Kurt Busch: Näherungsverbot wegen Freundin

Von Lewis Franck
NASCAR Cup Series
Kurt Busch

Kurt Busch

Kurt Busch, NASCAR Sprint Cup Champion 2004, hat von einem Gericht in Dover (Delaware) ein Näherungsverbot erhalten: Er darf sich seiner Freundin nur bis auf 90 Meter nähern.

Ein Gericht in Dover (Delaware) hat gegen den US-amerikanischen Rennfahrer Kurt Busch (36) ein so genanntes Näherungsverbot verhängt – er darf sich seiner früheren Freundin Patricia Driscoll nur noch bis auf 90 Meter nähern. Die Anwälte von Busch haben bereits Berufung eingelegt.

Obschon Driscoll eine Beschwerde wegen häuslicher Gewalt eingereicht hatte (siehe weiter unten «Was war passiert?») ist bis heute beim Gericht keine Klage erhoben worden.

Der Rennstall Stewart-Haas hat bestätigt, dass Busch bis auf weiteres für das Team fahre. Die Saison beginnt am kommenden Sonntag mit dem Daytona 500. NASCAR teilte mit, man verfolge sehr aufmerksam die Entwicklungen und habe eine klare Einstellung, was häusliche Gewalt angehe.

Richter David Jones sprach das Näherungsverbot nach vier Tagen Anhörung aus. In der Verbotsschrift heisst es, Busch dürfe den Schutzbedürftigen nicht bedrohen, belästigen, angreifen, schikanieren oder in jeder anderen Weise misshandeln. Busch ist es überdies untersagt, eine Feuerwaffe zu besitzen und muss sich zudem einer psychatrischen Abklärung unterziehen, was «gesundheitliche Probleme im Bezug auf Jähzorn angeht».

Busch bestreitet alle Vorwürfe und beteuert, Driscoll handle aus verschmähter Liebe.

Was war passiert?

Mitte Januar musste sich der 25fache NASCAR-Laufsieger Kurt Busch wegen häuslicher Gewalt vor einem Gericht in Dover (USA) verantworten. Dem Rennfahrer wurde vorgeworfen, seine Ex-Freundin Patricia Driscoll beschimpft und angegriffen zu haben. Die unschöne Szene soll sich in der Nacht des 26. Septembers 2014 im Motorhome des Rennfahrers zugetragen haben.

Aus den Gerichtsunterlagen ging hervor, dass dem 36-Jährigen aus Las Vegas vorgeworfen wird, nach seiner schwachen Qualifying-Leistung Driscoll unterstellt zu haben, überall Spione auf ihn angesetzt und im Motorhome eine Kamera angebracht zu haben, um ihn zu beobachten. Dann soll er aufgesprungen sein, ihr Gesicht gepackt und ihren Kopf drei Mal gegen die Wand neben dem Bett geschlagen haben.

Rückkehr im blutverschmierten Abendkleid

Busch sagte hingegen, er habe lediglich Driscolls Handgelenke gepackt, um sie aus dem Motorhome zu bugsieren. Er räumte ein, dass sie sich dabei möglicherweise den Kopf angeschlagen habe. Doch das ist nicht das Einzige, was der NASCAR-Star zu seiner Freundin sagte. Denn Busch äusserte vor Gericht auch den abenteuerlichen Verdacht, seine Ex sei eine Auftragskillerin!

So erzählte der Profi-Rennfahrer etwa die Geschichte einer Nacht in El Paso, Texas, als seine Freundin nach einem Anruf im Tarnanzug verschwunden und Stunden später in einem von einem Mantel verdeckten blutverschmierten Abendkleid zurückgekehrt sein soll. Einen Tag davor habe Driscoll ihm erzählt, dass sie sich ihren Lebensunterhalt als Söldnerin mit Morden verdiene. Dazu habe sie ihm Fotos von Leichen mit Schusswunden präsentiert, so Busch in seiner Aussage.

Wie die britischen Kollegen von The Guardian berichten, soll Busch gegenüber seinem Anwalt Rusty Hardin beteuert haben, dass seine Ex-Freundin immer wieder von ihrem Job als Auftragsmörderin gesprochen habe, und als solche sowohl in Zentral- und Südamerika als auch in Afrika eingesetzt worden sei: «Mich können alle Aussenstehenden für verrückt halten, aber ich war da, ich sah es mit eigenen Augen.»

Alles nur ein Hirngespinnste?

Ähnlich bizarr klang Driscolls Erklärung zu diesen Vorwürfen: Die Blondine offenbarte, dass sie in den vergangenen acht Jahren an einem Drehbuch für einen Thriller gearbeitet habe, bei dem sich ihr ehemaliger Freund nun für seine abenteuerlichen Vorwürfe bediene. Das war aber nicht ihre Hauptbeschäftigung: Driscoll leitet auch eine grosse Stiftung, die Kriegsveteranen bei der Wiedereingliederung hilft. Darüber hinaus ist sie für ein Sicherheits-Unternehmen tätig, das an geheimen Militärprogrammen beteiligt ist.

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