Die IBPM 2022 in Assen – zwei Titel weg

Von Michael Dangrieß
Die IBPM gastierte für ihre vorletzte Veranstaltung der Saison 2022 auf dem TT Circuit Assen. Der berühmte GP-Kurs bot dank hochprofessioneller Streckensicherung und einer perfekten Infrastruktur beste Bedingungen.

Im niederländischen Assen traf sich die Internationale Bike Promotion Meisterschaft IBPM zum vorletzten Mal in dieser Saison. Zugleich war die IBPM zu Gast bei der IDC, der International Dutch Championship, mit der man sich schon seit Jahren auf verschiedenen Rennstrecken bestens ergänzt. Alles in allem also eine gute Basis, um der spannenden Saison zwei weitere Rennen je Klasse hinzuzufügen.

Supersport open

Titelaspirant Nick Fischer, der schon beim letzten Lauf Ende Juli in Oschersleben verletzungsbedingt fehlte, konnte auch in Assen noch nicht starten. Normalerweise ein weiterer Joker für den aktuell Zweiten der Meisterschaft Jan Hein, der aus diesem Vorteil das Maximale machen wollte. Mit vorerst mäßigem Erfolg, denn mit Startposition 12 waren die Chancen auf einen Sieg sehr überschaubar. Ein starker Pascal Schneider stellte seine Yamaha R6 auf die Pole, vor Laslo Heyden und einer auf der Heimstrecke auftrumpfendem Patricia Kok.

In Rennen 1 konnte Hein seine Performance massiv steigern und holte am Ende 20 Punkte mit Platz 2 hinter dem Belgier Eric Hubert, der ihn erst in der letzten Runde von der Spitze verdrängte. Patricia Kok unterstrich ihre starke Form mit dem dritten Platz. Sie war ein Jahr zuvor in Assen schwer gestürzt und hatte lange Monate der Rekonvaleszenz gebraucht, um wieder fit zu werden. Um so größer war die Freude über ihr erstes Podium der Saison. Polesetter Schneider kam zu spät zum Start, musste aus der Boxengasse starten und wurde nur Achter. In Rennen 2 ließ er aber nichts anbrennen und fuhr einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Dafür flogen dahinter die Fetzen zwischen Cedric Deppe, Jan Hein, Laslo Heyden, Patricia Kok und Eric Hubert. Die Positionen wechselten in jeder Runde zum Teil mehrfach. Am Ende behielt im Kampf um Platz 2 Heyden die Nase vorn, Jan Hein kam auf Rang drei, gefolgt von Hubert und Kok.

Mit den sauer erkämpften Punkten ist Jan Hein vor dem letzten Lauf in der Lausitz nun Führender der Meisterschaft. 72 Punkte trennen ihn von Nick Fischer, was ihn aber noch nicht zum Meister macht. Zwei Resultate werden am Ende gestrichen, was Hein derzeit mindestens 31 Punkte kostet. Bei 60 noch zu vergebenden Punkten muss er mindestens 20 Punkte einfahren, sollte Fischer antreten und beide Läufe gewinnen. Es bleibt also spannend in der Supersport open.

Superbike 750

Chris Kirschbaum setzte in Lauf 1 seine Siegesserie fort und verwies Stefan Reiter und Andreas Gernot auf die Plätze. Stefan Reiter nutzte in Lauf 2 die Chance auf den Sieg vor Gernat, nachdem Kirschbaum dem Start überraschend fernblieb. In der SBK750 sind die Würfel schon länger gefallen, gegen Kirschbaum war in dieser Saison kein Kraut gewachsen. Er hat inzwischen stolze 320 Punkte auf dem Konto.

