Formel 1: Urteil zur Ferrari-Kollision

Massimo Rivola: «Man kann von Marc und Fabio träumen»

Von Günther Wiesinger
Massimo Rivola, CEO von Aprilia Racing, wird an seiner Fahrerpaarung für 2024 nichts ändern und mit Aleix Espargaró und Viñales weitermachen. Aber er weiß, dass auch manch andere Stars gerne eine Aprilia fahren würden.

Die Aprilia-Werksfahrer Aleix Espargaró, er gewann im April 2022 als erster und einziger Pilot (beim Argentinien-GP) in der Königsklasse für das Werk aus Noale, und sein Teamkollege Maverick Viñales gingen als WM-Achte und WM-Zwölfter in die Sommerpause.

Das Problem: Die RS-GP war 2022 auf jeder einzelnen Piste konkurrenzfähig. Das ist in diesem Jahr nicht mehr der Fall. «Ich würde sagen, die DNA unseres Motorrads hat sich nicht geändert», hält Massimo Rivola fest, seit Januar 2019 CEO bei Aprilia Racing. «Wir sollten also auf Strecken wie Termas de Río Hondo, Mugello und Assen schnell sein, aber das ist uns nicht wirklich gelungen. Jetzt kommen Circuits wie Silverstone und Phillip Island, wo wir vorne dabei sein sollten, also auf flüssigen Pisten. Zumindest in der Vergangenheit waren wir dort immer konkurrenzfähig. Vielleicht haben wir uns inzwischen auf den Stop-and-Go-Pisten etwas gesteigert, dafür haben wir auf den schnellen Pisten an Schlagkraft eingebüsst.»

«Ich denke, es hängt in den Rennen jeweils auch stark davon ab, in welcher Position wir in den Rennen unsere Runden abspulen. Wenn wir vom Beginn weg vorne mitmischen, können wir mit einer anderen Pace beginnen, als wenn mir im Mittelfeld losfahren», meint Rivola.

Im Werksteam sind Aleix Espargaró (33) und Maverick Viñales (28) mit Verträgen bis Ende 2024 ausgestattet. Bei Aleix lag der neue Zwei-Jahres-Deal auf der Hand, obwohl zwischendurch ernsthaft überlegte, ob er nicht Rennradprofi im MoviStar-Team werden sollte. Seine Verdienste für das Aprilia-Werksteam, bei dem er nach seiner Entlassung bei Suzuki Ecstar für 2017 engagiert wurde, sind unbestritten. Er hat die RS-GP zum Sieger-Motorrad geformt und einige triste Jahre mit dem unzuverlässigen und zu langsamen Bike in Kauf genommen.

Aber warum wurde der Werksvertrag des Trainings-Weltmeisters Maverick Viñales gleich bis Ende 2024 abgeschlossen, obwohl sich abgezeichnet hat, dass in der Saison 2023 einige jüngere Talente auf den Markt kommen würden? Man denke an Italiener wie Marco Bezzecchi, Tony Arbolino, eventuell an Alex Rins, an Ex-Weltmeister Joan Mir (bei Repsol-Honda unglücklich und erfolglos), eventuell an Pedro Acosta sowie Augusto Fernández und so weiter.
Sogar Marc Márquez ist auf der Suche nach besserem Material. Bei Fabio Quartararo sieht es nicht anders aus.

Hat Rivola seine Entscheidung bei einem aktuellen Blick auf den Transfermarkt nie bereut?

Rivola muss nicht lange überlegen, wenn er über die Gründe des langfristigen Vertrags für Viñales spricht. «Ich glaube an Stabilität, denn sie bringt Performance», hält der 51-jährige Italiener fest. «Dazu glaube ich an Maverick. Deshalb habe ich mich bemüht, für Stabilität zu sorgen.»

