Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Jack Miller (KTM/1.): «Ich habe nichts geleistet»

Von Günther Wiesinger
Jack Miller: Beim Sprunghügel machte er Toprak Razgatlioglu Konkurrenz

Jack Miller: Beim Sprunghügel machte er Toprak Razgatlioglu Konkurrenz

Jack Miller bedankt sich nach der Portimão-Bestzeit bei den KTM-Ingenieuren. «Denn sie haben sich all den Mist zu Herzen genommen, den ich verzapft habe», sagte er. «Sie haben geschuftet, ich war vier Monate daheim.»

Nach den Testergebnissen in Sepang und Portimão hätte niemand auf eine Bestzeit von Red Bull-KTM getippt, schon gar nicht auf eine von Neuzugang Jack Miller, der aber im FP2 auf dem «Autódromo Internacional do Algarve» mit 1:37,7 min eine eindrucksvolle Bestzeit vorlegte, und das in einem Training, das zweimal mit der roten Flagge unterbrochen wurde, beim zweiten Mal sogar nach einem schweren Crash seines Pierer-Group-Kollegen und Freundes Pol Espargaró.

«Ehrlich gesagt, ich bin genau so überrascht wie ihr Jungs von den Medien», schmunzelte Jack, «besonders was die Rundenzeit betrifft. Ich habe keine 1:37,7 min erwartet, aber ich nehme nie gerne. Wir hatten für heute nur das Ziel, in die Top-Ten zu kommen und den direkten Einzug ins Q2 zu schaffen. Das haben wir geschafft… Aber wir haben extrem emsig gearbeitet, und wenn ich ‘wir’ sage, dann meine ich in erster Linie die Ingenieure. Ich habe nichts geleistet, ich habe mich vier Monate lang fast immer in Australien herumgetrieben. Die Techniker haben sich alles angehört, was ich erzählt habe. Sie haben sich meine Kommentare, meine Wünsche und Forderungen zu Herzen genommen. Wir haben mit dem neuen Big-Bang-Motor einen großen Schritt gemacht, auch mit dem neuen Chassis. Wir haben auch die Philosophie bei der Elektronik geändert. das waren jeweils massive Schritte.»

«Ich habe heute von Exit zu Exit klarer gespürt, dass dieses Bike jetzt meinen Vorstellungen entspricht. So konnte ich auch die Stärken der KTM weiter erforschen, dazu gehört das Feeling für die Fronte. Dieses Motorrad hat vorne viel Kompetenz, man kann das Vorderrad stark belasten, das spürt man jede Runde und in jeder Kurve. Man kann den reifen vorne sehr gut lesen. Ich hatte heute einige Schrecksekunden, man sieht das am Ellbogen und am Leder, ich habe einige Rutscher abgefangen. Die KTM gibt dir wirklich ein erstaunliches Feeling. Dadurch konnte ich diese Stürze vermeiden und diese Slides abfangen. Ich muss den Ingenieuren und allen bei KTM ein riesiges Dankeschön sagen. Ich bin dankbar, dass sie mir diese Gelegenheit gegeben haben und nicht nur das. Es freut mich auch, dass sie mir so brav zugehört haben, wenn ich den ganzen Mist erzählt habe, den ich bei Ducati in fünf Jahren gelernt habe. Sie haben mich ja nicht nur engagiert, weil ich so ein netter Kerl bin, sondern auch, weil ich einiges Know-how von Ducati mitgebracht habe.»

«Bei KTM haben sie Tag und Nacht geschuftet und mir nie übelgenommen, wenn ich pausenlos über dieselben Dinge beschwert habe», setzte Miller fort. «Sie haben sich wirklich extrem angestrengt, um alle meine Wünsche bis zum Saisonstart zu erfüllen. Es war eine erstaunliche Reise bisher vom ersten Testtag in Valencia im November bis heute. das Motorrad hat sich seither sehr stark zum Besseren verändert. jetzt müssen wir diesen Schwung beibehalten. Denn wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen schnell sein, wenn wir bei den Grand Prix das Elektronik-Set-up und andere Aspekte verändern müssen. Aber die Jungen unternehmen alles, um dieses Projekt noch stromlinienförmiger zu gestalten.»

Die Fotografen begeisterten sich am Sprunghügel über die spektakulären Jumps von «Jumping Jack» Miller. «Ich habe mir die Superbike-Videos von Toprak angeschaut und dachte, das kann ich auch.» 

MotoGP-Ergebnis nach FP2, Portimão (24.3.):

1. Miller, KTM, 1:37,709 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,037 sec
3. Bagnaia, Ducati, + 0,147
4. Marini, Ducati, + 0,190
5. Martin, Ducati, + 0,282
6. Quartararo, Yamaha, + 0,306
7. Zarco, Ducati, + 0,403
8. Bezzecchi, Ducati, + 0,449
9. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,544
10. Bastianini, Ducati, + 0,547
11. Alex Márquez, Ducati, + 0,676
12. Mir, Honda, + 0,685
13. Rins, Honda, + 0,707
14. Marc Márquez, Honda, + 0,710
15. Nakagami, Honda, + 1,118
16. Augusto Fernández, GASGAS, + 1,173
17. Raúl Fernández, Aprilia, + 1,195
18. Brad Binder, KTM, + 1,201
19. Oliveira, Aprilia, + 1,249
20. Morbidelli, Yamaha, + 1,296
21. Di Giannantonio, Ducati, + 1,712
22. Pol Espargaró, GASGAS, + 2,421


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