MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Bezzecchi: Kein guter Tag, aber ein gutes Training

Von Friedemann Kirn
Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi

VR46-Pilot Marco Bezzecchi beeindruckte im einzigen Freitagstraining des Australien-GP mit dem dritten Platz und war dabei nur zwei Zehntelsekunden langsamer als Spitzenreiter Marc Márquez.

«Es war kein guter Tag. Aber eine gute Session», zog der Italiener die passende Bilanz, nachdem strömender Regen auf Phillip Island am Freitagmorgen für die Absage des ersten freien MotoGP-Trainings gesorgt hatte. «Als wir am Nachmittag endlich ausrücken konnten, waren die Bedingungen immer noch seltsam, mit einem verhangenen Himmel und gelegentlichen Regentropfen. Trotzdem haben alle sofort zur Attacke geblasen, um sich frühzeitig mit einer guten Zeit einzutragen – ohne die Bedingungen und den neuen Asphalt zu kennen. Doch wegen des Wetters hatten wir keine andere Wahl», schilderte Bezzecchi die Vorgänge wie einen Krimi. «Zum Glück wurde das Regenrisiko immer geringer, so dass wir etwas mehr Zeit hatten, Luft zu holen und gezielter am Motorrad zu arbeiten.»

Bezzecchis Mechaniker bewiesen dabei ein feines Händchen, denn als er zum zweiten Mal auf die Strecke hinausfuhr, gelangen dem 25-Jährigen sofort Top-Zeiten. «Zwischen dem ersten und dem zweiten Run haben wir das Set-up geändert, und mir gefiel es sofort. Selbst mit alten Reifen konnte ich schneller fahren und fühlte mich insgesamt besser.» Jetzt müsse er nur noch fleißig Runden abspulen, um die Ausdauer der Reifen auf dem neuen, womöglich aggressiven Asphalt auf die Probe zu stellen. «Das Grip-Niveau ist gut, nur den Reifenverschleiß kennen wir noch nicht. Davon abgesehen, war es ein positiver Tag», stellte Bezzecchi fest.

Der Tatsache, dass drei Fahrer der Vorjahres-Ducati vor den WM-Kandidaten mit den aktuellen GP24-Werksmaschinen platziert waren, maß er keine besondere Bedeutung bei. «Vielleicht ist das ein Zufall. Das 24er Bike ist besser als das 23er, das steht fest», war er nach wie vor überzeugt. «Vielleicht hatten wir zunächst einen kleinen Vorteil, weil wir mit der GP23 die Vorjahres-Daten dieser Strecke zu Hilfe nehmen konnten. Aber mit diesem Vorteil wird es morgen vorbei sein. Alle werden näher zusammenrücken, und die Werkspiloten werden zur Stelle sein. Ich hoffe, dass auch uns noch ein weiterer Schritt gelingt.»

An der neu asphaltierten Strecke hatte er wenig auszusetzen. «An ein paar Punkten, der ersten, dritten, ein bisschen in der neunten Kurve und außerdem in der Zielkurve, gibt es noch Bodenwellen. Doch im Vergleich zum letzten Jahr ist der Belag viel besser – flach und mit viel Grip. Die Neu-Asphaltierung war der richtige Schritt.»

Ergebnisse MotoGP Zeittraining, Phillip Island (18. Oktober):

1. Marc Márquez (E), Ducati, 1:27,770 min
2. Alex Márquez (E), Ducati +0,102 sec
3. Marco Bezzecchi (I), Ducati +0,188
4. Jorge Martín (E) Ducati +0,197
5. Francesco Bagnaia (I) Ducati +0,243
6. Maverick Vinales (E) Aprilia +0,390
7. Brad Binder (ZA) KTM +0,495
8. Fabio Di Giannantonio (I) +0,542
9. Franco Morbidelli (I), Ducati +0,550
10. Alex Rins (E) Yamaha +0,658
11. Fabio Quartararo (F) Yamaha +0,673
12. Jack Miller (AUS) KTM +0,699
13. Pedro Acosta (E) KTM, +0,758
14. Johann Zarco (F) Honda +0,806
15. Augusto Fernandez (E) KTM, +0,858
16. Enea Bastianini (I) Ducati +0,989
17. Joan Mir (E), Honda +1,003
18. Aleix Espargaró (E) Aprilia +1,012
19. Luca Marini (I), Honda +1,050
20. Takaaki Nakagami (J) Honda +1,523
21. Lorenzo Savadori (I), Aprilia +2,099
22. Raúl Fernández (E) Aprilia +2,288

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