Phillip Island: Luftfracht kommt teilweise verspätet

Von Günther Wiesinger
Wegen logistischer Probleme wird das Fahrerlager in Phillip Island/AUS nicht am Mittwoch um 12 Uhr für die Teams geöffnet, sondern erst am Donnerstag um 8 Uhr. Zumindest ein Fracht-Jumbo befindet sich noch in der Luft.

Es war von vornherein absehbar, dass die sieben Übersee-GP-Rennen innerhalb von neun Wochen nicht nur für die Teams und Fahrer eine gewaltige Herausforderung darstellen würden, sondern auch die Logistik der Dorna auf eine harte Probe gestellt wird. Denn bei den vielen Grands Prix an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden müssen jeweils vier Fracht-Jumbos von einem GP-Schauplatz zum nächsten verfrachtet werden.

Eine besondere Herausforderung stellt jetzt der Transport des Materials von der Ferieninsel Lombok nach Melbourne/Australien dar, weil dort die Trucks von Gibson Freight die Frachtkisten noch ca. drei Stunden lang nach Cowes auf der Insel Phillip Island karren müssen.

Heute wurden die GP-Teams von der Teamvereinigung IRTA und der Dorna informiert, dass es bei der «freight operation» zwischen Mandalika und Phillip Island zu Verzögerungen gekommen ist. Ein Teil der Fracht wird erst am späten Mittwochabend im Fahrerlager des Phillip Island Circuits eintreffen.

Deshalb wird der Paddock nicht am Mittwoch um 12 Uhr für die MotoGP-Teams geöffnet, sondern er öffnet für die MotoGP-Teams erst am Donnerstag (19. Oktober) um 8 Uhr. Der Zutritt für die Teams der Klassen Moto3 und Moto2 wird ab 9 Uhr gestattet. Erst dann können die Kisten ausgepackt, die Boxen eingeräumt und die Motorräder für das erste Training revidiert werden. Dazu muss das Basis-Set-up für die australischen GP-Strecke aufgespielt werden. 

Die Teamvereinigung IRTA erlaubt aber den Teams, am Mittwoch ihre Büros und ihre Hospitalitys einzurichten. Aber nur mit dem Material, das per Seefracht nach Australien verschifft worden ist.

Zur Erklärung: Die großen Teams (vor allem aus der MotoGP) sparen eine Menge Geld, indem sie die Hospitality-Einrichtungen für die Übersee-Events nicht mit dem Flugzeug von Standort zu Standort verfrachten, sondern auf dem Seeweg. Dafür kaufen sie allerdings Tische, Stühle, Öfen, Kühlschränke, Besteck, Kaffeemaschinen und so weiter inzwischen in fünffacher Ausfertigung, weil so viele Übersee-GP in Serie stattfinden.

Die Teammitglieder wurden heute darauf aufmerksam gemacht, dass keine Frachtkisten mit Motorradmaterial, das eventuell frühzeitig in den Boxen eintrifft, vor der offiziellen Fahrerlager-Öffnung berührt oder ausgepackt werden dürfen. Denn zuerst muss sichergestellt werden, dass das gesamte Material in Australien eingetroffen ist. Außerdem soll verhindert werden, dass die Lkw von Gibson Freight in der Boxengasse durch herumstehende Frachtkisten verzögert entladen können.

Bisher gehen die IRTA-Funktionäre davon aus, dass das Training am Freitagfrüh pünktlich beginnen kann.

Ein Frachtflugzeug ist bereits in Melbourne gelandet. Aber zumindest eines befindet sich gegenwärtig noch in der Luft. Und nicht vergessen: Australien liegt gegenüber der mitteleuropäischen Sommerzeit um 9 Stunden voraus. Dort stehen die Uhren bereits auf 22.45 Uhr.

Zur Erinnerung: Beim Argentinien-GP 2022 musste das ganze Freitag-Training gestrichen werden, weil zwei Flugzeuge auf dem Weg von Lombok wegen technischen Defekten in Mombasa/Kenia (Afrika) gestrandet waren. Eine reparierte Boing 747-222B mit rund 100.000 kg Fracht traf deshalb erst mit zwei Tagen Verspätung am Airport in Tucúman ein. 

Außerdem stehen seit Beginn des Ukraine-Kriegs rund 30 Prozent weniger Frachtflugzeuge zur Verfügung, weil den Russen wegen der Sanktionen alle Flugrechte zu Übersee-Destinationen entzogen worden sind.

Meist werden für die ganze Übersee-Fracht vier Frachtflugzeuge gechartert. Von Misano nach Texas 2021 wurden eine Boeing 747 800F, zwei Boeing 747 400F und eine Boeing B777 200F beladen. Pro Flugzeug wurden Gewichte von 114.339 kg, 101.802 kg, 77.958 kg und 78.229 kg gemeldet. Die transportierte Gesamtlast lag jenseits von 372.000 kg.

Denn nicht nur die Frachtkisten für die Teams der drei Klassen werden an Bord der Boeings verstaut, sondern auch zwei BMW Official Cars und ein BMW-Motorrad, dazu das ganze Zeitnahme-Equipment der Dorna, das Material für die TV-Aufnahmen, die Office-Einrichtungen für die Dorna und IRTA und so weiter.

Die Dorna Sports S.L., Inhaber der kommerziellen Rechte für die MotoGP-Weltmeisterschaft, fliegt im Schnitt rund 240 Mitarbeiter zu den Übersee-Events.

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