Leon Camier nie erste Wahl: Schreckensjahre mit Honda

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Leon Camier (re.) fuhr sein letztes Rennen für Honda

Leon Camier (re.) fuhr sein letztes Rennen für Honda

Nach zwei Jahren in Diensten von Honda, fuhr Leon Camier bei der Superbike-WM in Katar sein letztes Rennen auf der Fireblade. Für den zukünftigen Ducati-Piloten endete es wieder einmal in einem Desaster.

Was Leon Camier dieses Jahr an Mitleid verdient hätte, kann kein Mensch aufbringen. Im Herbst 2018 entschied die Honda Racing Corporation, mit einem Werkseinsatz in die Superbike-WM zurückzukehren. Doch statt die lahme Fireblade auf Vordermann zu bringen, sammelten die Japaner 2019 lediglich Daten. Es braucht ein starkes Basis-Motorrad, um in der seriennahen Weltmeisterschaft konkurrenzfähig zu sein – welches der größte Motorradhersteller aktuell nicht hat.

Camier musste bereits 2018 bei Red Bull Honda ein schmerzhaftes Jahr durchleiden, nach dem Teamwechsel von Ten Kate zu Moriwaki wurde es 2019 noch schlimmer. Inzwischen ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Honda präsentiert am 5. November in Mailand das neue Motorrad, Stefan Bradl hat die mit einem Reihenvierzylinder und Flügeln ausgestattete Maschine vergangene Woche in Suzuka getestet.

In deren Genuss wird Camier nicht mehr kommen: Er hat für 2020 bei Barni Ducati unterschrieben und wird eine schnelle Panigale V4R pilotieren.

Nach den Rennen in Katar fällt ihm der Abschied von Honda nicht schwer: 10., 13. und 16. – sechs mickrige WM-Punkte. Im zweiten Hauptrennen kam der Britische Meister von 2009 mit 35,726 sec Rückstand auf Sieger Jonathan Rea (Kawasaki) ins Ziel.

«Wir müssen erst alle Daten auswerten, bevor ich dir genau sagen kann, was im zweiten Hauptrennen schief lief», erklärte der Engländer SPEEDWEEK.com. «Das Motorrad fühlte sich schon in der Einführungsrunde seltsam an, dabei hatten wir nur zwei Kleinigkeiten geändert. Also bauten wir die Änderungen in der Startaufstellung zurück und hatten damit die identische Abstimmung wie im Sprintrennen. Irgendetwas war nicht richtig, ich konnte nicht fahren.»

Wie beurteilst du rückblickend deine zwei Jahre mit Honda? «Der erste Test mit Red Bull Honda war vielversprechend», hielt Camier fest. «Auch die ersten Rennen waren vielversprechend, in Thailand kämpfte ich ums Podium. Dann wechselten wir den Elektronikanbieter und ich verletzte mich gleich am ersten Wochenende. Danach war es nie wieder dasselbe Motorrad. In den zwei Jahren hatte ich zwei schwere Verletzungen, dieses Jahr ging mit dem Bike nicht viel vorwärts.»

Bei Honda wird darüber diskutiert, ob Leon Haslam oder Takumi Takahashi 2020 an der Seite von Alvaro Bautista die zweite Werks-Fireblade fährt. Hast du dich zu früh für Barni Ducati entschieden? «Wäre ich ihre erste Wahl gewesen, hätten sie mich unter Vertrag genommen, als sie Bautista verpflichteten», so Camier. «Aber das war ich nicht. Und ich war nicht zuversichtlich genug, um auf sie zu warten.»

Ergebnis Katar, Lauf 2
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Rea Kawasaki 33:34,809 min
2. Davies Ducati + 2,978 sec
3. Bautista Ducati + 3,100
4. Lowes Yamaha + 12,473
5. Razgatlioglu Kawasaki + 14,346
6. Laverty Ducati + 15,109
7. Van der Mark Yamaha + 15,625
8. Baz Yamaha + 16,020
9. Haslam Kawasaki + 17,854
10. Cortese Yamaha + 18,332
11. Mercado Kawasaki + 22,254
12. Sykes BMW + 22,387
13. Torres Kawasaki + 28,179
14. Reiterberger BMW + 29,487
15. Rinaldi Ducati + 32,586
16. Camier Honda + 35,726
17. Melandri Yamaha + 40,549
18. Kiyonari Honda + 44,844
RT Schmitter Yamaha
RT Delbianco Honda

 

Endstand Superbike-WM 2019
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Rea Kawasaki 663
2. Bautista Ducati 498
3. Lowes Yamaha 341
4. Van der Mark Yamaha 327
5. Razgatlioglu Kawasaki 315
6. Davies Ducati 294
7. Haslam Kawasaki 281
8. Sykes BMW 223
9. Melandri Yamaha 177
10. Baz Yamaha 138
11. Torres Kawasaki 135
12. Cortese Yamaha 134
13. Rinaldi Ducati 122
14. Reiterberger BMW 83

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