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Alberto Puig bestätigt: Ken Kawauchi jetzt bei Honda

Von Günther Wiesinger
Schon am Montag dieser Woche hat SPEEDWEEK.com berichtet, dass Ken Kawauchi als MotoGP-Technikchef von Suzuki zu Honda übersiedelt. Jetzt ist es offiziell.

Der spanische Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig hat jetzt die SPEEDWEEK.com-Meldung bestätigt, wonach der Japaner Ken Kawauchi ab sofort als neuer Technical Director für das MotoGP Projekt der Honda Racing Corporation (HRC) verantwortlich sein wird. Kawauchi hat in den letzten zehn Jahren das Suzuki-Projekt begleitet und als Technical Manager an der Seite von Shinichi Sahara und Teamchef Davide Brivio 2020 mit Joan Mir die MotoGP-WM mit der GSX-RR gewonnen.

Insgesamt hat Suzuki mit dem neuen Reihen-Vierzylinder-Motorrad seit der MotoGP-Rückkehr 2015 sieben GP-Siege gefeiert, den ersten 2016 durch Maverick Viñales in Silverstone. Und trotz des Ausstiegs per Saisonende 2022 siegte Alex Rins auf der Suzuki noch bei zwei der letzten drei WM-Rennen – in Phillip Island und Valencia.

Ken Kawauchi übernimmt bei HRC also die Position von Takeo Yokoyama, der seit 2016 für die MotoGP-Technik verantwortlich war, aber wegen der schwachen Performance in den letzten drei Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war.

Der neue HRC-Technikchef kennt zwei der vier aktuellen MotoGP-Piloten von Honda ausgezeichnet, denn Joan Mir übernimmt den Platz von Pol Espargaró bei Repsol, Alex Rins hat bei LCR-Honda die Position von Alex Márquez übernommen. Sein Crew-Chief ist jetzt David Garcia, der 2022 bei LCR für Alex Márquez zuständig war. 

Ken Kawauchi soll jetzt die 2023-Version der Honda RC213V auf Vordermann bringen. Er bringt jedenfalls einen reichen Erfahrungsschatz und viele Daten von Suzuki zur Konkurrenz mit. Sein Wissen und Können gilt in der Branche und bei der Konkurrenz als unbestritten. Die Honda ist unter anderem im Bereich der Aerodynamik deutlich hinter die Bikes der Konkurrenz zurückgefallen. 

Honda hat – wie berichtet – auch bei den Crew-Chiefs Verändungen vorgenommen. Taka Nakagami wird künftig von Klaus Nöhles betreut, denn dessen Crew-Chief Giacomo Guidotti wird künftig wieder in der Repsol-Box arbeiten und dort Joan Mir betreuen. Und der bisherige Pol-Espargaró-Honda-Crew-Chief Ramon Aurín kümmert sich jetzt als Technikchef um das HRC Test Team mit Stefan Bradl.

«HRC hat Ken Kawauchi als Technical Manager unter Vertrag genommen», berichtete Alberto Puig auf motogp.com, was längst als schlecht gehütetes Geheimnis durchgesickert war.

Honda macht sich also den MotoGP-Rückzug von Suzuki zunutze und holt sich frische Ideen von einem starken Konkurrenten.

Vorgänger Takeo Yokoyama bleibt HRC erhalten und wird künftig in Japan junge Ingenieure ausbilden.

Der sechsfache MotoGP-Weltmeister Marc Márquez verlangt von HRC ein Sieger-Motorrad, er stellte die europäischen Hersteller als Vorbild an Innovation und Entwicklungsgeschwindigkeit hin.

Seither hat sich bei HRC einiges getan. Seit September wird eine Aluschwinge von Kalex verwendet, vor wenigen Tagen wurde eine langfristige Zusammenarbeit mit Akrapovic verkündet.

Und Márquez beklagte sich 2022 auch regelmäßig über die mangelnde Motorleistung der Werks-Honda. Von Suzuki ist bekannt, dass sie nach 2015 wegen des akuten PS-Mangels den Reihenmotor der GSX-RR bei Pankl Racing in der Steiermark in Österreich auf Vordermann bringen ließen.

Ob Ken Kawauchi auch bei HRC diese Option wählt, bleibt abzuwarten. Da die «engines specification» für 2023 am 23. März homologiert werden muss, drängt die Zeit. Denn während der Saison bleibt die Motoren-Entwicklung eingefroren.  

Bei Yamaha hat der ehemalige F1-Motorenmann Ing. Marmorini bereits vor einem Jahr mit der Tuning-Arbeit am M1-Triebwerk begonnen. 

Übrigens: Pankl Racing steht im Eigentum von KTM-Chef Stefan Pierer. 


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