MotoGP: KTM denkt über neues Motorkonzept nach

Miguel Oliveira (Aprilia/DNF): Sound als Vorbote

Von Thomas Kuttruf
Ohne Punkte beim Frankreich-GP – Trackhouse-Aprilia-Pilot Miguel Oliveira

Ohne Punkte beim Frankreich-GP – Trackhouse-Aprilia-Pilot Miguel Oliveira

Für Portugals Rennsportheld Miguel Oliveira war der Stopp des MotoGP-Zirkus in Le Mans eine Nullnummer. Nach Platz 11. im Sprint, musste Oliveira seine Aprilia am Sonntag als einziger Pilot mit einem Defekt abstellen.

Auch beim fünften Grand Prix des Jahres wollte Trackhouse-Pilot Miguel Oliveira der Durchbruch auf der MotoGP-Aprilia nicht gelingen. Wie schon bei den vergangenen Läufen schlug sich der Portugiese, der seine zweite Saison für das Werk aus Noale bestreitet und der wie Teamkollege Raul Fernandez noch ohne Vertrag für 2025 ist, während des gesamten Wochenenden im Mittelfeld des extrem konkurrenzfähigen Feldes herum. Im Zeittraining hatten sich phasenweise alle 22 Piloten in eine Sekunde gedrückt.

Im Qualifying 1 war dem rasenden Zahnmediziner das Kunststück gelungen, Spaniens Superstar Marc Márquez aus dem Rennen ums Q2 zu werfen. Die Geschichte von MM93 ist bekannt – auch Startplatz 13 hielt den Gresini-Piloten nicht von zwei Podestplätzen ab. Warum konnte Oliveira dem Spanier nicht folgen?
«Ok, ich habe Marc aus dem Q2 geboxt aber in beiden Läufen hatte ich dann wohl andere Probleme. Während ich im Sprint vor allem ein sonderbares Gefühl in der Front des Bikes hatte, war mein Bike im GP grundsätzlich in bester Ordnung. Alles hat zu 100 Prozent funktioniert – aber leider nur in den ersten Runden.»

Miguel Oliveira weiter: «Es war sonderbar, nach ungefähr sieben Runden hat sich der Sound des Bikes komplett verändert. Da sich das Bike ansonsten aber voll in Ordnung angefühlt habe, habe ich weiter gemacht. Doch dann habe ich gemerkt, dass sich nun auch das Regelverhalten der Elektronik verändert hat. Mehrere Funktionen haben dann anders funktioniert und so habe ich mich nach zehn weiteren Runden entschieden aufzuhören, auch um sicherzugehen, dass nichts gravierendes passiert.»

Um was es sich bei dem Defekt genau handelte, dazu konnte der fünffache MotoGP-Sieger keine Details nennen: «Ich weiß nicht, ob es sich nur um ein Problem mit der Auspuffanlage handelte, ich konnte mich aber erstmal nur am Sound orientieren. Wir werden uns das natürlich genau ansehen, auch damit es hoffentlich nicht noch einmal passiert.»

Ärgerlich war der Ausfall vor allem, weil auch das Renntempo bis zum Ausfall für etliche WM-Zähler gut gewesen wäre. Olivera: «Im Rennen konnte ich wirklich ein gutes Tempo mitgehen. Als Pedro gecrasht ist, bin ich mit der Gruppe um Platz sechs gefahren und das wäre beim GP als Ergebnis auch sicher drin gewesen.»

Nach dem Frankreich-GP rangieren die beiden Trackhouse-Racer vereint auf den Positionen 14 und 15. Für das Team unter US-Regie läuft es damit weder gut noch schlecht. Bedenkt man, dass die Truppe erst vor sechs Monaten formiert wurde, sind die Auftritte respektabel. Doch alle Beteiligten wissen, dass es sportlich noch aufwärts gehen muss.

Ergebnisse MotoGP-Rennen Le Mans/F (12. Mai):
1. Jorge Martín (E), Ducati, 27 Runden in 41:23,709 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +0,446 sec
3. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,585
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +2,206
5. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,053
6. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +9,480
7. Franco Morbidelli (I), Ducati, +9,868
8. Brad Binder (ZA), KTM, +10,353
9. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +11,392
10. Alex Márquez (E), Ducati, +13,442
11. Raúl Fernández (E), Aprilia, +24,201
12. Johann Zarco (F), Honda, +26,809
13. Augusto Fernández (E), KTM, +27,426
14. Takaaki Nakagami (J), Honda, +30,026
15. Alex Rins (E), Yamaha, +30,936
16. Luca Marini (I), Honda, +40,000
– Jack Miller (AUS), KTM, 11 Runden zurück
– Fabio Quartararo (F), Yamaha, 11 Runden zurück
– Miguel Oliveira (P), Aprilia, 11 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 13 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 24 Runden zurück
– Pedro Acosta (E), KTM, 25 Runden zurück

Ergebnisse MotoGP-Sprint Le Mans/F (11. Mai):
1. Jorge Martín (E), Ducati, 13 Runden in 19:49,694 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +2,280 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,174
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +4,798
5. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +7,698
6. Pedro Acosta (E), KTM, +9,185
7. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +11,190
8. Jack Miller (AUS), KTM, +11,516
9. Raúl Fernández (E), Aprilia, +12,257
10. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,699
11. Miguel Oliveira (P), Aprilia, +13,492
12. Franco Morbidelli (I), Ducati, +15,578
13. Johann Zarco (F), Honda, +16,439
14. Alex Márquez (E), Ducati, +16,816
15. Brad Binder (ZA), KTM, +16,969
16. Takaaki Nakagami (J), Honda, +19,123
17. Augusto Fernández (E), KTM, +23,618
18. Luca Marini (I), Honda, +27,854
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 4 Runden zurück
– Alex Rins (E), Yamaha, 7 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 9 Runden zurück
– Francesco Bagnaia (I), Ducati, 10 Runden zurück

WM-Stand nach 10 von 42 Rennen:
1. Martin, 129 Punkte. 2. Bagnaia 91. 3. Marc Marquez 89. 4. Bastianini 89. 5. Viñales 81. 6. Acosta 73. 7. Binder 67. 8. Aleix Espargaró 51. 9. Di Giannantonio 47. 10. Bezzecchi 36. 11. Alex Márquez 33. 12. Quartararo 25. 13. Miller 24. 14. Oliveira 23. 15. R. Fernández 18. 16. Morbidelli 15. 17. Mir 12. 18. A. Fernández 13. 19. Zarco 9. 20. Rins 7. 21. Pedrosa 7. 22. Nakagami 6. 23. Marini 0.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 170 Punkte. 2. KTM 107. 3. Aprilia 100. 4. Yamaha 28. 5. Honda 17.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 180 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 144. 3. Aprilia Racing 132. 4. Gresini Racing 122. 5. Red Bull KTM Factory Racing 91. 6. Red Bull GASGAS Tech3 86. 7. Pertamina Enduro VR46 Racing Team 83. 8. Trackhouse Racing 41. 9. Monster Energy Yamaha 32. 10. LCR Honda 15. 11. Repsol Honda Team 12.

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