerk reserviert bleiben.

«Wir haben mit Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta viele Gespräche über die MotoGP geführt. Wir haben ihn offiziell angefragt, ob wir mit dem Team Pons in die MotoGP-Klasse zurückkommen können. Aber Carmelo hat mir klar gesagt, dass er einen Hersteller haben will und im Moment keinen zusätzlichen Satellitenteams unter Vertrag nimmt. Das war seine klare Antwort. Wir haben ihn seit vielen Jahren immer wieder gefragt, ob wir MotoGP-Slots bekommen können. Es gab einmal eine Möglichkeit, aber wir haben sie verpasst, weil uns kein Werk Motorräder geben wollte.»

«Als Suzuki den Rückzug im Mai angekündigt hat, haben wir wieder. mit Carmelo gesprochen», erzählte Sito Pons im Interview mit SPEEDWEEK.com. «Wir hätten die Ressourcen, wir haben die Erfahrung. Aber leider gibt es für ein Privatteam keinen Platz», bedauert der 63-jährige Teambesitzer, dessen Söhne Axel und Edgar in der Moto2-WM nie richtig fuß fassen konnten.

Sito Pons räumt ein, dass er auch 2015 bei der Dorna vorstellig wurde, als Forward-Yamaha-Teamchef Giovanni Cuzari im Gefängnis saß und nachher seine beiden MotoGP-Plätze verlor. Auch 2018, als die Teams von Jorge Martinez und Marc VDS das MotoGP-Feld räumten, meldete Pons sein Interesse an. «Schon 2013 haben wir Carmelo erstmals wegen einer MotoGP-Rückkehr angefragt», berichtet Pons. «Aber es hat sich nie eine ernsthafte Chance aufgetan.» 

Geschäftsmann Pons weiß, dass die MotoGP-Slots in den letzten Jahren durch den Einstieg neuer Werke sehr wertvoll geworden sind. Denn erstens bezahlt die Dorna jedem Privatteam bis zu 7 Millionen Euro im Jahr, man kann es für ca. 10 Millionen gut betreiben. Und manche Werke beliefern die besten Kundenteams kostenlos mit Bikes, zahlen auch noch die Fahrergagen und platzieren Ingenieure in der Box.

Heute kostet ein privates MotoGP-Team also nicht mehr als ein Zwei-Mann-Moto2-Rennstall, für den ein Budget von 2,5 bis 3 Millionen Euro erforderlich ist. «Ja, die Kosten sind in beiden Klassen gleich, mehr oder weniger», weiß Sito Pons. «In der MotoGP-Klasse bekommen die Teams von der Dorna viel mehr finanziellen Support.»

Die Fahreraufgebote von Pons Racing in der Moto2:
 

2023
Aron Canet
Sergio Garcia

2022
Aron Canet
Jorge Navarro

2021:
Stefano Manzi
Hector Garzo

2020:
Hector Garzo
Lorenzo Baldassarri

2019:
Lorenzo Baldassarri
Augusto Fernández

2018:
Lorenzo Baldassarri
Augusto Fernández

2017:
Fabio Quartararo
Edgar Pons

2016:
Alex Rins
Edgar Pons

2015:
Luis Salom
Alex Rins

2014:
Luis Salom
Maverick Viñales

2013:
Pol Espargaró
Axel Pons
Esteve Rabat

2012:
Pol Espargaró
Axel Pons
Esteve Rabat

2011:
Aleix Espargaró
Axel Pons

2010:
Sergio Gadea
Axel Pons

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Fernando Alonso im Aston Martin: Na denn gute Nacht

Mathias Brunner
​Der spanische Formel-1-Star Fernando Alonso tritt 2023 in einem Aston Martin an, für den Technikchef Dan Fallows die Verantwortung trägt. Der Brite sagt: «Meine besten Ideen kommen mitten in der Nacht.»
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Di.. 31.01., 11:00, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Di.. 31.01., 13:40, Motorvision TV
    Car History
  • Di.. 31.01., 15:00, Motorvision TV
    FIM World Motocross Championship 2021
  • Di.. 31.01., 15:30, Motorvision TV
    FIM X-Trial World Championship 2022
  • Di.. 31.01., 16:15, Hamburg 1
    car port
  • Di.. 31.01., 16:25, Motorvision TV
    FIM World Motocross Championship 2022
  • Di.. 31.01., 16:55, Motorvision TV
    Australian Motocross Championship 2022
  • Di.. 31.01., 17:45, Motorvision TV
    FIM Superenduro World Championship 2022
  • Di.. 31.01., 18:00, ORF Sport+
    Formel E 2023: 3. Rennen Diriyah, Highlights
  • Di.. 31.01., 18:15, Motorvision TV
    FIM X-Trial World Championship
» zum TV-Programm
7