SBK-WM in Zukunft ohne dominierende Werksteams?

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Werden die Werksteams mittelfristig aus der Superbike-WM verschwinden?

Werden die Werksteams mittelfristig aus der Superbike-WM verschwinden?

Das immer seriennähere Reglement der Superbike-WM mit seiner seit 2018 eingeführten Limitierung der Drehzahl sowie die für 2019 angedachte Einheitselektronik machen den Einsatz von Werksteams immer uninteressanter.

Bei BMW in München wird man sich angesichts der neuen Superbike-Regeln ab 2018 ins Fäustchen lachen, denn mit den jüngsten und noch ausstehenden Reglementsänderungen werden auch andere Hersteller ihr werksseitiges Engagement überdenken.

Denn seit 2018 werden erfolgreiche Hersteller in der Superbike-WM durch die Vorgabe der erlaubten Drehzahl eingebremst, dadurch sollen die verschiedenen Konzepte der einzelnen Hersteller und auch die Performance des Serienmodells harmonisiert werden. Ist ein Hersteller zu erfolgreich oder zu schlecht, bekommt er 250/min weniger oder mehr zugesprochen. Das bezieht sich jeweils auf alle Motorräder eines Herstellers im Feld.

Die erste Auswirkung sah man auf Phillip Island: Nach fünf Jahren konnte erstmals wieder eine Ducati den Sieg einfahren – Werkspilot Marco Melandri fuhr sogar einen Doppelsieg ein!

Kostendeckel gibt es aktuell für Bremsen, Federelemente (auch die Vordergabel) und Elektronik und Schwinge. Und ab 2019 wird durch die angedachte Einführung einer Einheitselektronik auch die verdeckte Subvention durch das Werk wirksam unterbunden.

Unter dem neuen Reglement werden sich nun alle Hersteller die Frage stellen, wieso man sich werksseitig in der Superbike-WM engagieren soll. Wozu Millionen in ein Werksteam und Subventionen in die technische Entwicklung und Kit-Teile investieren, wenn man im Erfolgsfall durch das Reglement eingebremst wird?

«Wir möchten eine Superbike-WM mit extrem spannenden Rennen haben, in der neue und private Teams um den Titel kämpfen können», bestätigte jüngst Gregorio Lavilla als Superbike-Direktor der Dorna.

Notorisch unterfinanzierte Teams wie das ungarische Team Toth wurden bereits aus der Superbike-WM verdrängt, gewünscht ist ein sehr breites Mittelfeld ohne extreme Ausschläge nach oben und unten.

Die Superstock-1000-EM 2018 könnte ein Fingerzeig dafür sein, wie sich die Superbike-WM in Zukunft zusammensetzt: Ducati hat sein werksseitiges Engagement in der Superstock-Klasse eingestellt, Yamaha hat auf nur noch ein Motorrad reduziert. Gleichzeitig machen etablierte Privatteams wie Althea Racing Druck und fordern von der Dorna weitere Eingriffe ins Reglement! 

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