«Natürlich kannst du anfangen zu träumen, wenn du dir vor Augen hältst, dass Fahrer wie Márquez und Fabio mit ihren Bikes Mühe haben», räumte Rivola im Gespräch mit SPEEDWEEK.com ein. «Aber gleichzeitig müssen wir mit den Füßen auf dem Boden bleiben und an das glauben, was wir machen. Wenn du dauernd alles auf den Kopf stellst und außerdem den Fahrern das Gefühl gibst, dass sie kurzfristig ausgewechselt werden könnten, dann funktioniert das nicht. Das bringt dich nicht weiter.»

MotoGP-Ergebnisse, Assen (25. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn in 40:37,640 min
2. Bezzecchi, Ducati, + 1,223 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,925
4. Brad Binder*, KTM, + 1,528
5. Martin, Ducati, + 1,934
6. Alex Márquez, Ducati, + 12,437
7. Marini, Ducati, + 14,174
8. Nakagami, Honda, + 14,616
9. Morbidelli, Yamaha, + 29,335
10. Augusto Fernández, KTM, + 33,763
11. Savadori, Aprilia, + 35,084
12. Raúl Fernández, Aprilia, + 39,622
13. Bradl, Honda, + 42,504
14. Folger, KTM, + 45,609
– Di Giannantonio, Ducati, 8 Runden zurück
– Lecuona, Honda, 12 Runden zurück
– Oliveira, Aprilia, 14 Runden zurück
– Bastianini, Ducati, 20 Runden zurück
– Viñales, Aprilia, 23 Runden zurück
– Quartararo, Yamaha, 24 Runden zurück
– Zarco, Ducati, 24 Runden zurück
– Miller, KTM, 25 Runden zurück

*= ein Platz zurück («track limits»-Vergehen)

Ergebnisse MotoGP-Sprint Assen (24. Juni):

1. Bezzecchi, Ducati, 13 Rdn in 20:09,174 min
2. Bagnaia, Ducati, +1,294 sec
3. Quartararo, Yamaha, +1,872
4. Aleix Espargaró, Aprilia, +2,245
5. Brad Binder*, KTM, +4,582
6. Martin, Ducati, +5,036
7. Viñales, Aprilia, +5,876
8. Bastianini, Ducati, +10,102
9. Alex Márquez, Ducati, +10,525
10. Marini**, Ducati, +10,556
11. Miller, KTM, +11,191
12. Nakagami, Honda, +11,473
13. Zarco, Ducati, +15,439
14. Augusto Fernández, KTM, +17,754
15. Morbidelli, Yamaha, +19,508
16. Savadori, Aprilia, +19,664
17. Marc Márquez, Honda, +19,916
18. Raúl Fernández, Aprilia, +20,583
19. Oliveira, Aprilia, + 24,269
20. Lecuona, Honda, +24,727
21. Folger, KTM, +32,056
22. Bradl, Honda, +35,372
– Di Giannantonio, Ducati, 10 Runden zurück
*= erhielt 3 sec Strafe
**= erhielt 0,5 sec Strafe

WM-Stand nach 16 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 194 Punkte. 2. Martin 159. 3. Bezzecchi 158. 4. Binder 114. 5. Zarco 109. 6. Marini 98. 7. Miller 79. 8. Aleix Espargaró 77. 9. Quartararo 64. 10. Alex Márquez 63. 11. Morbidelli 57. 12. Viñales 56. 13. Rins 47. 14. Augusto Fernández 42. 15. Nakagami 34. 16. Di Giannantonio 34. 17. Oliveira 27. 18. Bastianini 18. 19. Marc Márquez 15. 20. Pedrosa 13. 21. Savadori 9. 22. Folger 9. 23. Raúl Fernández 8. 24. Pirro 5. 25. Petrucci 5. 26. Mir 5. 27. Bradl 5.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 285 Punkte. 2. KTM 153. 3. Aprilia 121. 4. Honda 89. 5. Yamaha 82.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 268 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 256. 3. Ducati Lenovo Team 222. 4. Red Bull KTM Factory Racing 193. 5. Aprilia Racing 133. 6. Monster Energy Yamaha 121. 7. Gresini Racing 97. 8. LCR Honda 84. 9. GASGAS Factory Racing Tech3, 51. 10. CryptoDATA RNF 39. 11. Repsol Honda 20.


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