Fabio Di Giannantonio: «Ganze Welt war gegen mich»

Von Sarah Göpfert
Nach Rang 4 beim Indonesien-GP wurde Fabio Di Giannantonio von seinen Gefühlen überwältigt. Der Gresini-Ducati-Pilot offenbarte, wie schwer die letzten Monate für ihn gewesen sind und was er sich für die Zukunft wünscht.

Im Vorfeld des Indonesien-GP gab das Gresini Ducati Team die Verpflichtung von MotoGP-Superstar Marc Márquez bekannt. Gleichzeitig bedeutete das, dass Fabio Di Giannantonio nach zwei Jahren seinen Platz im Team räumen muss.

Mit Platz 4 in Mandalika gab der Italiener auf diese Entscheidung eine starke Antwort und erreichte damit sein bislang bestes Ergebnis in der Königsklasse. Im Parc Fermé (er stand dort als bester Fahrer eines Kundenteams) konnte Diggia seine Emotionen anschließend nur schwer zurückhalten. «Ich hatte einen kleinen Moment vor all den Leuten auf der Welt, da alle Kameras auf mich gerichtet waren», beschrieb er die Momente nach dem Rennen.

Der 25-Jährige erklärte daraufhin seinen emotionalen Ausbruch: «Ich arbeite in vielen Bereichen wirklich hart. Jedoch waren die vergangenen Monate sehr schwer für mich, da sich die ganze Welt gegen mich gestellt hat. Ich bin ein Mensch mit Gefühlen und auch wenn es nur ein Sport ist, für mich ist dieser mein gesamtes Leben. Als dann plötzlich alle schlecht über mich und meine Arbeit geredet haben, konnte ich das nur schwer verkraften.»

Doch der Römer gab nicht auf, sondern konzentrierte sich darauf, seine Kritiker eines Besseren zu belehren. «Ich war auch in diesen dunklen Momenten stark. Ich habe die sozialen Netzwerke geschlossen und einige Interviews abgesagt, um mich voll und ganz auf meine Arbeit zu fokussieren. Der vierte Platz ist kein Sieg und auch kein Podium. Aber es ist ein gutes Ergebnis, das mir Zufriedenheit bringt und zeigt, dass meine Arbeit Früchte trägt.»

Den Italiener hat besonders getroffen, dass ihn sein langjähriges Gresini-Team nun vor die Tür gestellt hat. «Natürlich bin ich sehr traurig. Wir haben so viel gemeinsam durchgemacht, von der Zeit in der Moto3 über die Moto2 bis hin zu Fausto Gresinis Tod. Wir haben das Team gemeinsam aufgebaut und sie wussten, wie schwer das vergangene Jahr für mich war. Daher wussten sie auch, dass ich besser werde und nur noch etwas Zeit und Vertrauen brauche. Aber am Ende geht es hier ums Geschäft; das muss ich akzeptieren.»

Zu seinen Optionen für 2024 meinte Diggia: «Ich denke, für die Meisterschaft ist es schade, einen Fahrer zu verlieren, der gute Arbeit leistet. Ich zeige immer mehr, dass ich meinen Platz in diesem Feld verdient habe. Erst wenn ich sicher bin, dass ich hier im nächsten Jahr keinen Platz haben werde, werde ich mich in anderen Meisterschaften umschauen.»

Ergebnis MotoGP-Rennen, Mandalika (15.10.):

1. Bagnaia, Ducati, 27 Rdn in 41:20,293 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,306 sec
3. Quartararo, Yamaha, + 0,433
4. Di Giannantonio, Ducati, + 6,962
5. Bezzecchi, Ducati, + 11,111
6. Binder, KTM, + 11,228
7. Miller, KTM, + 12,474
8. Bastianini, Ducati, + 12,684
9. Rins, Honda, + 22,540
10. Aleix Espargaró, Aprilia, + 30,468
11. Nakagami, Honda, + 30,823
12. Oliveira, Aprilia, + 36,639
13. Raúl Fernández, Aprilia, + 42,864
14. Morbidelli, Yamaha, 4 Runden zurück
– Zarco, Ducati, 13 Runden zurück
– Martin, Ducati, 15 Runden zurück
– Mir, Honda, 16 Runden zurück
– Augusto Fernández, KTM, 16 Runden zurück
– Marc Márquez, Honda, 20 Runden zurück
– Marini, Ducati, 23 Runden zurück
– Pol Espargaró, KTM, 26 Runden zurück

Ergebnis MotoGP-Sprint, Mandalika (14.10.):

1. Martin, Ducati, 13 Rdn in 19:49,711 min
2. Marini, Ducati, + 1,131 sec
3. Bezzecchi, Ducati, + 2,081
4. Viñales, Aprilia, + 2,720
5. Quartararo, Yamaha, + 3,121
6. Di Giannantonio, Ducati, + 4,203
7. Bastianini, Ducati, + 4,981
8. Bagnaia, Ducati, + 5,465
9. Miller, KTM, + 7,852
10. Oliveira, Aprilia, + 8,942
11. Nakagami, Honda, + 12,034
12. Zarco, Ducati, + 14,015
13. Augusto Fernández, KTM, + 14,823
14. Raúl Fernández, Aprilia, + 15,699
15. Morbidelli, Yamaha, + 23,331
16. Mir, Honda, + 24,894
17. Pol Espargaró, KTM, + 27,169
18. Rins, Honda, + 28,980
19. Binder, KTM, + 43,090
– Aleix Espargaró, Aprilia, 6 Runden zurück
– Marc Márquez, Honda, erste Runde nicht beendet

WM-Stand nach 30 von 40 Rennen:
1.Bagnaia, 346 Punkte. 2. Martin 328. 3. Bezzecchi 283. 4. Binder 211. 5. Aleix Espargaró 177. 6. Viñales 165. 7. Zarco 162. 8. Marini 144. 9. Miller 135. 10. Quartararo 132. 11. Alex Márquez 108. 12. Morbidelli 79. 13. Oliveira 73. 14. Di Giannantonio 70. 15. Augusto Fernández 67. 16. Marc Márquez 64. 17. Rins 54. 18. Nakagami 50. 19. Raúl Fernández 39. 20. Bastianini 36. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 20. 23. Pol Espargaró 12. 24. Savadori 9. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 527 Punkte (Weltmeister). 2. KTM 283. 3. Aprilia 266. 4. Yamaha 152. 6. Honda 149.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 490 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 427. 3. Ducati Lenovo Team 392. 4. Red Bull KTM Factory Racing 346. 5. Aprilia Racing 342. 6. Monster Energy Yamaha 211. 7. Gresini Racing 178. 8. CryptoDATA RNF 116. 9. LCR Honda 110. 10. GASGAS Factory Racing Tech3, 88. 10. Repsol Honda 84.

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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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