Pit Beirer (KTM): «Liberty Media – einmalige Chance»

Von Thomas Kuttruf
Was lange vermutet wurde, ist nun beschlossene Sache: Nach der Formel 1 legt sich Liberty Media auch die MotoGP ins Renn-Portfolio. KTM-Sportchef Pit Beirer sieht das Geschäft positiv und als einmalige Gelegenheit.

Am gestrigen Ostermontag wurde offen kommuniziert, was sich bereits seit längerem verdichtet hatte – die für die Ausrichtung und Vermarktung der Motorrad-Straßen-WM zuständige Dorna Sports SL in Madrid bekommt einen neuen Mehrheitseigentümer. Wie bereits gestern aktuell berichtet, wird die amerikanische Liberty Media Gruppe 86 Prozent der Unternehmensanteile übernehmen.

Die MotoGP wird damit eingemeindet in eine global organisierte Sport-Vermarktungs-Großmacht. Nach der Formel 1 wandert damit die weltweit bedeutendste Motorrad-Rennsport-Plattform unter das Liberty Media Dach.

Für die Straßen-Weltmeisterschaft sollen sich durch die Übernahme vor allem auf der Seite der Vermarktung neue Möglichkeiten ergeben. Im operativen Geschäft wird sich durch die neue Inhaberstruktur erst einmal nichts ändern. Wie aus den USA bestätigt, bleibt der Dorna Unternehmenssitz auch weiterhin in Madrid. Auch CEO Carmelo Ezpeleta wird im Amt bleiben.

Einen Tag nach der bedeutenden Veröffentlichung äußerte sich KTM Motorsport Direktor Pit Beirer gegenüber SPEEDWEEK zu der Neuigkeit. «Für uns ist das eine sehr gute Nachricht. Als wir gestern final davon erfuhren, haben wir uns wirklich gefreut. Für uns – und für den Sport. Wenn man sich anschaut, was Liberty Media im Sinne der sportlichen Vermarktung alles für die Formel 1 getan hat und weiter tut, dann betrachten wir das als einmalige Chance, auch die MotoGP auf das nächste Level zu bringen».

Pit Beirer weiter zu den Hoffnungen der Hersteller: «Man muss einfach sehen, welch riesiger Hebel Liberty Media zur Verfügung steht. Ihr Netzwerk und ihre Möglichkeiten, etwa bei der Realisierung noch umfassenderer TV-Berichterstattung, sind gewaltig. Es ist eine besondere Chance, dass mit dieser Konstellation unser großartiger Sport einen weiteren Schritt nach vorne macht. Am Ende sollen von einer noch intensiveren Vermarktung alle profitieren, Athleten, Hersteller und natürlich die Fans.»

Auf die Frage, inwieweit die Hersteller mit in das Geschäft einbezogen wurden, sagt der Motorsport Direktor: «Natürlich war es keine Überraschung, davon zu erfahren. Aber in Details waren wir nicht eingebunden.»

Besonders wichtig, so betont Beirer, sei der Fokus auf die Vermarktung der MotoGP, denn operativ gibt es derzeit keinen Handlungsbedarf: «Es ist einfach außergewöhnlich gut, was Carmelo Ezpelata mit seinem Team über so viele Jahre geschaffen hat. Im Tagesgeschäft der MotoGP läuft es mit der Erfahrung der Dorna erstklassig».

Als herausragend sieht Pit Beirer auch die Rolle des Chefs Ezpeleta: «Es ist wirklich beachtlich, Carmelo Ezpeleta ist eine sehr starke Führungsperson mit großen Visionen für den Sport und vor allem ist er mitten im Geschehen. Er kümmert sich. Ezepelata ist bei jedem GP allgegenwärtig, er sitzt jeden Freitag persönlich in der Safety-Commission. Operativ ist die Dorna sehr gut aufgestellt, sie haben etwas Großartiges geschaffen und mit Hilfe der neuen Struktur soll es möglich sein, diese Bühne noch besser darzustellen.»

Auch wenn es bis zur finalen Umsetzung der Anteilsübernahme inklusive aller rechtlichen Instanzen noch ein gutes Wegstück ist, das Engagement der Formel 1-Vermarkter in der MotoGP-Welt geschieht mit voller Zustimmung aus Mattighofen.

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