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Wie hat Simon Längenfelder (GASGAS) das geschafft?

Von Thoralf Abgarjan
Simon Längenfelder betrieb in Lugo mehr als nur Schadensbegrenzung

Simon Längenfelder betrieb in Lugo mehr als nur Schadensbegrenzung

Nur 5 Tage nach der Operation seines gebrochenen Schlüsselbeins konnte der deutsche GASGAS-Werksfahrer Simon Längenfelder beim Grand Prix of Galicia 32 wichtige WM-Punkte holen und damit seine Chancen wahren.

Sechs Tage nach einem Schlüsselbeinbruch und 5 Tage nach der Operation schon wieder an einem WM-Lauf teilzunehmen, war eine beinahe übermenschliche Leistung. Sie belegt aber auch, auf welchem Fitness-Level sich Simon Längenfelder bewegt und was die moderne Medizin und Physiotherapie heute zu leisten vermögen. Dennoch war es für Längenfelder und das Team ein hoher Einsatz, denn ein weiterer Sturz hätte die Situation deutlich verschlimmern können.

Längenfelder ging das Wochenende klug an und versuchte, durch gute Starts und konstante Rennen das Risiko zu minimieren, gleichzeitig aber so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Schon im Qualifikationsrennen am Samstag gelang ihm ein guter Start und auf Rang 5 holte er bereits die ersten 6 WM-Punkte. Damit konnte der Deutsche seinen Rückstand zu WM-Leader Kay de Wolf zunächst sogar von 30 auf 28 Punkte verringern, da der Niederländer nur auf Rang 7 ins Ziel kam.

Am Sonntag war es für Längenfelder dann deutlich härter, da die Rennen nicht nur über 20 Minuten sondern 2 x 30 Minuten plus zwei Runden gingen. «So kurz nach der OP ist die Schulter natürlich noch ziemlich steif», erklärte der Deutsche vor den Rennen am Sonntag.

Trotzdem legte er zwei fantastische Rennen hin und überholte sogar einige Top-Piloten. Im ersten Lauf setzte er sich gegen Yamaha-Werksfahrer Rick Elzinga durch und im zweiten Lauf unter anderem gegen HRC-Werksfahrer Ferruccio Zanchi.

Auf den Rängen 7 und 9 holte er am Sonntag 26 wichtige WM-Punkte. Mit den 6 Punkten aus dem Qualifikationsrennen waren das insgesamt 32 Punkte. Das war mehr als nur Schadensbegrenzung. Kay de Wolf holte auf den Plätzen 2 und 3 am Sonntag 42 Punkte und 4 Punkte im Quali-Race am Sonntag, also insgesamt 46 Zähler. Damit hat de Wolf seinen Vorsprung in der WM-Tabelle um 14 WM-Punkte gegenüber Längenfelder auf insgesamt 44 Punkte ausbauen können. Wäre Längenfelder in Lugo nicht gestartet, so wäre sein Rückstand auf weit über 70 Punkte angewachsen. So sind es 44 Punkte und angesichts der Tatsache, dass erst 6 von 20 WM-Läufe ausgefahren wurden, bleiben Längenfelders WM-Chancen damit intakt.

«Ich bin superglücklich, überhaupt starten zu können», erklärte Längenfelder nach dem Rennen. «Es war nach der OP noch sehr früh, um in den Wettkampf zurückzukehren, aber alles lief gut. Ich denke, dass wir die richtige Wahl getroffen haben. Wir hatten auf Rang 5 ein sehr gutes Qualifikationsrennen. In beiden Sonntagsrennen hatte ich gute Starts. Die Intensität war in den ersten Runden nicht da, denn ich habe darauf geachtet, dass ich mir nicht noch einmal die Schulter verletze. Die Plätze 7 und 9 waren angesichts der Situation gut. Ich bin froh, nur sechs Tage nach der Operation wieder zu starten und dafür auch noch Punkte mitzunehmen zu können.»

Viel Zeit hat Längenfelder nicht, seinen Schlüsselbeinbruch auskurieren zu lassen, denn am kommenden Wochenende geht es im französischen Saint-Jean-d'Angély schon mit WM-Runde 7 weiter. Danach kann er seiner Schulter zwei Wochen Ruhe gönnen, bevor es am ersten Juni-Wochenende zu seinem Heim-Grand-Prix in den Talkessel geht.

Ergebnis MX2 Lugo:

1. Lucas Coenen (B), Husqvarna, 4-1
2. Andrea Adamo (I), KTM, 1-4
3. Liam Everts (B), KTM, 3-2
4. Kay de Wolf (NL), Husqvarna, 2-3
5. Thibault Benistant (F), Yamaha, 5-6
6. Sacha Coenen (B), KTM, 6-7
7. Mikkel Haarup (DK), Triumph, 9-5
8. Rick Elzinga (NL), Yamaha, 8-8
9. Simon Längenfelder (D), GASGAS, 7-9
10. Ferruccio Zanchi (I), Honda, 11-10

MX2 WM Stand nach 6 von 20 Events:

1. Kay de Wolf (NL), Husqvarna, 292 Punkte
2. Simon Längenfelder (D), GASGAS, 248, (-44)
3. Liam Everts (B), KTM, 230, (-62)
4. Thibault Benistant (F), Yamaha, 226, (-66)

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