Hafeneger: Mit Luca kommt der dritte Rennfahrer

Von Thorsten Horn
Dirk und Luca Hafeneger mit René Dünki (v.l.)

Dirk und Luca Hafeneger mit René Dünki (v.l.)

Beim Auftakt der Moto Trophy in Hockenheim betrat ein dritter Hafeneger erstmals eine zumindest etwas größere Motorsport-Bühne. Luca Hafeneger ist ein Nachzügler des in den 1980ern recht erfolgreichen Dirk Hafeneger.

Die Überraschung war groß, als 2020 erstmals ein gewisser Luca Hafeneger als Teilnehmer am ADAC Mini Bike Cup auftauchte und der schon etwas reifere Dirk Hafeneger sich als dessen Vater outete. «Philipp ist mein jüngerer Bruder und ich bin im Hause Hafeneger für das Kinder machen immer noch selbst zuständig», ulkte die Solinger Frohnatur Dirk Hafeneger mit dem typischen bergischen Humor.

Natürlich ist er der Vater von Philipp, und eben auch von Luca. Der 13-Jährige hat ebenfalls das Ziel Grand-Prix-Fahrer zu werden. Genauso wie sein Vater und sein älterer Bruder, wenngleich es in beiden Fällen letztendlich bei nur wenigen Einsätzen blieb.

Nach nur einer Saison bei den Mini-Bikes wechselte der jüngste Hafeneger in diesem Jahr in die Honda Talent Challenge, die mit richtigen Moto3-Rennmaschinen im Rahmen der Klassik-Rennserie Moto Trophy ausgetragen wird. «Bei den Mini-Bikes war ich größer und schwerer als die meisten Mitbewerber. Deshalb der Wechsel. Die Moto3-Honda passt mir viel besser», erklärte Luca Hafeneger.

Sein Fernziel ist natürlich ebenfalls MotoGP, «…aber ich will jetzt erst einmal klein anfangen und sehen, wie weit es gehen kann. In diesem Jahr ist mein Ziel, bei der Honda Talent Challenge einmal Erster zu werden», so der deutlich jüngere Bruder von Philipp. Beim Saisonauftakt in Hockenheim wurde er einmal Vierter und einmal Fünfter, sodass er noch etwas Arbeit vor sich hat.

Am Einsatz mangelt es ihm nicht. Seit er sieben ist, fährt er Motocross, allerdings (bisher) keine Wettkämpfe. Auch Downhill fährt er leidenschaftlich gern. «Da trainiert er wie ein Wahnsinniger, da kann ich ihn nicht bremsen», verriet Papa Dirk.

Um auf der Rennstrecke besser zu werden, hat Luca Hafeneger für unsere Breiten nicht die schlechtesten Voraussetzungen. «Ich kann bei Philipps Renntrainings zusätzlich viel trainieren und mir Tipps holen», berichtete er.

Und der ist als ehemaliger Vize-Europameister und mehrfacher IDM-Dritter und -Vierter durchaus profund. Davor war er sogar Grand-Prix-Pilot, allerdings nur eine Viertelsaison lang.

Dies ist eines der schwärzeren Kapitel in der tadellosen Laufbahn von Philipp Hafeneger. Mit Beginn der Saison 2001 hatte der damals 17-Jährige die vermeintlich hervorragende Möglichkeit, neben dem WM-Vierten von 2000, dem Japaner Masao Azuma, im Team des Belgiers Olivier Liegeois unterzukommen. Dieser Schritt in der Karriereleiter erwies sich jedoch als Seifenblase. Finanzielle Abkommen wurden seitens der Hafenegers zwar eingehalten, doch nicht der vereinbarte Gegenwert – ein gut funktionierendes technisches Equipment.

Dabei sah alles so rosig aus. Erste Fahrversuche unternahm der kleine Philipp als Dreijähriger. 1994 stieg er als erster Westdeutscher in die noch in den Kinderschuhen steckende Mini-Bike-Serie des ADAC ein, 1996 wurde er Meister.

Ein Jahr später stieg er in den OMK-Pokal ein und wechselte noch während der Saison in die 125er-IDM. Die Saison 1999 beendete er bereits auf dem dritten Gesamtrang und wurde durch seinen Triumph in Schleiz damals jüngster deutscher IDM-Laufsieger.

2000 pilotierte er in der IDM und EM bereits eine 250-ccm-Maschine.

Das Jahr 2001 war dann sein ominöses WM-Jahr, indem er während der Saison in die IDM und EM zurückkehrte. Im berechtigten Glauben, dass den Viertaktern die Zukunft gehört, wechselte er für die Saison 2002 in die IDM Supersport sowie die EM und wenig später zu den Superbikes.

Der Vater von Philipp und Luca war Ende der 1970er-Jahre Junioren-Meister in der 125-ccm- und 350-ccm-Klasse. Letzteres mit der Vizeweltmeister-Maschine von Dieter Braun. «Ich war auch zweimal DM-Dritter und bestritt als Privatfahrer ebenfalls einzelne GP. Beim Training zum DM-Lauf 1986 auf dem Salzburgring stürzte ich in der Schikane nach Start und Ziel und bin überfahren worden. Ich war da mal kurz tot, doch wie durch ein Wunder habe ich das überlebt. Danach habe ich mein Leben mit 36 total geändert. Früher habe ich nur Business und Rennstrecken gesehen», blickt der Stuckateurmeister auf sein bisheriges Leben zurück.

Da der Schweizer Haudegen René Dünki in diesem Jahr erstmals in seiner langen Karriere einen Saisonauftakt verpasste, überließ in Hockenheim der damals noch 58-Jährige (er feiert jeweils am 1. Juni sein nächstes Wiegenfest) seine Moto3-Honda Luca Hafeneger und übernahm auch die technische Betreuung.

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