Leon Camier so langsam, dass Gegner in ihn krachten

Von Ivo Schützbach
Honda im letzten Drittel des Feldes: Leon Camier (2) ist ratlos

Honda im letzten Drittel des Feldes: Leon Camier (2) ist ratlos

Während Red-Bull-Honda-Teamkollege Jake Gagne mit Rang 10 im zweiten Lauf der Superbike-WM in San Juan in Argentinien eine ordentliche Leistung zeigte, ist Leon Camier verunsichert und ratlos.

Nach Rang 10 im ersten Rennen am Samstag, stand Leon Camier im zweiten Lauf nur auf Position 12 des Grids. Nach der ersten Runde war das Honda-Aushängeschild 14., dann fiel er auf den letzten Platz zurück und gab nach sieben Runden mit technischen Problemen auf.

«Schwer zu sagen, was momentan los ist», meinte Camier nach dem erneuten Tiefschlag in Argentinien. «Etwas am Motorrad fühlte sich ab der Einführungsrunde nicht richtig an. Das Team arbeitet noch daran herauszufinden, was die Ursache war. In der ersten Runde sind zwei Gegner in mich gekracht, weil ich dieses Problem hatte und deshalb so langsam war. Dann habe ich unglücklicherweise Smrz aus dem Rennen gekegelt. Ich konnte nichts machen. Ich bog in die Kurve ein, das Problem trat auf und es gab keinen Ausweg. Ein Desaster.»

Honda vermeidet es, das Problem beim Namen zu nennen. Akustisch deutet vieles auf ein Problem mit der Elektronik hin. Schon im Samstag-Rennen war Camiers Honda bei Richtungswechseln kaum zu bändigen, weiches und rundes Fahren war unmöglich.

Im April stellte Red Bull Honda von der Cosworth-Elektronik auf jene von Magneti Marelli um. Zwischenzeitlich bezeichnete Camier die Funktionsweise als «sehr gut», es scheint aber an Konstanz zu fehlen. Unter bestimmten Bedingungen arbeitet die Elektronik nicht tadellos. «Niemand kann sich vorstellen, was so eine Umstellung alles nach sich zieht», nimmt Camier das Team in Schutz.

Erstaunlicherweise eroberte er seine besten Ergebnisse in diesem Jahr, die Ränge 7, 6, 4 und 6 in Australien und Thailand, mit der viel kritisierten Cosworth-ECU.

«Aus irgendwelchen Gründen verstehen wir nicht, was los ist», meinte der ratlose Engländer. «Wir probieren viel mit der Elektronik und dem Chassis, aber nichts funktioniert. Jetzt müssen wir erneut unsere Köpfe zusammenstecken, um das Ruder für Katar hoffentlich herumreißen zu können.»

«Das ist eine große Herausforderung», gibt Teammanager Kervin Bos zu. «Wir arbeiten an Lösungen. Für Leon wäre es nicht sicher gewesen weiterzufahren, er war ohnehin Letzter. Wir müssen alles über den Haufen werfen, uns genau anschauen was passiert ist, und in Katar mit einem weißen Blatt Papier beginnen.»

Seit der Sommerpause läuft bei Red Bull Honda nichts zusammen, obwohl der viertätige Test in Portimao Ende August als «positiv» beurteilt wurde. Nach dem Versagen im Portugal-Rennen Mitte September wurden die internen Arbeitsabläufe geändert und Entscheidungswege verkürzt. Nach der leichten Aufwärtstendenz in Magny-Cours, folgte auf dem San Juan Villicum Circuit das nächste Desaster.

Es sind weitreichende Änderungen für 2019 nötig, damit sich Honda nicht weiterhin lächerlich macht.

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