Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Jorge Martin (1.) glaubt: Ducati hat sich entschieden

Von Toni Schmidt
Jorge Martin verbeugte sich vor fast 120.000 Fans am Sonntag

Jorge Martin verbeugte sich vor fast 120.000 Fans am Sonntag

Mit dem Sieg im MotoGP-Rennen von Le Mans konnte Jorge Martin ein makelloses Wochenende abschließen. Der Pramac-Ducati-Pilot baute seine WM-Führung aus und sprach über mentale Herausforderungen.

Der WM-Führende Jorge Martin aus dem Team Prima Pramac Ducati konnte mit seinem Sieg am Sonntag ein perfektes Wochenende in Le Mans abschließen. Der Spanier holte die maximale Ausbeute und führt die WM nun mit einem Vorsprung von 38 Punkten auf den Zweiten Francesco Bagnaia (Ducati) an. Ein Selbstläufer war das Triple aus Pole-Position, Sprint- und Rennsieg nicht.

Von der Pole-Position ging Martin ins Rennen. Sein WM-Rivale Bagnaia erwischte allerdings einen deutlich besseren Start als im Sprint am Samstag und übernahm für lange Zeit die Führung des Rennens. Sieben Runden vor Schluss überholte der Spanier und konnte den ersten Platz bis ins Ziel verteidigen.

«Mein Start war nicht perfekt, aber es war optimal als Zweiter hinterher zu fahren», erzählte Jorge. «Bagnaia führte das Rennen an und ich versuchte ihm zu folgen. Es gab schwierige Windverhältnisse, er war damit eine gute Referenz für mich. Sieben Runden vor Schluss musste ich versuchen an ihm vorbeizufahren, da er in manchen Kurven Probleme hatte. Beim ersten Versuch ging ich weit und er konnte kontern. Der zweite Versuch war perfekt, ich konnte die Linie zu machen.»

«Ich habe gepusht, damit er keine Chance gegen Rennende hatte, mich anzugreifen. Drei Runden vor Schluss bin ich einmal weit gegangen und er war wieder an mir dran. Zu dem Zeitpunkt war ich nervös und erschöpft. In die letzte Runde habe ich alles reingelegt», so der Rennsieger, der seine Position erfolgreich verteidigen konnte.

Nach der Zieldurchfahrt ließ Martin seinen Emotionen freien Lauf, es riss ihm sogar das Visier des Helms ab. War das Anspannung, die von ihm abfiel? «Viele Fahrer zweifeln vor dem Rennstart an sich selbst. Ich weiß, dass ich gut bin, doch manchmal habe ich zu viele Selbstzweifel. Als ich über die Ziellinie fuhr, schrie ich: ’Noch ein Sieg!’»

Die Zukunft im Ducati-Werksteam ist noch nicht geklärt, lediglich Weltmeister Bagnaia ist für nächste Saison gesetzt.

Natürlich spekuliert Martin für 2025 auf den zweiten Platz, den aktuell Enea Bastianini innehat.

«Ich muss niemandem etwas beweisen, auch meine Zukunft betreffend», betonte Martin. «Es wird sich etwas ändern, da ist es egal, ob ich gewinne oder stürze. Mit meiner Performance bin ich glücklich.»

Wird er 2025 im Ducati-Werksteam fahren? «Es ist wichtig, dass sie Veränderung haben wollen. Ich bin derselbe Fahrer wie gestern. Sie müssen eine Entscheidung treffen. Ich denke, sie ist bereits gefallen. Sie haben sich entschieden. Wie immer diese Entscheidung lauten mag: Ich will gerne ins Ducati-Werksteam. Wenn sie mich aus irgendwelchen Gründen nicht haben wollen, dann geht mein Talent an andere.»

Ergebnisse MotoGP-Rennen Le Mans/F (12. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 27 Runden in 41:23,709 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +0,446 sec
3. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,585
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +2,206
5. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,053
6. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +9,480
7. Franco Morbidelli (I), Ducati, +9,868
8. Brad Binder (ZA), KTM, +10,353
9. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +11,392
10. Alex Márquez (E), Ducati, +13,442
11. Raúl Fernández (E), Aprilia, +24,201
12. Johann Zarco (F), Honda, +26,809
13. Augusto Fernández (E), KTM, +27,426
14. Takaaki Nakagami (J), Honda, +30,026
15. Alex Rins (E), Yamaha, +30,936
16. Luca Marini (I), Honda, +40,000
– Jack Miller (AUS), KTM, 11 Runden zurück
– Fabio Quartararo (F), Yamaha, 11 Runden zurück
– Miguel Oliveira (P), Aprilia, 11 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 13 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 24 Runden zurück
– Pedro Acosta (E), KTM, 25 Runden zurück

Ergebnisse MotoGP-Sprint Le Mans/F (11. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 13 Runden in 19:49,694 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +2,280 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,174
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +4,798
5. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +7,698
6. Pedro Acosta (E), KTM, +9,185
7. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +11,190
8. Jack Miller (AUS), KTM, +11,516
9. Raúl Fernández (E), Aprilia, +12,257
10. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,699
11. Miguel Oliveira (P), Aprilia, +13,492
12. Franco Morbidelli (I), Ducati, +15,578
13. Johann Zarco (F), Honda, +16,439
14. Alex Márquez (E), Ducati, +16,816
15. Brad Binder (ZA), KTM, +16,969
16. Takaaki Nakagami (J), Honda, +19,123
17. Augusto Fernández (E), KTM, +23,618
18. Luca Marini (I), Honda, +27,854
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 4 Runden zurück
– Alex Rins (E), Yamaha, 7 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 9 Runden zurück
– Francesco Bagnaia (I), Ducati, 10 Runden zurück

WM-Stand nach 10 von 42 Rennen:

1. Martin, 129 Punkte. 2. Bagnaia 91. 3. Marc Marquez 89. 4. Bastianini 89. 5. Viñales 81. 6. Acosta 73. 7. Binder 67. 8. Aleix Espargaró 51. 9. Di Giannantonio 47. 10. Bezzecchi 36. 11. Alex Márquez 33. 12. Quartararo 25. 13. Miller 24. 14. Oliveira 23. 15. R. Fernández 18. 16. Morbidelli 15. 17. Mir 12. 18. A. Fernández 13. 19. Zarco 9. 20. Rins 7. 21. Pedrosa 7. 22. Nakagami 6. 23. Marini 0.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 170 Punkte. 2. KTM 107. 3. Aprilia 100. 4. Yamaha 28. 5. Honda 17.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 180 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 144. 3. Aprilia Racing 132. 4. Gresini Racing 122. 5. Red Bull KTM Factory Racing 91. 6. Red Bull GASGAS Tech3 86. 7. Pertamina Enduro VR46 Racing Team 83. 8. Trackhouse Racing 41. 9. Monster Energy Yamaha 32. 10. LCR Honda 15. 11. Repsol Honda Team 12.

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