Aleix Espargaró: «Ich habe Pol den Helm geklaut»

Von Philippe Soutter
Trotz einem schwierigen, verletzungsgeplagten Saisonfinale in Valencia, kamen bei Aleix Espargaró die grössten Emotionen vor allem aufgrund des Abschieds seines Bruders auf.

Obwohl Aleix Espargaró (34) der ältere der beiden Brüder ist, war am Anfang ihrer Karriere der zwei Jahre jüngere Pol der Leader der beiden Brüder. «Ich habe mich immer an ihm orientiert», bekennt der Aprilia-Werkspilot. «Wir begannen beide mit fünf Jahren Jahren, Motorräder zu fahren. Er hat mich immer geschlagen, als wir Kids waren. Er war immer mein Idol und meine Referenz», erklärte Aleix seine Gefühle. «Wir haben die letzte Runde in Valencia gemeinsam gefahren. Das war sehr emotional.»

Seine persönliche Erinnerung an dieses familiär bedingt aussergewöhnliche Rennen hat er sich nach dem Rennen gleich gesichert. «Ich bin in seine Box gegangen und habe seinen Helm mitgenommen. Ich weiß gar nicht, ob er das mitbekommen hat», so Aleix Espargaró.

Lässt Aleix das Rennen von Valencia nochmals Revue passieren, rühmt er vor allem die Stimmung. «Ein volles Haus. Wir haben eine ausgezeichnete Show geboten. Natürlich war ich etwas enttäuscht, dass mir meine Katar-Verletzung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ich war aber eigentlich trotzdem erstaunlich schnell. Auch meine Reifenwahl war genau richtig.»

Einen deutlichen Kritikpunkt möchte der dreifache MotoGP-Sieger trotzdem nicht verhehlen. «Der Rennstart um 15 Uhr war eindeutig zu spät. Es wurde zu kalt und das ist mit diesen diffizilen Vorderreifen ganz heikel. Darum ist auch Jack Miller gestürzt. Ich habe ihm gesagt, mir wäre das genauso auch passiert», zeigte Aleix Mitgefühl für den australischen Red Bull KTM-Haudegen.

Bezüglich des Kampfs um den World Champion-Titel zugunsten von Pecco Bagnaia hat Espargaró eine klare Meinung. «Ich liebe Jorge. Aber man muss anerkennen, was Pecco geleistet hat. Er fährt unglaublich clever. Auch am Sonntag war es so. Er hat das Temperaturproblem richtig eingeordnet, er hat deshalb lange keine Führungsarbeit geleistet und den Titel redlich verdient.»

Ein kleiner Trost bleibt dem mittlerweile 321-fachen GP-Teilnehmer. Trotz seiner bescheidenen Rennergebnisse in Valencia konnte er sich im WM-Endklassement als Sechster (206 Punkte) hauchdünn vor seinem Teamgefährten Maverick Viñales (204 Punkte) als bester Aprilia-Fahrer behaupten.

 

Ergebnisse MotoGP-Rennen Valencia (26.11.):

1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 27 Runden in 40:48,525 min
2. Johann Zarco (F), Ducati, +0,360 sec
3. Brad Binder (ZA), KTM, +2,347
4. Fabio Di Giannantonio* (I), Ducati, +3,176
5. Raúl Fernández (E), Aprilia, +4,363
6. Alex Márquez (E), Ducati, +4,708
7. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +4,736
8. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +8,014
9. Luca Marini (I), Ducati, +9,486
10. Maverick Viñales (E), Aprilia, +10,556
11. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,001
12. Takaaki Nakagami (J), Honda, +21,695
13. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +43,297
14. Pol Espargaró (E), KTM
– Alex Rins (E), Honda, 19 Runden zurück
– Jack Miller (AUS), KTM, 18 Runden zurück
– Enea Bastianini (I), Ducati, 9 Runden zurück
– Augusto Fernández (E), KTM, 9 Runden zurück
– Marc Márquez (E), Honda, 5 Runden zurück
– Jorge Martin (E), Ducati, 5 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, erste Runde nicht beendet

*= 3-Sekunden-Strafe (Reifendruck-Vergehen)

Ergebnisse MotoGP-Sprint Valencia (25.11.):

1. Martin, Ducati, 13 Runden in 19:38,827 min
2. Binder, KTM, +0,190 sec
3. Marc Márquez, Honda, +2,122
4. Viñales, Aprilia, +3,106
5. Bagnaia, Ducati, +4,253
6. Di Giannantonio, Ducati, +4,400
7. Bezzecchi, Ducati, +4,502
8. Alex Márquez, Ducati, +5,578
9. Zarco, Ducati, +5,910
10. Augusto Fernández, KTM, +6,095
11. Raúl Fernández, Aprilia, +7,674
12. Miller, KTM, +8,098
13. Aleix Espargaró, Aprilia, +9,513
14. Pol Espargaró, KTM, +12,453
15. Bastianini, Ducati, +12,599
16. Nakagami, Honda, +13,787
17. Marini*, Ducati, +13,887
18. Morbidelli*, Yamaha, +14,943
19. Rins, Honda, +20,378
20. Savadori, Aprilia, +25,017
– Quartararo, Yamaha, 9 Runden zurück

*= 3-Sekunden-Strafe (Reifendruck-Vergehen)

MotoGP-WM-Endstand nach 39 Rennen:

1. Bagnaia, 467 Punkte. 2. Martin 428. 3. Bezzecchi 329. 4. Binder 293. 5. Zarco 225. 6. Aleix Espargaró 206. 7. Viñales 204. 8. Marini 201. 9. Alex Márquez 177. 10. Quartararo 172. 11. Miller 163. 12. Di Giannantonio 151. 13. Morbidelli 102. 14. Marc Márquez 96. 15. Bastianini 84. 16. Oliveira 76. 17. Augusto Fernández 71. 18. Nakagami 56. 19. Rins 54. 20. Raúl Fernández 51. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 26. 23. Pol Espargaró 15. 24. Savadori 12. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 700 Punkte. 2. KTM 373. 3. Aprilia 326. 4. Yamaha 196. 5. Honda 185.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 653 Punkte. 2. Ducati Lenovo Team 561. 3. Mooney VR46 Racing 530. 4. Red Bull KTM Factory Racing 456 5. Aprilia Racing 410. 6. Gresini Racing 328. 7. Monster Energy Yamaha 274. 8. CryptoDATA RNF 134. 9. Repsol Honda 122. 10. LCR Honda 116. 11. GASGAS Factory Racing Tech3, 95.


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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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