Superbike Open

Der Meisterschaftsführende vor Assen hiess Marco Muth. Er führt in der Superbike open schon seit Beginn der Saison Dank beständig guter Resultate und Sturzfreiheit. In der Startaufstellung der zusammengefassten Felder der Superbike open und des BMW Cup fand er sich auf Platz 9. Die drei Trainingsbesten hießen Roger Bantli, Torsten Levsen und Andre Krüger. Bantli war in Assen eine Macht und das schlug sich mit zwei Siegen nieder. Allerdings fuhr er außerhalb der Punktwertung und so war es Torsten Levsen, der seinen zwei Siegen in Oschersleben weitere zwei Siege in Assen folgen ließ. In Lauf 1 war es der Däne Eric Thomsen, der sich den zweiten Platz vor Christoph Schütz sicherte, während Marco Muth den ersten Ausfall der Saison fabrizierte. In Lauf 2 machte er keinen Fehler mehr und holte sich die 29 Punkte für Platz 2. Dritter wurde hier Ricardo Töpfer.

Muth führt trotz des Nullers weiterhin die Tabelle an, kommt aber unter Druck durch Torsten Levsen, von dem ihn nun nur noch 23 Punkte trennen. Auch Mario Damm, der in Assen zwar nur einen fünften Platz und einen Ausfall zu verzeichnen hatte, ist theoretisch noch in der Lage, Meister zu werden. Beim Finale auf dem Lausitzring steht also der ultimative Showdown an.

BMW Cup

Der BMW S 1000 RR Cup startete gemeinsam mit der Superbike open. Doppelstarter Levsen markierte das beste Trainingsergebnis, es folgten der Däne Martin Ivar Pedersen und Andre Krüger, ebenfalls Doppelstarter. Im ersten Rennen war es auch Levsen, der den vermeintlichen Sieg einfuhr, dann aber wegen eines Verstoßes gegen das technische Reglement aus der Wertung genommen wurde. Eric Thomsen profitierte und nahm die 25 Punkte für den Sieg mit. Der Meisterschaftsführende Pedersen wurde Zweiter, während sein unmittelbarer Meisterschaftskonkurrent Krüger mit Platz 4 unter seinen eigenen Erwartungen blieb. Das Podest komplettierte der Ire Aaron McBride.
Das zweite Rennen endete für Levsen wie das erste und auch in diesem Rennen siegte Thomsen. Pedersen erlaubte sich einen Sturz und blieb ohne Punkte. Dieses Mal hatte Krüger einen besseren Lauf und sorgte mit Platz 2 dafür, dass die Meisterschaft offen bleibt. Marko Nickel, der für diese Saison zum ersten Mal dabei war holte sich Rang 3.

Die Advanced-Wertung für die Hobbyfahrer wurde lange Zeit von McBride dominiert. Der musste die Wertung aber nach dem letzten Lauf in Oschersleben verlassen, da er dort zum dritten Mal auf dem Podest der Gesamtwertung stand. Bahn frei für den Berliner Michael Baczynski, der hinter McBride in allen Rennen gute Resultate einfuhr und nun in Assen punktseitig an McBride vorbei ging. Dafür sorgten die Siege in beiden Rennen. Thomas Schüller hätte Baczynskis vorzeitigen Meistertitel noch verhindern können und schuf dafür in Lauf 1 mit einem zweiten Platz auch die Voraussetzungen. Sein Ausfall in Lauf 2 brachte ihn um diese Chance auf den Titel. Im Gegenteil- er wird sich seiner Haut gegen Michael Wimmer wehren müssen, der aktuell nur 21 Punkte Rückstand auf ihn hat.

Veranstalter Michael Dangrieß freut sich: «Die Meisterschaft ist dieses Jahr so stark und so spannend, besser kann man es sich nicht wünschen. Gratulation an die beiden Fahrer, die bereits jetzt als Meister feststehen. Wir freuen uns aber auch sehr auf das Finale in der Lausitz, das wird noch mal richtig spannend. Dort werden wir neben dem Rennbetrieb auf der Strecke übrigens auch Pitbike-Fahren im Fahrerlager anbieten und den Erlös einem Kinderheim stiften. Unsere Sponsoren Bridgestone, Motul, PSI Hubik, Daytona, Held, Motorrad Stecki und BMW Motorrad werden sich auch an dieser Spendenaktion beteiligen. Wir hoffen, es kommt ein ansehnlicher Betrag zusammen.»

Das Finale findet vom 16.-18.09.2022 auf dem Eurospeedway Lausitz statt. Die Resultate der einzelnen Rennen und die Meisterschaftsstände sind bei Bike Promotion abrufbar.

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